News rund um die Crowdfinanzierung im März



Im aktuellen Update rund um die Finanzierung aus der Crowd geht es um steuerliche und rechtliche Aspekte, die Internationalisierung von Companisto, das anstehende zweite Crowdinvesting-Symposium, neue Start-ups und mehr.

Bevor wir auf neue Entwicklungen bei den Plattformen und neue Start-ups eingehen, die sich über die Crowd finanzieren wollen, rückt ein eher trockenes Thema in den Mittelpunkt. Rechtliche und steuerliche Elemente bei der Schwarmfinanzierung Die Finanzierung durch die Crowd ist – je nach Ausgestaltung – natürlich auch mit rechtlichen und steuerlichen Aspekten verbunden. In der Vorwoche habe wir dieses Thema umfangreich mit Nico Reisener von der Kanzlei Kollmorgen & Girrbach sowie Berlin Startup Consulting besprochen. So führt Herr Reisener aus

Bisher gibt es nicht viele Regularien für diese Form der Finanzierung. Es werden die Regeln aus bestehenden und bekannten Finanzierungsformen abgeleitet. Unserer Meinung nach wird es  in naher Zukunft Regelungen geben, sollte der Markt sich weiter positiv entwickeln.

Welche Punkte bei den Kampagnen – sowohl bei Crowdfunding als auch bei Crowdinvesting – berücksichtigt werden sollten, lesen Sie hier im Interview. Companisto will international agieren Nachdem sich Seedmatch 2013 bereits eine Expansion in grüne Bereiche vorgenommen hat und das Schwesterportal econeers startete, sucht Companisto weiteres Wachstum außerhalb Deutschlands. Mit einem englischsprachigen Auftritt will Companisto seit dem 10. März 2014 nun auch Start-ups aus anderen Ländern für eine Finanzierung begeistern. Dabei können sich junge Unternehmen aus ganz Europa bewerben. Bei den Investoren geht Companisto noch einen Schritt weiter – hier sollen nun weltweit interessierte Anleger angesprochen werden. Für einige Investoren kommt damit neben dem Risiko des Unternehmens auch noch das Wechselkursrisiko hinzu – eine weitere Komponente wenn es künftig darum geht, die Rendite des Investments zu beurteilen.

Companisto international
Companisto nun international unterwegs

Man darf gespannt sein, inwiefern es Companisto auch als Plattform gelingt Start-ups aus anderen Ländern sorgfältig auszuwählen. Schließlich sind dies teilweise ganz andere Märkte als in Deutschland mit unterschiedlichen Regularien und Mechanismen. Auch die Investoren sollten sich dementsprechend fundierter mit den Businessplänen der Start-ups auseinandersetzen. Spannend ist das Vorhaben von Companisto jedoch alle Mal – wir drücken die Daumen für eine gute Umsetzung. Welcome Investment – im dritten Anlauf zum Erfolg? Nach zwei nicht ganz rund gelaufenen Anläufen ist das Portal Welcome Investment nun mit einem dritten Versuch am Start. Dabei möchte sich die Crowdinvesting-Plattform durch folgende Merkmale vom Wettbewerb unterscheiden:

  • Auf Welcome Investment soll sich jedes Start-up für ein Crowdinvesting präsentieren können – die Plattform nimmt keine Auswahl der Bewerbungen vor
  • Allerdings muss jedes Start-up einen vorgelagerten Voting-Prozess bestehen und in diesem genügend Menschen für das Konzept begeistern.
  • Investitionen sind auf Welcome Investment bereits ab 1 Euro möglich.
  • Der Mindestbetrag für Start-ups auf Kapitalsuche liegt bei 5.000 Euro.

Mit der vergleichsweise geringen Kapitalsumme möchte sich Welcome Investment von den anderen Marktteilnehmern abgrenzen:

Oft werden jedoch nur 20-30 TEUR benötigt, um ggf. einen Prototypen herstellen zu können. Diese Unternehmen fallen bei den Wettbewerbern raus.

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist der Start einer Crowdinvesting-Plattform nicht einfach. Zudem ist der Markt derzeit auch bereits hart umkämpft und konzentriert sich auf wenige große Plattformen. Zumindest versucht Welcome Investment neue Pfade einzuschlagen und sich bewußt anders zu positionieren. Allerdings bedeuten kleine Tickets bei der Finanzierungssumme auch niedrige Provisionen für die Plattform. Rentabel zu arbeiten, dürfte da nicht leicht sein.

Zweites Crowdinvesting Symposium im Juli

Das 2013 an der LMU München erstmals durchgeführte Crowdinvesting-Symposium geht dieses Jahr in die zweite Runde. Das Motto lautet dieses Jahr „After Crowdinvesting: Anschlussfinanzierung, Exit Strategien und Verwässerungsschutz”. Veranstaltet wird das Symposium durch den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht an der LMU München. Veranstaltungstag ist der 4. Juli und die Vorträge sowie die daran anschließende Podiumsdiskussion beginnen um 15.00 Uhr. Zudem findet an diesem Tag auch eine akademische Konferenz statt. Alle weiteren Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie auf der Website des Crowdinvesting-Symposiums.

Zapitano – Sanierung oder Insolvenz?

Der Ausknopf auf der Fernbedienung soll noch nicht für Zapitano gedrückt worden sein. Allerdings wurde das Start-up, das sich Ende Oktober 2013 auf Companisto mit knapp über 100.000 Euro finanzierte, ins Spätprogramm verschoben – um in der TV-Symbolik zu bleiben. So hat das Unternehmen Ende Februar einen Antrag für ein Insolvenzprüfungsverfahren. Dieser steht im Zusammenhang mit einem umfangreichen Sanierungsplan, mit dem das Start-up zurück in die Primetime möchte. Auffällig ist, wie kurz die Zeit zwischen der erfolgreichen Finanzierung auf Companisto und diesem Schritt ist (ähnlich wie bei Sportrade).

Hier stellt sich die Frage, ob das Management nicht bereits zu diesem Zeitpunkt den Kapitalbedarf falsch eingeschätzt hat. Schließlich sollte ein Crowdinvesting nicht alleine dem Zweck dienen lediglich wenige Monate überbrücken zu können. Zudem sind Begriffe wie Sanierung und Restrukturierung eher bei älteren Unternehmen anzutreffen, die bereits am Markt erfolgreich waren – bei einem vergleichsweise jungen Unternehmen wirken sie hingegen eher aufgesetzt. Wir wünschen Zapitano viel Erfolg bei der angestrebten Neuausrichtung.

Neue Start-ups

  • Autowäscher auf Seedmatch: mit myCleaner geht eine Onlineplattform zur Buchung mobiler Fahrzeugreinigung an den Start. Die Fahrzeugreinigung wird direkt von Mitarbeitern von myCleaner beim Kunden vor Ort ausgeführt. Das Unternehmen ist in neun Städten von Hannover bis München aktiv und konnte 2013 nach eigenen Angaben einen Umsatz von knapp 300.000 Euro erzielen. Seit Juni 2013 ist auch der Inkubator YOU IS NOW an myCleaner beteiligt. Aktuell sind knapp über 50.000 Euro investiert – mehr erfahren.
  • Foto-Video-Postkarte auf Companisto: bereits Ende 2012 haben wir hier im Blog fotovio vorgestellt. Nun möchte das Unternehmen auf Companisto bis zu 100.000 Euro einsammeln – nahezu 50.000 Euro sind es bereits. fotovio erstellt die QR-Codes für die Videobotschaften in verschiedenen Designs, die dann kinderleicht auf Grußkarten, Werbemitteln oder Geschenkartikeln verschickt werden können. Die Deutsche Post, der Drogeriemarkt Müller und  Tesco sollen bereits zu den Kunden von fotovio gehören – mehr erfahren.
Crowdinvesting Startups Maerz 2014
Start-ups auf Kapitalsuche: myCleaner (o.l.), fotovio (o.r.), lirdy (u.l.) und BuyOrBurn (u.r.)
  • Fotos tauschen auf Innovestment: das Start-up Lirdy beschäftigt sich auch mit Fotos. So ist Lirdy nach eigenen Angaben der einzige Weg, alle Fotos ohne den Austausch von Kontaktdaten immer und überall in einem Album zusammenzubringen. Dabei ist Lirdy ein Online-Fotoalbum zu dem jeder die Fotos hinzufügen kann. Mindestens 60.000 Euro sollen es auf Innovestment werden – und das Ziel ist fast erreicht – mehr erfahren.
  • Kaufen oder brennen auf Fundsters: die App BuyOrBurn will bei der Einkaufsentscheidung im Internet helfen. Mit der kostenlosen BuyOrBurn App macht man ein Foto des gewünschten Artikels im Geschäft und befragt dann sein Netzwerk. Dann heißt es das Abstimmungsergebniss abwarten – Buy für kaufen, Burn für nicht-kaufen. Zudem zeigt die App den Artikel mit den Preisen verschiedener Onlineshops an, sodass ggf. noch gespart werden kann – mehr erfahren.

Das war unser Update zu Crowdfunding und Crowdinvesting im März 2014. Wenn Sie das nächste Update nicht verpassen wollen, tragen Sie sich doch in den Newsletter ein.

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