Salatfritz: Start-up in der Lebensmittelbranche



Der Trend zu ökologisch nachhaltiger Ernährung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Jährlich steigen die Absätze von Bio-Produkten. Die Nachfrage nach Feinkost und Bio Gourmet Produkten wächst dabei stetig. Wir sprachen mit Jan Daniel Fritz über die Entwicklungen in der Lebensmittelbranche und sein Start-up Salatfritz, die Herausforderungen in den ersten Jahren des Unternehmens und welche Schwierigkeiten sich bei der Finanzierung ergaben.

Mit dem Start-up Salatfritz lässt Gründer Jan Daniel Fritz die Herzen aller Saucenliebhaber höher schlagen. Hausgemachte Saucen nach eigenem Rezept bieten Feinschmeckern eine Vielzahl an Saucenvariationen zur Verfeinerung des kulinarischen Genusses. Und auch Investoren können daran partizipieren, da Salatfritz derzeit ein Crowd investing vornimmt.

Für-Gründer.de: Hallo Jan Daniel, was verbirgt sich hinter Salatfritz und wie bist Du auf die Geschäftsidee gekommen?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz: Salatsaucen waren immer meine Spezialität. Das fing schon im Alter von neun Jahren an. Meine Cousine erinnert sich noch heute an unsere „Salatsaucenbattles“ bei den Großeltern und wie ich als erster auf die Idee kam, Marmelade anstatt Zucker zu verwenden.

Ich habe das Angebot an Saucen immer beobachtet. Dabei fiel mir auf, dass es bis dato keine hochwertigen Fertigsaucen gab, die wie hausgemacht schmeckten. Auf diese Weise führe eins zum anderen und es entstand vor ca. drei Jahren die Idee diesem Missstand Abhilfe zu schaffen.

Nachträglich betrachtet, war es ein guter Zeitpunkt. Das Saucensortiment in den Supermärkten wird immer größer und der Trend zu Produkten in Bio Gourmet Qualität steigt.

Jan Daniel Fritz hat mit viel Liebe zur Sache über die Jahre viele Rezepturen selbst entwickelt.
Jan Daniel Fritz hat mit viel Liebe zur Sache über die Jahre viele Rezepturen selbst entwickelt.

Für-Gründer.de: Welche Saucen sind besonders beliebt und welche Maßnahmen zur Qualitätssicherung setzt Ihr ein?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz: Am beliebtesten war bislang unsere Balsamhonig Sauce. Mittlerweile haben sich aber auch die Kiez Keule und unsere 8-Kräuteressenz, die auf Basis der Kräuterzusammenstellung der bekannten „Frankfurter Grünen Sauce“ entstanden ist, zu Bestsellern entwickelt.

Wir arbeiten ständig daran unsere Rezepturen zu verbessern, um Stabilität und Geschmack zu optimieren. Wir entwickeln mittlerweile Saucen für bekannte Marken, deren Qualitätsmanagement uns detaillierte Feedbacks gibt. Wir arbeiten dabei ausschließlich mit Bio-Siegeln zertifizierten Zutaten bester Qualität. Regelmäßige Labortests unserer Produkte und Zutaten gehören natürlich auch dazu.

Für-Gründer.de: Wir haben ja bereits im September 2011 über Eure Idee berichtet – wie ist seitdem die Unternehmensentwicklung verlaufen?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz: Wir konnten die Umsätze jährlich verdoppeln und haben uns einen Namen im Natur- und Feinkostbereich erarbeitet. Unsere Produktpalette ist gewachsen und ich habe kürzlich das Einzelunternehmen Salatfritz in die Saucenfritz UG umgewandelt.

Langfristig sind wir sehr gut aufgestellt und arbeiten daran dieses Jahr den Break-Even zu erreichen. Dazu sind weitere Investitionen nötig und wir haben auf der Crowd investing-Plattform SEED-Experts eine Finanzierungsrunde gestartet. Außerdem haben wir einige Investoren gefunden, die als stille Gesellschafter mit größeren Geldbeträgen einsteigen wollen, bzw. schon eingestiegen sind.

Für-Gründer.de: Welche Vertriebswege nutzt Ihr für die Saucen und welche Herausforderungen gibt es insbesondere beim Vertrieb über Supermärkte?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz: Salatfritz hat bereits mehrere Kanäle aufgebaut über die der Umsatz generiert wird. Hierzu gehören Verkäufe der Produkte an Bio-Großhändler, Bio-Märkte, Reformhäuser, Online-Partner, regionale Supermärkte, der Salatfritz Online Shop, Feinkostmärkte und der Vertrieb über Private Label Kunden.

Bei unseren Produkten überzeugt der Geschmack. Daher sind Verkostungen und Proben und Infomaterial wichtige Maßnahmen zur Einführung.

Für-Gründer.de: Welche Marketingmaßnahmen setzt Ihr ein und wie ist das Verhältnis zwischen On- und Offlinewerbung?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz: Saisonale Aktionen in den Supermärkten und Verkostungen machen wir regelmäßig. Anfangs haben wir, anstatt Anzeigen zu schalten, unser Marketingbudget für Berichte in der Presse und Onlinemedien investiert. Dazu haben wir mit der Profilagentur FOXPR von Kerstin Weidner aus Hamburg eine Zusammenarbeit gestartet.

Zahlreiche Berichte in zielgruppenrelevanten Medien waren die Folge. Wir haben sowohl in den Printmedien, wie z.B. dem Stern, Wohnen & Garten, Witzigmann Koch des Jahrhunderts etc., wie auch auf verschiedenen Onlineplattformen ausschließlich positives Feedback bekommen. Das Verhältnis zwischen On- und Offlinewerbung war etwa gleich, wobei nach den Veröffentlichungen in auflagestarken Printmedien ein direkter Anstieg der Bestellungen im Onlineshop zu verzeichnen ist.

Jan Daniel Fritz von Salatfritz
Nur frische und ausgewählte Zutaten für die Saucen

Für-Gründer.de: Aktuell läuft auch ein Crowd investing auf der noch relativ neuen Plattform SEED-Experts. Warum habt Ihr Euch für diese Plattform entschieden?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz: Der Kontakt zu Roland Hötzinger von SEED-Experts kam durch Fabio Bortolazzi von der Bio Eis Marke Glück am Stiel aus Berlin zustande. Die Plattform hat sich auf Crowd investing-Projekte fokussiert bei denen Nachhaltigkeit und Plausibilität im Vordergrund stehen. Erstmalig agiert ein deutsches Crowd investing-Portal mit einem definierten Kernfokus auf spezifische Branchen: Bildung, Bio-Food, Regenerative Konzepte, E-Mobilität, Share-Economy, Soziales Engagement und Nachhaltigkeitslösungen.

Zudem sollte man bei der Auswahl der Crowd investing-Plattform auch auf die Folgekosten und den nachträglich anfallenden Bürokratieaufwand achten. Denn jeder Gewinn, auch bei einem Investment ab 5 Euro, muss natürlich versteuert werden. Die Crowd investing-Portale kümmern sich in der Regel nur um das Einsammeln und Ausbezahlen der Gelder.

Für-Gründer.de: Wozu sollen die Mittel verwendet werden und was können Investoren erwarten?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz: Wir bieten unseren Investoren im Rahmen eines partiarischen Darlehens bei einem Einstieg ab 250 EUR eine Mindestverzinsung von 4,25 Prozent p.a. und zusätzlich eine, je nach Jahresbilanz, anfallende Gewinnbeteiligung. Benefits, wie Bestellrabatte und Mustersendungen gibt es on top. Weitere Infos gibt es auf der Website von SEED-Experts.

Um uns für die zukünftigen Herausforderungen besser aufzustellen, benötigen wir ein Minimum von ca. 150.000 Euro, das vor allem in eine größere Betriebsstätte, Maschinen, die Optimierung unseres Onlineshops und des Warenwirtschaftssystems investiert werden sollen. Wir erwarten, dass wir über SEED-Experts die Mindestsumme von 30.000 Euro einsammeln werden. Je nachdem wie hoch der Betrag aus dem Crowd investing ausfällt, stehen weitere Investoren bereit, um als stille Gesellschafter einzusteigen und den fehlenden Restbetrag zu finanzieren. Diese Investoren kommen teilweise aus der Bio-Branche und haben bereits größere Vertriebsstrukturen aufgebaut.

Für-Gründer.de: Wie habt Ihr Euch bisher finanziert und war nicht ggf. auch ein klassischer Bankkredit eine Alternative?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz:

Mit einem Bankkredit haben wir angefangen. Wir mussten jedoch feststellen, dass die Banken Ihren Werbeslogans „auch kleinen und mittelständischen“ Unternehmen „langfristig“ Unterstützung zu bieten, nicht gerecht werden. Unsere Wachstumsraten haben wir in der Kalkulation für eine Nachfinanzierung anhand der bisherigen Umsätze angepasst. Dieses Wachstum war den Banken zu langsam.

Dabei ist es laut Branchenexperten in der Regel so, dass die Etablierung einer Marke ca. vier bis fünf Jahre in Anspruch nimmt. Wir bekamen des Öfteren zu hören, dass wir gern zu einem späteren Zeitpunkt noch mal vorstellig werden könnten.

Das hilft einem in der schwierigen Anfangsphase der Unternehmensentwicklung nicht weiter und scheint bei Kreditbeträgen unter 500.000 Euro kein Einzelfall zu sein. Generell scheint die klassische Kreditvergabe bei Banken mittlerweile nicht mehr das Kerngeschäft zu sein. Risiko-Geschäfte, Kasino-Kapitalismus, immer wieder neue Bankenskandale und niedrige Zinsen für Sparer verstärken den Trend zu alternativen Finanzierungsmodellen.

Gründer von Salatfritz Jan Daniel Fritz
Jan Daniel Fritz hatte vor über drei Jahren die Idee zu Salatfritz und ist nun bereits bekannter Akteur der Branche.

Für-Gründer.de: Was sind eigentlich aus Deiner Sicht ganz allgemeine Trends im Bereich Essen & Trinken in der Gründerwelt?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz:

Das Wachstum im Biohandel hält weiterhin an. Die Branche steigert die Umsätze schon seit geraumer Zeit um ca. sechs Prozent jährlich. Die Bereitschaft der Deutschen etwas mehr Geld für qualitativ hochwertige Gourmet Produkte auszugeben hat sich auch verstärkt. Immer mehr Lebensmittel werden online gekauft, speziell Feinkost Produkte kleiner Manufakturen sind gefragt. Der Trend zu vegetarischer oder veganer Ernährung nimmt zu.

Für-Gründer.de: Und welche Tipps und Ratschläge hast Du für angehende Gründer?

Jan Daniel Fritz von Salatfritz: Es ist natürlich immer schwer so etwas zu pauschalisieren. In meinem Fall wäre es bei der Finanzierung besser gewesen den Kreditbetrag höher anzusetzen, die Laufzeit länger auf acht bis zehn statt fünf Jahre zu setzen und die Tilgung nach zwei anstatt nach einem Jahr einsetzen zu lassen.

Neben einer gut geplanten Finanzierung rate ich angehenden Gründern die verschiedenen Angebote für Existenzgründer zu nutzen: Existenzgründerkurse, Business Angels, Internetplattformen wie Eure, etc. Außerdem habe ich den Kontakt und Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Start-ups immer gesucht. Das hat mir sehr geholfen und würde das auch anderen raten.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Interview!

Mehr über Salatfritz gibt es auch im nachfolgenden Video

Kontakt
Logo