Wein online kaufen: Navinum, WineMeister und 13grad



Die Weinbranche erlebt aktuell einen Online-Boom. Nahezu wöchentlich erreichen uns Meldungen von neuen Start-ups, die den Weinmarkt neu aufrollen möchten. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die Online-Umsätze im Weinhandel in den letzten Jahren um 40% p.a. gewachsen sind. Wir haben zahlreiche Geschäftsmodelle rund um den Online-Weinhandel durchleuchtet und stellen Ihnen die verschiedenen Ansätze der vielfältigen Geschäftsideen vor.



Auf dem deutschen Weinmarkt tummeln sich Tausende von Winzern. Die schiere Auswahl an unterschiedlichen Weinen kann erdrückend sein und die Lernkurve ist für Weinneulinge steil. Start-ups wie Navinum, 13grad und WineMeister setzen darauf den Kunden bei der Hand zu nehmen und ihn jeweils auf eine eigene Art und Weise durch den Weindschungel zu führen, sodass niemand mehr zu einem schlechten oder unpassenden Wein greifen muss. Falls Bier mehr Ihr Thema ist als Wein, dann lesen Sie doch mehr über die Geschäftsidee von Braufässchen.

WineMeister, der Somelier für die Hosentasche

Sie kaufen für das Weihnachtsessen ein, stehen vor dem Weinregal und wissen nicht, welcher Wein gut zu Ente passt. In diesem Fall könnte die Geschäftsidee WineMeister helfen. Das Berliner Start-up entwickelte eine Smartphone App, die anhand von Geschmacksvorlieben, des konkreten Anlasses bzw. des Gerichts eine Weinempfehlung aus dem Sortiment regionaler Supermärkte abgibt. Die Bewertung der Weine übernimmt Mitgründer von WineMeister und britischer Sommelier des Jahres 2012 Jan Konetzki. Über 1.000 Weine hat er bereits getestet und seine Verkostungsnotizen in der WineMeister App hinterlegt. Nach eigenen Angaben sind das knapp 2/3 der Weine, die im Deutschen Lebensmitteleinzelhandel verkäuflich sind.

Die WineMeister App in Aktion (Quelle: WineMeister)
Die WineMeister App in Aktion (Quelle: WineMeister)

Ein zusätzliches Merkmal von WineMeister ist die Trinkschule, die dem Novizen das 1×1 des Weintrinkens näher bringt. WineMeister ist kostenlos für iOS und Android erhältlich. Die Geschäftsidee finanziert sich über einen integrierten Weinshop mit Empfehlungen, die in dieser Qualitätsstufe nicht im Einzelhandel erhältlich sind – klassisches Upselling. Mit WineMeister schwimmt Konetzki und sein Team auf der wachsenden Mobile-Welle. Die Applikation konnte bereits Zehntausende Downloads verzeichnen. Als Schwachstelle des Geschäftsmodells dürfte allerdings die wackelige Einnahmebasis aufgrund des kostenlosen Appmodels anzusehen sein. Hier müssen die Berliner erst zeigen, wie sie ihre Reichweite in bare Münze umwandeln wollen. Hier finden Sie WineMeister im Internet.

Die Weincommunity 13grad

Die Geschäftsidee 13grad sieht sich als Alternative zu klassischen Weinführern, die von Weinexperten geschrieben werden. Stattdessen möchten sie ihren Nutzern einen Austausch zwischen Winzern, Experten und Weinfreunden auf Augenhöhe bieten. Die Datenbank von 13grad enthält aktuell über 600.000 Weine von 57.000 Winzern weltweit. Die Informationen zu Weingütern und den edlen Tropfen werden von den Nutzern ausgefüllt. Als Winzer kann man auf der Plattform ein Profil zu seinem eigenen Sortiment erstellen, das wiederum von den Weintrinkern bewertet und mit Verkostungsnotizen versehen werden kann. Für die Winzer hat dieser Ansatz den Vorteil, dass sie ein direktes Feedback vom Kunden erhalten, ohne Umweg über den Fach- und Einzelhandel. Für die Weintrinker ist 13grad eine Plattform, auf der sie neue Weine entdecken und empfohlen bekommen. Die Anmeldung ist für die Nutzer kostenlos. 13grad versieht die Weineinträge Links zu Weinhändlern und erhält für jede erfolgreiche Vermittlung eine Provision.

Das Gründerteam von 13grad (v.l.n.r) Jan Potthast, Kay Liedl und Norbert Schauermann
Das Gründerteam von 13grad (v.l.n.r) Jan Potthast, Kay Liedl und Norbert Schauermann

13grad setzt nahezu komplett auf nutzergenerierten Inhalt. Ein Konzept, das mit der Wikipedia schon lange seine Tragfähigkeit bewiesen hat. Der einzige Haken an der Geschichte ist, dass die Community groß genug sein muss, damit die Schwarmintelligenz  funktioniert. Eine Stichprobe auf 13grad zeigte, dass nur zu wenigen Weinen Bewertungen vorhanden sind. Auch die Betreiber selber sprechen von nur 2.000 Verkostungsnotizen auf der Seite.

Vergangenes Jahr konnte das Münchner Team die Jury des Gründerwettbewerbs seedlounge überzeugen und gewann den ersten Platz. Im September gab das soziale Weinnetzwerk eine Kooperation mit Weinkenner.de, einer journalistischen Plattform für Weinliebhaber bekannt. Weinkenner.de wird die Bewertung der 13grad Community und die Verlinkung der Weine zu den Weinhändlern übernehmen, Letztere wiederum ihr Netzwerk durch die Artikel Weinkenner.de zu Weinen, Winzern und Weinregionen anreichern. Auf 13grad.com können Sie sich einen eigenen Eindruck dieser Weincommunity verschaffen. Wir haben 13grad zudem vor einiger Zeit bei den Business Angeln FrankfurtRheinMain auf einem Pitch erlebt.

Zum perfekten Wein per Algorithm: Navinum.de

Die folgende Geschäftsidee erhebt erst gar nicht den Anspruch gute von schlechten Weinen zu unterscheiden, denn genau so zahlreich wie die Weine sind auch die unterschiedlichen Geschmäcker. Stattdessen wird beim Weinmarktplatz Navinum der Nutzer gebeten einige Fragen zu seinen Vorlieben zu beantworten. Auf Basis dieser Antworten werden ein individuelles Geschmacksprofil erstellt und entsprechende Empfehlungen ausgegeben. Bevorzugt ein Kunde kräftigen Rotwein aus Spanien, dann werden ihm vor allem Weine angezeigt, die dieser Neigung entsprechen. Die Empfehlungen werden in Form einer 5 Sterne Skala ausgedrückt. In Zukunft sollen auch externe Weinshops diese auf ihrer Webseite als Bewertungsmerkmal einbauen können.

Per Fragebogen wird ein persönliches Geschmacksprofil erstellt (Quelle: navinum.de)
Per Fragebogen wird ein persönliches Geschmacksprofil erstellt (Quelle: navinum.de)

Ein eigenes Lager besitzt das Start-up nicht, die Bestellungen werden direkt an die Winzer vermittelt, diese kümmern sich um Verpackung und Versand. Die Versandkosten sind mit 2,90€ günstig, doch wegen der dezentralen Lagerung fallen diese, wenn ein Kunde Weine von unterschiedlichen Winzern kauft. Winzern bietet Navinum eine überregionale Plattform, um ihren Wein zu vermarkten. Gerade für kleine Betriebe ist dies eine günstige Möglichkeit sich online zu präsentieren. Ob die Weinempfehlung auch Ihren Geschmack trifft, können Sie direkt auf Navinum probieren.

Lieber Bier statt Wein? Dann empfehlen wir Ihnen unser Interview mit Braufässchen.

Weitere Geschäftsideen im Internet finden Sie auf Für-Gründer.de.

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