Mit einem Mentor Herausforderungen angehen



Für-Gründer.de: Frau Weigel, was machen Sie beruflich und warum haben Sie einen Mentor gesucht?

Carina Weigel von tagwerk: Ich bin Teil des Gründerteams von tagwerk, einem Hamburg-Berliner Startup im Bereich SaaS. Tagwerk ist ein innovativer online Service für Freelancer und Freiberufler und wir bieten unseren Kunden eine wirtschaftliche Komplettlösung für ihre Buchhaltung: vom Angebot über die Auftragsabrechnung bis zum Steuerexport liefert tagwerk alles aus einer Hand.

Außerdem profitieren Freelancer von unserem eigenen, bundesweiten Steuerberaternetzwerk und sparen bis zu 45% bei den Steuerberater-Gebühren. Ich bin bei tagwerk für den Bereich Geschäftsfeldentwicklung und Vertrieb verantwortlich – eine sehr spannende Aufgabe, die ich mit niemandem tauschen möchte.

Website von tagwerk
Mit tagwerk soll dem Freelancer ein Vielfaches an organisatorischer Büroarbeit abgenommen werden. (Quelle: www.mein-tagwerk.de)

Die Motivation, einen Mentor zu suchen kommt daher, dass ich in meiner Aufgabe als Gründerin eines Unternehmens keine Führungskraft mehr „über“ mir habe, an der ich mich orientieren und von deren Erfahrung ich profitieren kann. Ich habe während meiner früheren Tätigkeiten erlebt, wie bereichernd und fördernd es sein kann, wenn man mit engagierten Führungskräften Situationen reflektieren kann.

Der andere Blickwinkel auf die Dinge, den eine erfahrene Person mitbringt, interessiert mich und bringt mich meist weiter in meinen eigenen Überlegungen. Von daher ist mein Mentor kein Ersatz einer fehlenden Führungskraft, sondern eher ein wertvoller Sparrings-Partner, der mich mit seiner Erfahrung unterstützt, Fragestellungen auf unterschiedliche Art und Weise anzugehen. Und vielleicht auch, aus mir zukünftig eine bessere Führungskraft zu machen…

Für-Gründer.de: In welchen Bereichen empfinden Sie die Unterstützung als besonders wertvoll?

Carina Weigel von tagwerk: Eigentlich in zwei Bereichen: ich kann konkrete Herausforderungen aus dem Tagesgeschäft mit tagwerk ansprechen und durch die Diskussion und das Gespräch darüber entstehen ganz neue Ideen und Lösungsansätze. Auf der anderen Seite kann ich Fragestellungen zu meiner Rolle und Position in gewissen Situationen gut reflektieren. Dann stehe eher ich als Person im Mittelpunkt als ein aktueller Sachverhalt. So oder so – es ist immer spannend und ich freue mich schon auf das nächste Gespräch.

Für-Gründer.de: Wie läuft generell der Kontakt zu Ihrem Mentor ab?

Carina Weigel von tagwerk: Wir treffen uns grundsätzlich so oft es sich einrichten lässt persönlich. Zwar leben wir in unterschiedlichen Städten, dennoch lassen sich berufliche und/oder private Termine oftmals gut mit einem Treffen kombinieren.

In einem persönlichen Gespräch entsteht eben doch eine andere Art von Unterhaltung und Austausch, die mir das Aufbauen der persönlichen Beziehung zu meinem Mentor sehr erleichtert. Die restliche Zeit sind wir meist per E-Mail in Kontakt und treffen uns via Skype. Wir haben schnell gemerkt, dass es wichtig ist, nach einem Treffen gleich den Termin für das Nächste zu vereinbaren, um am Ball zu bleiben und dazwischen nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen. Der Alltag holt einen eben doch meistens irgendwie ein…

Carina Weigel von tagwerk
Carina Weigel ist Teil des Gründerteams von tagwerk und Nutzerin des Mentoring-Programms von biz4d.

Für-Gründer.de: Was würden Sie anderen raten, die überlegen, ob ein Mentor das richtige für sie wäre?

Carina Weigel von tagwerk: 

Grundsätzlich: einfach ausprobieren und der Sache eine Chance geben. Zu verlieren hat man dabei definitiv nichts, denn man trifft auf einen erfahrenen Menschen, der einem wohlgesonnen ist. Und alleine davon profitiert man.

Dennoch macht es Sinn, sich vorab zu überlegen, welche Themen man in das Mentoring mit einbringen möchte – zumindest für den Anfang. Das halte ich schon alleine deshalb für wichtig, damit im ersten Schritt ein passendes Matching zu dem Mentor stattfinden kann, denn auch der Mentor sollte Interesse an den Schwerpunkten des Mentees haben.

Im zweiten Schritt können dann auch die eigenen Erwartungen an den Mentor besser erfüllt werden, wenn man sie vorab formuliert hat. Alleine diese Übung hat mir übrigens geholfen, Klarheit zu gewinnen. Wenn man gezwungen ist, seine Themen und Erwartungen einmal genau zu formulieren, so dass ein anderer sie versteht, sortiert man die Fragen für sich selbst ganz gut. Das Ergebnis macht Spaß – und man weiß auch, was man nicht will.

Für-Gründer.de: Herr Reitzel, was hat Sie motiviert Mentor zu werden?

Hans Ulrich Reitzel, Mentor bei biz4d: 

Ich habe selber erfahren, wie gut es ist, mit einem Mentor in Vertrauen und mit Professionalität die eigenen Schritte zu planen, zu gehen und auszuwerten. Das Lernpotential ist immens und geht an die wesentlichen Fragen heran, die einen umtreiben. Das ist existentiell. Und dafür lohnt es sich zu investieren.

Hans Ulrich Reitzel
Hans Ulrich Reitzel hat früher als Investigating Professor gearbeitet und heute neben seinen anderen Beratertätigkeiten einer der Mentoren von biz4d.

Für-Gründer.de: Was ist Ihr beruflicher Hintergrund?

Hans Ulrich Reitzel, Mentor bei biz4d: Ich habe bei der UN in einer Konflikt-Region ein Regional-Büro geleitet, wo wir Kooperations-Projekte auf den Weg gebracht haben und Allianzen mit nationalen, lokalen und internationalen Partnern dafür aufgebaut haben.

Als Investigating Professor für Verhandlungs- und Konfliktmanagement und Internationales Recht an renommierten Universitäten in Lateinamerika bin ich die komplexe Wirklichkeit in systematischer Form angegangen. Das bereitet gut auf Mentoring-Prozesse vor, denn ich betrachte Probleme grundsätzlich als Herausforderungen, an die von verschiedenen Perspektiven herangegangen werden kann.

Zur Zeit begleite ich für die Evangelische Kirche eine recht komplexe Thematik in der Rhein-Main Region, die mit der Lebensqualität der Menschen in der Region und den Flugbewegungen vom Frankfurter Flughafen ausgehend zu tun hat. Auch meine betriebswirtschaftlichen und organisationsstrategischen Kenntnisse helfen mir da ohne Zweifel.

Für-Gründer.de: Wo sehen Sie Ihre Stärken und wo können Sie Ihrem Mentee aus Ihrer Sicht insbesondere beistehen?

Hans Ulrich Reitzel, Mentor bei biz4d: Wie bereits erwähnt, sehe ich den Perspektivwechsel und dessen kreative Verknüpfung als eine besondere Stärke. Hinzu kommt meine professionelle Beschäftigung mit strategischen Allianzen, die gerade für Startups wichtig sind, auch z.B. in Bezug auf Venture Capital.

Ich bewege mich selber auf die Wiederaufnahme eines Consulting-Business hin, und verstehe sehr gut die Situationen und die Gemütsverfassungen, die beim Start-up aufkommen. „Wenn du die richtige Idee im richtigen Business hast – never give up!“.

Für-Gründer.de: Nehmen Sie auch selbst aus dem Mentoren-Prozess etwa mit?

Hans Ulrich Reitzel, Mentor bei biz4d: Ich nehme sehr viel mit aus dem Prozess. Es ist wie in einer Art Spiegel und mit einigen déjà-vus. Die Gespräche und das Durchspielen von Geschäftsszenarien sind sehr stimulierend, auch für das eigene Business und für die eigene innovative Entwicklung.

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