Förderprogramme für Digitale Medien



Das in Düsseldorf sitzende Medien.NRW Cluster aktiviert Potenziale und unterstützt Wachstum. Geboten werden Networking, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, Unternehmensansiedlungen, Medienausbildung bis hin zur Realisierung neuer Geschäftsideen. So auch mit dem Innovationswettbewerb Digitale Medien. Till Hardy, Geschäftsführer und Referent der Förderung für Digitale Inhalte bei der Film- und Medienstiftung NRW, erzählte uns vor allem mehr über das neue Förderprogramm „Digitale Medien NRW“, bei dem Start-ups bis zu 200.000 € erhalten können.

Für-Gründer.de: Hallo Herr Hardy, stellen Sie sich doch unseren Lesern bitte kurz vor und erklären Sie, was Sie machen.

Till Hardy vom Mediencluster NRW: Hallo, ich heiße Till Hardy und bin Cluster-Manager im Mediencluster NRW und als Förderreferent für Digitale Inhalte bei der Film- und Medienstiftung NRW tätig. Das Mediencluster ist eine Tochtergesellschaft der Film- und Medienstiftung NRW. Wir sind die Standortagentur für die Medienbranchen und damit auch zentrale Anlaufstelle für Gründer in der digitalen Medienwirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

(Quelle: Screenshot Website www.medien.nrw.de)
(Quelle: Screenshot Website www.medien.nrw.de)

Für-Gründer.de: Seit wann gibt es das Innovationsprogramm „Digitale Medien NRW“? und wie ist das Programm entstanden?

Till Hardy vom Mediencluster NRW: Der aktuelle Innovationswettbewerb wurde im letzten Jahr von der Landesregierung NRW aufgelegt. Er ist Teil der Initiative „Digitales Medienland NRW“, mit der die Landesregierung in Kooperation mit der Film- und Medienstiftung NRW vor allem die Gründung und Innovation in der digitalen Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen nachhaltig stärken möchte. So steht es auch im Koalitionsvertrag. Zum Einsatz kommen dabei Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), und die EU wünscht, dass die Förderung vor allem in Form von Wettbewerben umgesetzt wird.

Für-Gründer.de: Wie wird im Detail mit dem Programm „Digitale Medien NRW“ gefördert und wer kann sich bewerben?

Till Hardy vom Mediencluster NRW: Gefördert wird mit bis zu 200.000,- € die Projektentwicklung in der Frühphase, um neuartige inhaltliche bzw. technologische Vorhaben in der ersten Entwicklungsphase zu unterstützen. Dabei können maximal 50 Prozent der Projektausgaben gefördert werden.

Mitmachen können in NRW ansässige kleine und mittlere Unternehmen, Einrichtungen der technologischen und wissenschaftlichen Infrastruktur, Universitäten, Fachhochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen der Wirtschaft und der Arbeitnehmer.

Die Förderschwerpunkte sind v.a. Creative Technologies, Digital Business, Werbung und Marketing, Games und Interactive Media, Mobile Media, Internet, Web 2.0 und Social Media oder Digital Content – also eine sehr breite Palette.

Für-Gründer.de: Welche Unternehmen erhielten denn in der letzten Runde die Förderung und bis wann kann man sich erneut bewerben?

Till Hardy ist Geschäftsführer vom Mediencluster NRW.Ziel ist es, getreu dem Motto “Gemeinsam stark”, Jungunternehmern auf die Medienzukunft in Nordrhein-Westfalen vorzubereiten.
Till Hardy ist Geschäftsführer vom Mediencluster NRW. Ziel ist es, getreu dem Motto “Gemeinsam stark”, Jungunternehmern auf die Medienzukunft in Nordrhein-Westfalen vorzubereiten.

Till Hardy vom Mediencluster NRW: In der letzten Runde wurden neun Projekte aus den verschiedensten Bereichen der digitalen Wirtschaft von einer unabhängige Experten-Jury zur Förderung mit insgesamt rund 1,5 Mio. € vorgeschlagen.

Darunter sind zahlreiche Games-Projekte wie z.B. von der Dressed Monkeys GmbH oder der Nurogames GmbH in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen. Durchsetzen konnten sich auch die  G&L Geißendörfer Leschinsky GmbH oder die Endore.Me GmbH mit ihren Projekten.
Die Liste der erfolgreichen Projekte gibt online bei uns.

Für die nächste Runde stehen ca. 5 Millionen € zur Verfügung. Bewerbungen sind noch bis zum 22. März 2013 möglich. Infos zu Antragsverfahren und Ansprechpartnern gibt es hier.

Für-Gründer.de: Wie sieht der Fahrplan nach Bewerbungsschluss aus, bis wann können die Unternehmen mit einer Entscheidung und mit dem Kapital rechnen?

Till Hardy vom Mediencluster NRW: Zunächst werden die Anträge inhaltlich gesichtet und „technisch“ vorgeprüft, d.h. es wird geschaut, ob sie die Voraussetzungen erfüllen, z.B. im Hinblick auf die nötigen Eigen- oder Drittmittel. Anschließend tagt eine unabhängige Experten-Jury, welche die Antragsteller auch zu einem Kurz-Pitch ihres Projekts nach Düsseldorf einlädt. Nach dem Jury-Votum können die Mittel dann an die Gewinner zugewiesen und ausgezahlt werden.

Dieser Prozess sollte nach Möglichkeit natürlich so schnell wie möglich über die Bühne gehen. Das war in der Vergangenheit nicht immer unproblematisch. Da es sich um EU-Mittel handelt, gibt es ein relativ kompliziertes Regelwerk mit vielen zwischengeschalteten Stellen, bis das Geld fließen kann. Da kam es leider zu Verzögerungen. Aber daran wurde und wird gearbeitet.

Für-Gründer.de: Was müssen die Start-ups für die Bewerbung einreichen und wie erfolgt die Auswahl?

Till Hardy vom Mediencluster NRW: Einzureichen ist eine Projektbeschreibung inklusive eines Umsetzungsplans sowie einer kurzen Skizze: Was ist das Besondere an dem Projekt, in welchem Marktumfeld soll es lanciert werden, und wie trägt es zu den Zielen des Programms bei? Zudem ist der Nachweis zu erbringen, dass die Gesamtfinanzierung des Projekts inklusive der Eigenbeteiligung gesichert ist.

Die Auswahl der geförderten Projekte trifft wie gesagt eine unabhängige Experten-Jury. Basis ihrer Entscheidung sind einerseits natürlich die Projektunterlagen, die mit dem Antrag eingereicht werden, zum anderen der Eindruck, den die Bewerber bei ihrem Pitch hinterlassen haben.

Für-Gründer.de: Wie sehen Sie insgesamt die Bedingungen für Gründungen im Bereich Digitale Medien in NRW  und welche weiteren Unterstützungsangebote gibt es?

Till Hardy vom Mediencluster NRW: Die Bedingungen in NRW sind schon recht gut, aber alle Beteiligten arbeiten intensiv daran, sie weiter zu verbessern. Es gibt mit den 82 Startercentern in NRW sowie speziell für den Medienbereich mit der Film- und Medienstiftung NRW/Mediencluster NRW oder dem AV Gründerzentrum NRW bereits zahlreiche Anlaufstellen für Gründer in Nordrhein-Westfalen und diverse Fördermöglichkeiten.

Gleichzeitig gibt es mittlerweile auch viele private Initiativen in dem Bereich, sowohl im Hinblick auf zeitgemäße Infrastrukturen für flexibles und kollaboratives Arbeiten, über spezifische Beratungsleistungen bis hin zur Vermittlung von Kapital. Aber wir sehen durchaus noch Optimierungsbedarf, und es ist ein zentraler Aspekt der genannten Initiative „Digitales Medienland NRW“, die hiesige Infrastruktur für Gründer und Innovationen weiter zu verbessern und effektiver zu gestalten.

Mit dem Wettbewerb und anderen Maßnahmen, arbeiten alle Institutionen daran, die Gesamtstrategie umzusetzen und die Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft und ihre Gründerszene weiter zu verbessern.

Für-Gründer.de: Was möchten Sie Gründern für eine möglichst erfolgreiche Gründung mit auf den Weg geben?

Till Hardy vom Mediencluster NRW: Überlegen Sie es sich gut, aber lassen Sie sich weder abhalten noch entmutigen. Und sprechen Sie mit Personen Ihres Vertrauens, um immer wieder weitere Meinungen und Expertisen einzuholen.

Speziell für den Wettbewerb „Digitale Medien NRW“ ist es obligatorisch, ein Beratungsgespräch mit dem Projektträger des Programms, beim PTJ im Forschungszentrum Jülich, wahrzunehmen. Es bietet eine Hilfe für die Auseinandersetzung mit den manchmal etwas sperrigen Regularien des Programms.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt

Mediencluster NRW GmbH
c/o Film und Medienstiftung NRW
Kaistraße 14
40221 Düsseldorf
Telefon: 0211.93 05 00
E-Mail: cluster@medien.nrw.de
Website: www.medien.nrw.de

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