Erfolgreich eine Venture Capital-Finanzierung erhalten: Jörg Wiemer von der TIS



Auf dem Portal Für-Gründer.de stellen sich regelmäßig Existenzgründer und Selbstständige mit ihrer Geschäftsidee und ihrem Unternehmen vor. Heute sprechen wir mit Jörg Wiemer von der Treasury Intelligence Solutions (TIS) – mit einem Fokus auf die Venture Capital-Finanzierung, die das Unternehmen erhalten hat.

Herr Jörg Wiemer ist CEO der Treasury Intelligence Solutions GmbH (TIS GmbH). Die TIS GmbH entwickelt und vertreibt webbasierte Lösungen für den Zahlungsverkehr. Unternehmen mit nationalen oder internationalen Bankverbindungen können diese Anwendungen ohne langwierige IT-Projekte und hohe Vorlaufkosten schnell produktiv einsetzen. Die auf SaaS-Basis angebotenen Lösungen sind leicht zu bedienen und bieten eine hohe Skalierbarkeit und Sicherheit. Dies erlaubt Unternehmen, ihren Zahlungsverkehr und ihre Bankverbindungen zu vereinheitlichen und zu zentralisieren und damit wesentlich effizienter zu gestalten.

Für-Gründer.de:  Herr Wiemer, als SVP und Global  Head of Treasury bei der SAP hatten Sie eine sehr attraktive und anspruchsvolle  Position bei einem Weltmarktführer. Was hat Sie trotz dieser außerordentlichen Karriere veranlasst, sich mit TIS selbstständig zu machen?

Jörg Wiemer, CEO von der TIS

Jörg Wiemer von der TIS: Ich sehe für die TIS ein sehr großes Potenzial. Daher habe ich mich entschieden, die TIS als CEO voran zu bringen.  Es macht viel Spaß, das schnelle Wachstum der TIS zusammen mit einem starken Team zu gestalten und aus der TIS ein großes Unternehmen zu machen. Wir sind da bereits  auf einem hervorragenden Weg,  denn das Feedback unserer Kunden zu unseren web-basierten Lösungen ist sehr gut. Kunden gefällt insbesondere, dass unsere Lösungen ohne IT-Projekte und hohe Vorlaufkosten schnell produktiv einsetzbar sind und einen hohen Mehrwert liefern.

Für-Gründer.de: In der Fachliteratur ist oft zu lesen, dass das Gründerteam wichtiger ist als die eigentliche Geschäftsidee. Stimmen Sie dieser These zu? Wie haben Sie Ihr Gründerteam „gefunden“ und was macht Ihrer Meinung nach ein gutes Team aus?

Jörg Wiemer von der TIS: Ich sehe drei gleich wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gründung: Erstens ist es wichtig, gute Leute in einem starken Team zu haben, das heißt, Gründer mit entsprechender Erfahrung,  komplementärem Profil  und emotionaler Intelligenz  sowie gute, motivierte Mitarbeiter. Die drei TIS Gründer haben sich während eines Executive MBA`s an der Mannheim Business School kennen gelernt. Zweitens braucht eine erfolgreiche Gründung gute Produkte, die Kunden wirklich nachfragen. Und drittens ist eine gute Kostenkontrolle und Liquiditätsplanung gerade in der Frühphase notwendig.

Geschäftsideen haben sicherlich einen Wert. Das Problem ist aber, dass diese Ideen nicht beliebig transferierbar sind. Die Geschäftsidee kann nicht einfach an jemand andern übertragen und von ihm umgesetzt werden. Relevant ist also nicht die Idee selbst sondern die guten Leute im Team, die die Idee umsetzen. Übrigens braucht man nicht unbedingt eine brilliante Geschäftsidee für ein Startup. Um erfolgreich zu sein reicht es oft, Kunden eine bessere Lösung oder Technologie zu liefern als die bisherige. Gerade in ineffizienten Märkten, in denen die wesentlichen Spieler bisher eine geringe Innovationskraft zeigten, ist der Status-Quo für Kunden oft erstaunlich niedrig.

Für-Gründer.de: Welches waren die größten Hürden, die Sie und TIS bis jetzt überwinden mussten?

Jörg Wiemer von der TIS: Da komme ich wieder auf meine drei Punkte oben zurück. Gute Leute zu finden ist gerade am Anfang schwierig. Das gelingt nur, wenn das Gründerteam potenzielle Mitarbeiter und externe Partner  für eine Mitarbeit begeistern kann. Ich glaube dies ist uns bisher sehr gut gelungen. Die Produkte so zu entwickeln und zu betreiben,  dass diese an Kunden verkauft werden können, ist die zweite Hürde, die wir erfolgreich überwunden haben. Und  drittens haben wir die Kosten und die Liquidität immer unter Kontrolle gehabt und die Finanzierungsrunden zum richtigen Zeitpunkt abgeschlossen.

Für-Gründer.de: Zum Thema Existenzgründungsfinanzierung: Sie haben für die Finanzierung von TIS unter anderem Venture Capital in Anspruch genommen. Wie können Gründer das „richtige“ Venture Capital Unternehmen finden? Wie sind Sie vorgegangen und wie kam in der Regel der Erstkontakt zustande?

Jörg Wiemer von der TIS: Ich glaube, es ist sehr sinnvoll Geld von Investoren in das Unternehmen zu holen, gerade dann, wenn man ein großes Potenzial im Markt sieht und ein großes, skalierbares Unternehmen aufbauen will. Selbstfinanzierung ist zum Beispiel für Beratungsunternehmen eine Alternative. Wichtig für mich ist es im Zusammenhang mit der Finanzierung die Wahrscheinlichkeit dafür zu erhöhen, dass TIS groß und sehr erfolgreich wird. Mein Ziel ist es nicht, meine verbleibende Zahl an Anteilen am Unternehmen zu optimieren.

Das „richtige“ Venture Capital Unternehmen zu finden war für uns nicht schwierig. Wir sind mit Target Partners sehr zufrieden, insbesondere weil die „Chemie“ stimmt und wir vertrauensvoll zusammen arbeiten.  Wir haben im Vorfeld mit einigen VC`s gesprochen und Referenzen in unserem Netzwerk und in der VC-Community sowie bei Portfoliofirmen eingeholt.  Der Erstkontakt kam meist über unser bestehendes Netzwerk in die VC Community zu Stande. Nach einigen Gesprächen hatten wir am Ende drei Term Sheets zur Auswahl. Das ist wichtig, um mit diesen Alternativen eine gute Ausgangsposition für Verhandlungen zu haben und um ein gutes Gefühl für die Bewertung zu bekommen.

Für-Gründer.de: Viele Gründer sorgen sich bei der Ansprache von Investoren um den Schutz der Geschäftsidee. Wie sind Sie mit diesem Thema umgegangen – war für Sie z.B. ein Non-Disclosure-Agreement Pflicht?

Jörg Wiemer von der TIS: Wir haben unseren Businessplan nicht breit gestreut, sondern nur an Partner gegeben, denen wir vertraut haben.  Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.

Für-Gründer.de: Wie viele Termine waren erforderlich, um eine Entscheidung seitens des VCs zu erhalten; haben Sie den berühmten „Elevator Pitch“ machen müssen? Was hat das VC Unternehmen Ihrer  Meinung nach überzeugt?

Jörg Wiemer von der TIS: Wir hatten drei Termine, außerdem haben wir insbesondere in der Due Dilligence-Phase zahlreiche Telefonate geführt. Target Partners hat vermutlich das Gesamtpaket überzeugt: Ein international erfahrenes Management-Team mit einem erstklassigen Track Record im Treasury sowie in der Entwicklung hoch innovativer Software. Lösungen, die eindeutig die Bedürfnisse von modernen Treasury-Abteilungen für ein kostengünstiges, hochintegriertes und sicheres System zur effizienten Steuerung der Bankkonten und des Zahlungsverkehrs treffen.  Außerdem ist der adressierbare Markt und damit das Potenzial für die TIS riesig.

Für-Gründer.de: Welche Konditionen sind Ihrer Erfahrung nach in der Branche üblich? Welchen Anteil erhalten VCs in der Regel und wer legt die Unternehmensbewertung fest?

Jörg Wiemer von der TIS: Es gibt keine Regel für die Unternehmensbewertung von Startups.  Eine Firma ist das wert, was ein Investor zu zahlen bereit ist, das heißt, der Markt bestimmt den Unternehmenswert.  Da es für die Anteile des eigenen Startups keinen Markt gibt, müssen die Gründer diesen Markt schaffen.  Man sollte daher mindestens zwei unabhängige  Angebote von VC`s einholen.

Für-Gründer.de: Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Venture Capital Unternehmen als Investor gemacht? Was bringt ein Venture Capital Unternehmen ins Startup mit ein und welche Gegenleistung wird erwartet – z.B. wöchentliches Reporting, Mitbestimmung etc.?

Jörg Wiemer von der TIS: Wir haben mit Target Partners bisher durchweg sehr gute Erfahrungen  gemacht und wir sind sehr zuversichtlich, dass dies auch so bleibt. Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend. Target bringt persönliches Engagement, eine globales Netzwerk und langjährige Erfahrung als Unternehmer, Manager und Investoren bei uns ein und hilft uns damit, ein großes Unternehmen aufzubauen. Die Reportinganforderungen sind marktüblich, dazu gehört z.B. ein monatlicher Sales- und Finanzreport. Selbstverständlich verfügt Target als Eigenkapitalgeber auch über Stimmrechte in Gesellschafterversammlungen.

Für-Gründer.de: Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach, direkt zu Beginn mit dem VC Investor die möglichen Exit Szenarien zu besprechen?

Jörg Wiemer von der TIS: Die Exit Szenarien stehen für uns nicht im Mittelpunkt. Wichtig ist, dass wir mit unseren Lösungen unsere Kunden zufrieden stellen und damit gemeinsam mit dem Team ein großes, stark wachsendes Unternehmen aufbauen.

Für-Gründer.de: Zu guter Letzt: Können Sie uns einen kleinen Ausblick geben, wo steht TIS in 3 Jahren?

Jörg Wiemer von der TIS: Die TIS ist, auch aufgrund ihres skalierbaren Geschäftsmodells, ein schnell wachsendes internationales Unternehmen. TIS wird im Markt für vollständig webbasierte, hochintegrierte und multibankfähige Zahlungsverkehrslösungen  den Anteil konsequent ausweiten.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Alle Gründer-Interviews finden Sie unter „Gründer stellen sich vor„.

Kontakt

Treasury Intelligence Solutions GmbH
Industriestraße 39c
69190 Walldorf
Telefon: 049.62 27 69 82 40
E-Mail: info@tis.biz
Website: www.tis.biz

 

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