„Fachkraft Chef“ gesucht: Engpässe bei der Unternehmensnachfolge



Die Unternehmensnachfolge – also die Übernahme eines bereits bestehenden Unternehmens – kann ebenso ein geeigneter Start in die Selbstständigkeit für Existenzgründer sein. Dabei geht es um eine Firmenübernahme, die zumeist über einen Firmenkauf erfolgt. Bei der Unternehmensnachfolge haben Existenzgründer und Selbstständige die Möglichkeit, ein bestehendes Unternehmen zu erwerben und fortzuführen.

Dabei muss das Vorhaben der Unternehmensnachfolge nicht zwangsläufig umfangreicher sein als eine Gründung, die bei Null beginnt. Denn auf diese Weise können sogar Aufgaben wegfallen, die eigentlich zum Pflichtteil der Neugründung gehören. Allerdings ist klar, dass ein bereits bestehendes Unternehmen auch Verpflichtung und Verantwortungen, – wie z.B. gegenüber Mitarbeitern – birgt, die sich bei der Neugründung erst entwickeln würden. Insgesamt hat die Unternehmensnachfolge also Vor- und Nachteile. Jedoch scheinen derzeit für viele Gründungsinteressierte die gefühlten Nachteile zu überwiegen. Wie sonst ist zu erklären, dass die Hemmnisse zur Unternehmensnachfolge nicht merklich sinken?

Antworten darauf gibt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im „DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2011“, der auf mehr als 21.500 Kontakten von Experten aus den IHKs, Senior-Unternehmern und Existenzgründern fußt, die Interesse an einer Unternehmensnachfolge haben. Der DIHK-Bericht informiert über die Einschätzung der IHK-Organisation zur Nachfolgesituation im deutschen Mittelstand. Grundlage für die Aussagen sind Erfahrungsberichte der IHK-Berater zur Unternehmensnachfolge der 80 IHKs sowie eine statistische Auswertung zur Unternehmensnachfolge.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es häufig an der notwendigen Qualifikation mangelt oder gewisse Anforderungen – wie die Finanzierung – unterschätzt werden. Weiterhin stellt sich heraus, dass auch Verpflichtungen bezüglich der Erbschaftsteuer vor der Unternehmensnachfolge sowie überzogene Preisvorstellungen der Seniorunternehmer abschrecken können.

Die 5 größten Hindernisse für die Unternehmensnachfolge auf Seiten der Unternehmensinhaber sind (Mehrfachnennung war möglich):

  • die Unternehmensnachfolge wird nicht rechtzeitig genug geplant und vorbereitet (46%)
  • es wird ein zu hoher Kaufpreis durch die Eigentümer verlangt (41%)
  • die Inhaber können „emotional“ nicht loslassen (37%)
  • ein passender Nachfolger kann nicht gefunden werden (37%)
  • mit dem Verkauf wird gewartet, um die Altervorsorge aufzustocken (23%)

Auf der Seite der Nachfolger gehören die folgenden fünf Faktoren zu den Ursachen für das Scheitern der Unternehmensnachfolge:

  • Finanzierungsschwierigkeiten (59%)
  • das passende Unternehmen wird nicht gefunden (45%)
  • die Anforderungen an einer Unternehmensnachfolge werden unterschätzt (44%)
  • unzureichende Qualifikationen (32%)
  • Befürchtung einer hohen Belastung aus der Ebschaftsteuer (19%)

Vertiefende Informationen zu den Hemmnissen bei Unternehmensnachfolgen in Deutschland, den Vor- und Nachteilen der Unternehmensnachfolge oder der Verfahrensweise einer Fortführung bekommen Sie auf Für-Gründer.de.

Die komplette Studie der DIHK finden Sie hier als Download.