Mentoring für Gründerinnen – ein Interview mit dem HVB Frauenbeirat



Frauen sind auf dem Vormarsch: Immer mehr Gründerinnen wagen den Weg in die Selbstständigkeit. Aus mehr als 145.000 Gesprächen mit Gründerinnen prognostizieren die deutschen Industrie- und Handelskammern (DIHK) eine aufsteigende Tendenz.

Waren vor sieben Jahren nur 32 % der Gründungsinteressierten Frauen, lag die Quote 2010 bereits bei 40 %. Zudem werden nach Schätzung der DIHK die deutschen Gründerinnen im kommenden Jahr rund 200.000 Arbeitsplätze durch ihre Selbstständigkeit schaffen. Nach Angaben der DIHK gründen die meisten Frauen im Osten (43%) und sind häufig im wachsenden Dienstleistungssektor tätig beispielsweise im Gesundheits- und Pflegebereich.

Mit dieser steigenden Zahl an Gründerinnen hat sich auch die Anzahl an Initiativen vergrößert, die Frauen bei der Existenzgründung unterstützen wollen. Eine Initiative ist das Mentoringprogramm für Gründerinnen des Frauenbeirats der Hypovereinsbank (HVB). Unter dem Motto „Von Frauen für Frauen“ können sich Gründerinnen für eine Mentorin bewerben, die als erfahrene Unternehmerin den Nachwuchs auf dem Weg in die Selbstständigkeit sechs Monate lang begleitet. Für das Jahr 2012 können sich Gründerinnen noch bis zum 8. März mit ihrem Gründungskonzept bzw. Buisnessplan online für das Mentoringprogramm bewerben. Eine Jury entscheidet dann, welche sechs Gründerinnen von Mentorinnen des Frauenbeirats betreut werden. Das Mentoringprogramm startet im April. Mehr Details zum Mentoringprogramm des HVB Frauenbeirats erfahren Sie hier und im folgenden Interview mit Maria-Theresia von Seidlein und Sandra Bindler.

HVB Mentorin Maria-Theresia von Seidlein

Für-Gründer: Warum hat der HVB Frauenbeirat die Initiative für ein Mentoringprogramm für Gründerinnen ins Leben gerufen?

Maria-Theresia von Seidlein vom HVB Frauenbeirat: Zum einen ist es ein erklärtes Ziel des  HVB Frauenbeirates, Projekte  in der Gesellschaft zu fördern, die die Rolle der Frau in der deutschen Wirtschaft unterstützen. Zum anderen will der HVB Frauenbeirat das Unternehmen HypoVereinsbank in seiner Außenwirkung gegenüber Frauen stärken. Um beides zu erreichen wurde ein Projekt ausgewählt, das speziell weibliche Gründer unterstützt. Auch ist es eine Tatsache, dass Deutschland eine führende Industrie- und Wirtschaftsnation in Europa ist, aber trotzdem ein Mangel an weiblichen Führungskräften und Gründerinnen herrscht. Dem möchten wir entgegenwirken.

Für-Gründer.de: Wie erfolgte die Auswahl der Mentorinnen?

Maria-Theresia von Seidlein vom HVB Frauenbeirat: Die Idee zu dieser Initiative kam in einer Beiratssitzung auf. Da einige der Frauenbeiräte selber mal eine Existenzgründung durchgeführt haben und entsprechende Erfahrungen sammeln konnten, war ziemlich schnell klar, dass sich der Kreis der Mentorinnen aus diesen Frauen zusammensetzen würde würde.

Für-Gründer.de: Welche Voraussetzungen sollten Gründerinnen für eine erfolgreiche Bewerbung mitbringen?

Maria-Theresia von Seidlein vom HVB Frauenbeirat: Am wichtigsten ist uns die Idee der Gründung und die Persönlichkeit der Gründerin. Es sollten schon besondere Frauen sein, die besondere Ideen verfolgen. Dazu kommen eher formale Voraussetzungen – so sollten die Gründerinnen entweder im Laufe des kommenden Jahres gründen wollen oder dies bereits innerhalb der letzten zwei Jahren getan haben. Bewerben können sich einzelne Frauen oder aber auch gemischte Teams.

Für-Gründer.de: Wie können die Mentorinnen den Gründerinnen im Detail zur Seite stehen?

Maria-Theresia von Seidlein vom HVB Frauenbeirat: Mit mir sind es sechs Unternehmerinnen aus dem HVB Frauenbeirat, die den ausgewählten Gründerinnen ein halbes Jahr lang ihren ganzen Erfahrungsschatz zur Verfügung stellen  – also Coaching und Beratung von Unternehmerinnen für Unternehmerinnen! Das können zum einen ganz konkrete fachliche Tipps sein. Da wir eng mit den HVB-Gründungsexperten zusammenarbeiten, werden diese vor allem in betriebswirtschaftlichen und finanziellen Fragen für die Gründerinnen da sein. Zum anderen werden die Eigenschaften für eine Existenzgründung trainiert. Frauen müssen ausreichend selbstbewusst und risikobereit sein, über Kampfgeist und Durchhaltevermögen verfügen und Spaß an der Sache haben. Sie müssen genau wie ihre männlichen Kollegen ihr Metier beherrschen und über betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse verfügen.

Für-Gründer.de: Gibt es auch Startkapital für die Gründerinnen?

Sandra Bindler vom HVB Frauenbeirat: Nein, leider nicht. Aber die Erfahrungen und Kontakte, die die Gründerinnen bekommen sind unbezahlbar. Immerhin bieten die Mentorinnen eine hervorragende Expertise und unzählige Kontakte in verschiedene Netzwerke der Frauenbeiräte. Außerdem stehen bei der Gründung selbstverständlich die Gründerexperten der HypoVereinsbank zur Verfügung, die gerne auch eine umfangreiche Beratung etwa zu möglichen öffentlichen Fördergeldern anbieten.

Für-Gründer.de: Und ganz allgemein: Welche Rolle spielt der Frauenbeirat für die HVB?

Sandra Bindler vom HVB Frauenbeirat: Wir sind die erste Bank in Deutschland mit einem eigenen Frauenbeirat – damit haben wir einen neuen Akzent in der deutschen Bankenwelt gesetzt. Dieser Beirat berät den Vorstand zu wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen und spricht Empfehlungen zur besseren Verankerung und Förderung von Frauen in der Finanzbranche aus. Der Beirat möchte der stetig steigenden Bedeutung der Frauen bei Finanz- und Kaufentscheidungen Rechnung tragen. Er unterstützt die Bank dabei, auf die spezifischen Bedürfnisse von Frauen – Kundinnen und Mitarbeiterinnen – besser einzugehen. Dabei profitiert die Bank einerseits von der wertvollen Beratungskompetenz erfahrener Unternehmerinnen und leistet zum anderen einen eigenen Beitrag, die Rolle der Frau in der deutschen Wirtschaft weiter zu stärken.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt

UniCreditBank AG
Kardinal-Faulhaber-Str. 1
80333 München

EMail: hvb-frauenbeirat@unicreditgroup.de
Website: www.hvb-frauenbeirat.de

 

 

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