Gründung aus der Universität



Die Gründung aus der Universität wird von zahlreichen Förderprogrammen unterstützt. Damit kann der Student, der Absolvent oder der wissenschaftliche Mitarbeiter seinen Lebensunterhalt finanzieren und die Geschäftsidee im Businessplan ausarbeiten. Zudem bestehen zahlreiche Netzwerke zur weiteren Unterstützung der Gründung aus der Universität.

Frisch gebackene Hochschulabsolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität wissen genau wie zeit- und arbeitsintensiv das Studium und die Wissenschaft sein können. Gute Leistungen müssen eigenverantwortlich erbracht werden und erfordern viel Selbstständigkeit. Von diesen Erfahrungen können Studierende und Absolventen profitieren. Jedoch wagen sie noch zu selten den Sprung in die Selbständigkeit aus der Hochschule heraus. Wer dennoch den Schritt von der Universität in die Selbstständigkeit wagt und sich für eine Gründung aus der Hochschule entscheidet, sollte sich die bestehenden Vorteile bei der Gründung aus der Universität zunutze machen.

Ein entscheidender Punkt für die Gründung aus der Universität ist das bereits bestehende Netzwerk an Kollegen und Experten aus den verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen. Weiterhin bringen Absolventinnen, Absolventen sowie wissenschaftliche Mitarbeiter bereits das nötige Know-how für die Gründung aus der Hochschule mit oder können auf einen Pool an Professoren, Kommilitonen oder Mitarbeitern zurückgreifen, die um Rat bezüglich der Gründung aus der Hochschule gebeten werden können.

Die größte Stärke bildet möglicherweise ebenso die größte Schwäche für die Gründung aus der Universität. Als Absolvent oder wissenschaftlicher Mitarbeiter haben sie die Theorien aus den Lehrbüchern verinnerlicht, ohne die praktische Prüfung in der Realität kennen gelernt zu haben. Weiterhin haben Studierende, Absolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter mit einer Doppelbelastung zu kämpfen, sollten sie die Gründung aus der Universität planen. Zum einen beansprucht die Existenzgründung viel Wissen, Zeit und Nerven, um erfolgreich zu werden. Zum anderen kommen weiterhin universitäre Verpflichtungen auf sie zu.

Das größte Hindernis scheinen die notwendigen finanziellen Mittel zu sein, da das Startkapital nicht zwangsläufig bereits zur Verfügung steht. In der Anfangszeit können Gründer nicht auf ein geregeltes Einkommen vertrauen und empfinden die finanzielle Situation als größte Hürde. Jedoch setzen an dieser Stelle zahlreiche Initiativen, Organisationen und Förderprogramme an, um eine Gründung aus der Universität auf den Weg zu bringen. Mit Zuschüssen, Sachausgaben und Seminaren unterstützen sie potenzielle Gründerinnen und Gründer mit innovativen Gründerideen.

Im Folgenden haben wir Ihnen einige Initiativen, Organisationen und Förderer für
die Gründung aus der Universität zusammengestellt:

Bundesweit

Das EXIST-Gründerstipendium ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und wird durch den Europäischen Sozialfonds unterstützt. Das Gründerstipendium soll Gründerinnen und Gründer aus Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen fördern, die ihre Gründungsidee in einen Businessplan umsetzen möchten. Das Gründervorhaben sollte technologisch-innovativ ausgerichtet sein und gute wirtschaftliche Erfolgsaussichten haben. Stipendiaten erhalten eine Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts während der Gründung aus der Universität und Sachausgaben im Wert von bis zu 17.000 €.

Regional

Das Netzwerk B!GRÜNDET macht sich zum Ziel potenzielle Gründerinnen und Gründer bei der Realisierung ihrer innovativen technologieorientierten Geschäftsidee zu unterstützen und Unternehmensgründungen aus Hochschulen zu initiieren. Neben allen Hochschulen und Fachhochschulen Berlins sind weitere Partner des Netzwerkes die Universitätsmedizin Charité, die Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz, das ExistenzGründer-Institut Berlin oder das IP Asset Management Unternehmen der Berliner Hochschulen. Mit einem professionellen Coaching und einer Beratung zur Erstellung eines Businessplans hilft das Netzwerk Gründern bei der Gründung aus der Universität. Während des ersten Jahres erhalten Zahlungsempfänger eine finanzielle Unterstützung aus den Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) und darüber hinaus weiterhin fachliche Betreuung durch Mentoren der Hochschulen.

Das Förderprogramm “ISH-Gründerstipendien” unterstützt Gründungen aus Universitäten und Forschungsinstituten. Die Geschäftsidee sollte, ob Produkt oder Dienstleistung, technologisch innovativ sein. Der Hochschulabschluss sollte jedoch nicht länger als 5 Jahre zurückliegen. Stipendiaten erhalten wissenschaftliche und betriebswirtschaftlich relevante Unterstützung, eine monatliche finanzielle Unterstützung vom 1.600 € im ersten halben Jahr sowie einen Sachmitteletat von bis zu 3.000 €. Ziel ist es, gemeinsam einen Businessplan zu erstellen und die Gründung aus der Universität erfolgreich zu begleiten.

Mit einem Stipendium der Beuth Hochschule für Technik Berlin genießen Stipendiaten aktive Unterstützung bei der Gründung aus der Universität. Sie erhalten eine finanzielle Subvention von 1.500 € monatlich für 10 bis maximal 18 Monate und können in den Büroräumen der Gründerwerkstatt in der Kurfürstenstraße an der Ideenumsetzung arbeiten. Professorinnen und Professoren der Technischen Fachhochschule Berlin unterstützen und betreuen sie bei der Gründung aus der Universität. Die Bewerbung ist stets halbjährlich möglich.

Die Gesellschaft für Struktur und Arbeitsmarktentwicklung (GSA) vergibt Gründerstipendien an Hochschulabsolventen mit innovativen und technologieorientierten Gründungsideen. Absolventen erhalten für die Gründung aus der Universität maximal 18 Monate einen regelmäßigen Zuschuss von 1.000 € und promovierte Absolventen 1.200 €. Weiterhin erhalten Gründer mit Kindern abermalige Zuschüsse, um sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

Potenzielle Unternehmensgründer aus den Bochumer Hochschulen erhalten Unterstützung vom Gründercampus Ruhr. Der Gründercampus macht es sich zum Ziel die Entwicklung eines gründungsfreundlichen Umfeldes in den Hochschulen zu fördern. Neben Gründerseminaren bekommen potenzielle Gründerinnen und Gründer die Chance an Ideen- oder Businessplanwettbewerben teilzunehmen. Das Förderprogramm will Studierende und Wissenschaftler für die unternehmerische Selbstständigkeit sensibilisieren, Gründungen aus der Universität fördern und kooperiert mit der rubitec GmbH, der Ruhr-Universität Bochum, der Hochschule Bochum sowie der IHK Bochum.

Für ein Stipendium des Gründercampus Niedersachsen können sich Studierende, Absolventen und wissenschaftlichen Mitarbeiter niedersächsischer Hochschulen noch bis zum 1.April 2011 bewerben. Das gegründete oder noch zu gründende Unternehmen muss seinen Sitz jedoch in Niedersachesen haben. Bis zu 18.000 € bekommen Stipendiaten für die Grundüng aus der Universität über eine Laufzeit von maximal 12 Monaten. Eine Antragsstellung ist jederzeit möglich und kann bis zu viermal (1. Januar, 1. April, 1. Juli oder 1. Oktober eines Jahres) im Jahr erfolgen. Gefördert wird die beste innovative und Geschäftsidee, deren Vorstellung bei der Bewerbung umfangreich gestaltet werden sollte.

Das FLÜGGE-Programm fördert die Gründung aus der Universität, indem es jungen Hochschulabsolventen und Hochschulmitarbeitern die Möglichkeit eines leichteren Übergangs in eine Existenzgründung bietet. Während einer Dauer von bis zu zwei Jahren hilft es potenziellen Gründern dabei, eine Halbtagsstelle an der Hochschule zu bekommen und diese für den Erhalt des Lebensunterhalts zu sichern. Noch bis zum 18. März 2011 können sich Interessierte bewerben und auf Unterstützung hoffen.

Die Zuschüsse des Förderprogramms ego.-START können für ein Coaching, Machbarkeits- und Markteinführungsstudien sowie Messeteilnahmen genutzt werden. Gefördert werden Hochschulabsolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter, die sich mit der Gründung aus der Universität in Sachsen-Anhalt selbstständig machen wollen. Zahlungsempfänger erhalten ein Gründerstipendium aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt unter Einbindung des Europäischen Sozialfonds (ESF), um den Lebensunterhalt während der Gründerphase zu sichern.

Weitere Unterstützungsangebote

Der Goethe Unibator an der Universität in Frankfurt. Die Goethe-Universität möchte für Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter und Alumni, die den Weg zum eigenen Unternehmen gehen, mit zahlreichen Dienstleistungen hilfreich zur Seite stehen.

Der MAFINEX – Gründerverbund Entrepreneur Rhein-Neckar e.V. macht sich die Betreuung von Gründungen aus Universitäten in Mannheim, Heidelberg und Heilbronn zum Ziel. Weiterhin bemüht er sich mit Informationsveranstaltungen und einem Hochschulnetzwerk um die Schaffung eines gründerfreundlichen Klimas an Hochschulen. Gründer werden bei ihren Projekten mit Seminaren, und Vorträgen unterstützt sowie bei der Suche nach Zuschussprogrammen des Landes Baden-Württemberg begleitet und beraten.

IHK-Campus-Startup ist ein Zusammenschluss zwischen der IHK Reutlingen, der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Hochschule Reutlingen, der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Das Kooperationsprojekt unterstützt Studierende, Absolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter, die die Gründung aus der Universität planen, bei allen Fragen rund um die Existenzgründung. Gründer werden bei ihren Geschäftsideen beraten und in die Selbstständigkeit mit Informationen begleitet.

Die Studenteninitiative der Universität Mannheim thinc.de unterstützt die Gründung aus der Hochschule mit wegweisenden Hilfestellungen in die Selbstständigkeit. Bei Vorträgen, Seminaren und anderen Veranstaltungen lernen Gründer ihre Idee in ein Geschäft zu verwandeln. Eine Besonderheit ist die Praktikumsbörse der Universität, wo Interessierte sich für die Karriere des Unternehmers begeistern und Erfahrungen im Bereich der Gründung sammeln können.

Starten Sie Ihre Existenzgründung und nutzen Sie die zahlreichen Programme und Iniativen zur Gründung aus der Universität. Zur Vorbereitung Ihrer Selbstständigkeit hilft Ihnen das Portal Für-Gründer.de. Prüfen Sie Ihre Geschäftsidee, erstellen Sie Ihren Businessplan und nutzen Sie den Gründerleitfaden. Weitere Möglichkeiten zur Finanzierung Ihrer Gründung finden Sie in der Kapital- und Förderdatenbank des Portals.

Gründung aus der Universität Bild © ChaotiC_PhotographY – Fotolia.com