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Franchising für deutsche Existenzgründer
Franchise in Deutschland ist wie in vielen anderen Ländern auf der Welt ein beliebtes Konzept für Existenzgründer. Wie die Situation für Franchise in Deutschland für Franchisenehmer und Franchisegeber aussieht, erfahren Sie im Folgenden. Zunächst soll jedoch die Frage geklärt werden: Was ist Franchising?
Was ist Franchise?
Franchise bzw. Franchising ist ein spezifisches Vertriebssystem mit dem Ziel der Verkaufsförderung, dass auf der Zusammenarbeit rechtlich und finanziell eigenständiger Unternehmen basiert. Beim Franchise vergibt ein Franchisegeber Lizenzen meist an mehrere Franchisenehmer, die damit die Produkte oder Dienstleistung des Franchise-Unternehmens in einem eigenen Geschäft anbieten dürfen. Das heißt, der Franchisenehmer setzt das bestehende Konzept des Franchisegebers selbstständig an seinem Standort um.
Als Gegenleistung für die Franchiserechte, die der Franchisegeber dem Partner einräumt, zahlt der Franchisenehmer Franchisegebühren. Beim Franchising schließen beide Parteien einen Franchisevertrag ab, der die Rahmenbedingungen der Geschäftstätigkeit wie die Dauer der Zusammenarbeit oder die Rechte und Pflichten des Franchisenehmers festhält. Sodann kann der Franchisenehmer den Namen des Franchise-Systems, das Warenzeichen oder die Dienstleistungsmarke und gewerbliche Schutz- oder Urheberrechte sowie das wirtschaftliche und technische Know-how des Franchisegebers nutzen.
Das heute wohl bekannteste Franchise-System ist „McDonald`s", das 1955 gleichzeitig den Grundstein vom Franchising in der zuvor beschriebenen Weise legte. Diesem großen Erfolg von Franchise folgten viele weitere Unternehmen. Beispiele für bekanntes Franchise in Deutschland sind Fressnapf, Häagen-Dazs, Injoy, Kamps oder Joey`s.
Franchise in Deutschland: Zahlen und Fakten
Laut dem Deutschen Franchise Verband (DFV) gab es im Jahr 2011 ca. 990 Franchisegeber in Deutschland. Die Zahl der Franchisenehmer lag 2011 laut DFV bei 66.900 mit insgesamt 496.300 Franchisebeschäftigten. Zudem verbucht Franchise in Deutschland steigende Umsätze.
- 2005 lag der Umsatz von Franchise in Deutschland insgesamt noch bei 32,3 Mrd. € .
- In den folgenden Jahren steigerte sich der Umsatz von Franchise in Deutschland kontinuierlich (2006: 37,6 Mrd. €; 2007: 41,5 Mrd. €; 2008: 47 Mrd. €; 2009: 48 Mrd. €; 2010: 55 Mrd. €).
- Für das Jahr 2011 verzeichnete Franchise in Deutschland einen Umsatz von insgesamt 60,4 Mrd. €.
In einer Umfrage unter den DFV-Mitgliedern hat der Verband folgendes zum Thema Franchise in Deutschland ermittelt:
- Die meisten Franchisenehmer sind zwischen 35 und 45 Jahre alt und somit beruflich etabliert. Bei ihnen ist der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung sehr hoch.
- Die Zielgruppe von Franchise in Deutschland sind überwiegend Führungskräfte, Angestellte und bestehende Unternehmer.
- Das Interesse von Gründungsinteressenten am Franchise in Deutschland ist seit Jahren konstant.
- Franchise in Deutschland findet in 40 % der Fälle im Dienstleistungssektor statt. Darauf folgt Franchising im Handel (30%) und in der Gastronomie (16%).
Der Franchise-Monitor, der vom Mediendienst forum franchise und systeme getragen wird, ist eine weitere Informationsquelle für Fakten über die deutsche Franchise Wirtschaft. Diese Zahlen des Franchise-Monitors basieren auf Vollerhebungen der deutschen Franchisebetriebe. Aktuelle Auswertungen zeigen folgende Trends für Franchise in Deutschland:
- Die meisten Franchise-Systeme werden im Dienstleistungssektor (36,3 %) umgesetzt, gefolgt von Franchise-Betrieben im Handel (33,9 %), der Gastronomie-Touristik- und Freizeit-Branche (18,3%) sowie im Handwerk, Bau- & Sanierungsbereich (11,6 %).
- Bei 55 % der Franchise-Systeme liegt die Gesamtinvestition des Franchisenehmers im ersten Jahr unter 50.000 €. Knapp ein Viertel der Franchise Systeme wird mit einer Gesamtinvestition zwischen 50.000 € und 100.000 € finanziert. Rund 15 % der Franchisenehmer müssen eine Gesamtinvestition von 100.000 € bis 200.000 € aufwenden und 5 % sogar über 200.000 €
- Die durchschnittliche Einstiegsgebühr für einen Franchisenehmer liegt bei rund 10.300 €.
- Nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit liegt die laufende Gebühr für den Franchisenehmer im Durchschnitt bei rund 4,9 % vom Umsatz. Die Werbegebühr liegt bei 1,5 % vom Umsatz.
Prognose Franchise in Deutschland 2013
Der Deutsche Franchise Verband hat für das Geschäftsjahr 2013 folgende Ziele herausgestellt: Zum einen wollen die deutschen Franchisenehmer expandieren und ihre Netzwerke ausbauen. Unter den befragten Mitgliedern des Deutschen Franchise Verbands haben fast alle Franchisegeber im vergangenen Jahr wachsen können. 37 % gaben an, jedoch „nur“ mit bis zu fünf neuen Franchisepartnern expandiert zu haben. 10 % haben sich sogar gar nicht erweitert. 33 Prozent der befragten Franchisegeber äußerten einen Rückgang an Gründungsinteressenten. Zum anderen verfolgen die deutschen Franchisenehmer eine Förderung und Stärkung der bestehenden Franchisepartner, beispielsweise durch Optimierung der internen Kommunikation und den Ausbau von Schulungsangeboten. Zusammengefasst steht der Kurs von Franchise in Deutschland ganz im Zeichen von Wachstum und Expansion.
Erfolgschancen von Franchise in Deutschland
Insgesamt ist Franchise für Existenzgründer in Deutschland eine Chance, sich vielversprechend und erfolgreich selbstständig zu machen. Darauf verweist auch die neue, laufende Studie des DFV „Franchising – Erfolgsgarant für Unternehmensgründungen“: Erste Ergebnisse, die im Juni 2012 zum Thema Franchise in Deutschland veröffentlicht wurden, zeigen, dass 94 % der Franchisenehmer im Durchschnitt nach einem Jahr noch geschäftlich aktiv sind - im Vergleich zu Gründungen ohne Franchisekonzept, bei denen sich etwa 85 % als Unternehmen behaupten. Zwei Jahre nach der Gründung existieren noch 90 % der Franchisenehmer und 75 % der unabhängigen Existenzgründer. Im dritten Jahr sind es noch 83 % Franchisgründer und 68% allgemeine Gründer, die weiterhin selbstständig aktiv sind. Gründe für das Ausscheiden im Franchise sind laut Studie Insolvenz, wirtschaftliche und persönliche Gründe.
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