How to Startup [Teil 1]: Tipps und Methoden zur Ideenfindung



Etwas mehr als jeder zweite Student kann sich vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen*. Zudem wächst auch die Zahl der Hochschulen, die gezielt Gründerwissen vermitteln, zum Teil sogar mit eigenem Lehrstuhl. Trotzdem ist noch reichlich Luft nach oben. Deshalb stellen wir euch in unserer Serie „How to Startup“ die wichtigsten Schritte Ideenfindung bis zum erfolgreichen Unternehmen vor.



Die Idee ist der Grundstein jeder Entwicklung.

Eine alte Weisheit, die auch der Ausgangspunkt jedes erfolgreichen Unternehmens ist. Aber was so einfach klingt, kann in der Praxis bereits der erste große Hemmschuh für junge Gründer sein. Denn was tun, wenn der Wille zu gründen da ist, aber einfach die zündende Geschäftsidee fehlt? Warum das noch lange kein Grund ist, den Kopf in den Sand zu stecken, erklären zwei EXIST-Gründercoaches. Sie geben Tipps zur Ideenfindung und stellen Methoden vor, wie man die richtige Geschäftsidee finden kann.

Bildquellen: TU Darmstadt, TU Berlin

Bartosz Kajdas vom Innovations- und Gründungszentrum HIGHEST an der TU Darmstadt und Karin Kricheldorff vom Centre for Entrepreneurship an der TU Berlin sind EXIST-Gründercoaches. Beide beraten Gründer aus der Hochschule im Rahmen des EXIST-Gründerstipendiums.

  • Zum Hintergrund: Das EXIST-Gründerstipendium fördert Hochschulgründer, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten. Im Fokus dabei stehen innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten. Die Gründungsvorhaben werden mit Coachings und Weiterbildungen sowie bis zu 30.000 Euro für die Dauer von einem Jahr unterstützt.

How to Startup Schritt #1: Methoden zur Ideenfindung

„Die beste Methode, um neue Geschäftsideen zu generieren, ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und unsere bisherigen Lösungen zu hinterfragen“, meint  Bartosz Kajdas. Gleichzeitig vertritt er die Meinung, dass man die Ideenfindung trainieren kann.

Stelle dir einfach die Aufgabe, einen Monat lang jeden Tag eine neue Idee zu generieren oder dir eine neue Lösung zu überlegen. Versuche dich in deinen Kunden hineinzuversetzen und die Probleme aus seiner Sicht zu verstehen, um daraus für ihn geeignete Lösungen zu entwickeln. Idealerweise löst deine Idee direkt das Problem des Kunden und kann ihm dadurch einen Nutzen bringen.

Außerdem solltet ihr euch mit anderen Personen intensiv über eure Idee austauschen, rät Kajdas. In dem Zusammenhang sieht er das häufig vorgebrachte Argument des Ideenklaus gelassen, denn letztlich hängt der Erfolg eurer Idee von der Umsetzung ab.

Die an Universitäten angebotenen Möglichkeiten zur Ideenfindung zu nutzen, empfiehlt Karin Kricheldorff:

An der Technischen Universität Berlin haben wir unterschiedliche Formate speziell für Studierende zum Thema Ideenfindung entwickelt.

So bieten das Centre for Entrepreneurship der TU Berlin, aber auch viele nicht-wirtschaftswissenschaftliche Fachgebiete, Lehrveranstaltungen an, in deren Rahmen die Studierenden in Teams über ein Semester eine Geschäftsidee entwickeln. In der Regel starten diese Veranstaltungen mit einer Ideenwerkstatt, bei der mit klassischen Methoden wie Design Thinking Gründungsideen entwickelt werden und sich Teams finden, die diese Projekte dann gemeinsam weiterentwickeln. Hier kooperiert die TU Berlin – ebenso wie andere Universitäten – verstärkt mit Unternehmen, die reale Kundenprobleme durch Studierende bearbeiten lassen. Der Vorteil dabei ist, dass diese Gründungsprojekte von Anfang an einen sehr starken Marktfokus haben. Kricheldorff weiter:

Umgekehrt muss man auch nicht immer eine eigene Idee haben, um zu gründen. Viele Teams mit guten Ideen suchen noch Gründungspartner. Auch diesen Prozess versuchen wir, beispielsweise mit unserer Teambörse und anderen Matching-Formaten, zu unterstützen.

Der erste Schritt jeder Gründung ist die zündende Idee.

How to Startup Schritt #2: Die Idee festhalten und ausarbeiten

„Nichts ist schneller verflogen als eine Idee“, stellt Bartosz Kajdas fest und empfiehlt deshalb:

Halte deine Idee irgendwie fest. Egal ob auf Papier oder in elektronischer Form, Hauptsache du verschriftlichst deine Idee.

Außerdem sollte man sich seiner Meinung nach tagsüber 10 Minuten Zeit nehmen, um die eigenen Ideen zu sichten. Denn dann kommen immer wieder neue Gedanken und Eindrücke dazu, die man zum Beispiel in einer Mindmap clustern kann:

Mit der Zeit erhaltet ihr durch diese Methode eine große Sammlung an Gedanken und Ideen rund um eure Idee, die später die Grundlage sein werden, um euer Geschäftsmodell darauf aufzubauen.

Karin Kricheldorff empfiehlt das Business Modell Canvas nach Osterwalder zur Visualisierung von Geschäftsmodellen, mit dem das Centre for Entrepreneurship seit einigen Jahren verstärkt arbeitet.

Gerade in der Phase der Validierung, in der das Geschäftsmodell noch oft und schnell angepasst werden muss, hat sich das Canvas sehr bewährt.

Kricheldorff erklärt: „Das Canvas ist im Prinzip eine Art Skizze, mit der man sich selbst und auch Dritten einen schnellen Überblick über die wichtigsten Aspekte des Geschäftsmodells verschaffen kann. Es ist ein hervorragendes Werkzeug für die gemeinsame Arbeit von Teams an einer Gründungsidee. Die Entwicklung und der Vergleich von alternativen Szenarien sind damit schnell möglich. Das Centre for Entrepreneurship hat auf der Basis des Business Modell Canvas einen Workshop konzipiert, bei dem unsere Gründungsteams mit Unterstützung von externen Experten die Möglichkeit haben, alternative Geschäftsmodelle zu entwickeln.“

In unserer Infografik erfahrt ihr mehr darüber, wie ihr die vielen Gedanken zu eurer Geschäftsidee mit einem Canvas strukturiert. Auch online könnt ihr ein Canvas kostenfrei erstellen.

Aus vielen Gedanken ein fertiges Geschäftsmodell erstellen – dabei hilft ein Business Model Canvas.

Und so geht es nach der Ideenfindung weiter

In Teil 2 von „How to Startup“ geht es um die ersten Schritte der Unternehmensgründung. In Teil 3 erfahrt ihr alles zum Gründerteam und die ersten Finanzierungsschritte und in Teil 4 beantworten unsere Experten Fragen zu Struktur, Vertrieb und die ersten Mitarbeiter.

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