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High-Tech Gründerfonds vergibt mehr Geld an Start-ups



Der High-Tech Gründerfonds ist schon für über 420 innovative Start-ups mit hohem Wagniskapitalbedarf für ihre Produktentwicklung eine wichtige Anlaufstelle gewesen. Jetzt hat man die Finanzierungskonditionen des Fonds an die neuen Marktanforderungen angepasst. So wird die anfängliche Investmentsumme um 20 % erhöht und die jährlichen Zinszahlungen reduziert – die Gründerwelt in Deutschland freut sich. Wir stellen die Details der neuen Finanzierungskonditionen vor.



Für innovative Gründer mit einer am Markt noch neuen Geschäftsidee kommt eine Fremdkapitalfinanzierung nur selten infrage, da das Risiko des Zahlungsausfalls häufig zu hoch ist. Hier empfiehlt es sich für Start-ups, einen Eigenkapitalgeber zu finden, der bereit ist, das hohe Risiko zu tragen und dafür im Gegenzug am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden will. Der High-Tech Gründerfonds als größter deutscher Frühphaseninvestor unterstützt solche jungen Technologieunternehmen mit Seedkapital und hat nun zu Jahresbeginn 2016 seine Konditionen geändert, und zwar zugunsten der Start-ups.

Bis zu 600.000 Euro in der ersten Finanzierungsrunde

Investierte der High-Tech Gründerfonds (HTGF) in der Vergangenheit 500.000 Euro in der ersten Finanzierungsrunde in seine Portfolio-Unternehmen, wurde der Betrag nun um 20 % auf 600.000 Euro angehoben. Als öffentlich-privater Wagniskapitalgeber unterscheidet sich das Finanzierungsvorgehen jedoch von den anderen Venture Capital-Gebern.

Der Anteil der zu erwerbenden Gesellschaftsanteile wird nicht vom Wert des Unternehmens abhängig gemacht, sondern grundsätzlich auf 15 % festgelegt.

High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds ist der größte und aktivste deutsche Seedinvestor
(Bild: High-Tech Gründerfonds)

Neben der Erhöhung der Investitionssumme wurde gleichzeitig auch der Zinssatz des Nachrangdarlehens von 10 % auf 6 % gesenkt. So wird die Liquidität der Start-ups geschont, sobald die vierjährige Stundungsfrist vorüber ist. Die dritte Änderung betrifft den notwendigen finanziellen Eigenanteil, den die Gründer bisher zusätzlich zur Finanzierung des HTGF einbringen mussten: Hier wird der erforderliche Eigenanteil sowohl in den neuen als auch den alten Bundesländern auf einheitliche 10 % angeglichen.

Grund für die Anpassungen

Als Grund für die Anpassung der Finanzierungskonditionen nennt Dr. Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds, die geänderten Marktanforderungen:

Eine Anpassung der Finanzierungskonditionen ist aus unserer Sicht notwendig, um weiterhin marktgerechte, attraktive Konditionen anzubieten. Ziel der Aufstockung der Seedfinanzierung ist es, die Liquidität der Unternehmen in den ersten 12 bis 18 Monaten sicherzustellen.

Außerdem wird die aktuelle Niedrigzinsphase als weiterer Beweggrund genannt. Start-ups, die künftig zu den vom HTGF finanzierten Unternehmen gehören werden, dürfen sich jedenfalls über diese Neuigkeiten freuen.

Finanzierungskonditionen des High-Tech Gründerfonds im Überblick

  • Bis zu 600.000 Euro an Wagniskapital in der Seedphase für 15 % der Gesellschaftsanteile
  • Dabei findet keine Unternehmensbewertung statt
  • Zinszahlungen in Höhe von 6 % nach vierjähriger Stundung
  • Bis zu 1,4 Millionen Euro stehen für Anschlussfinanzierungen je Start-up zur Verfügung
  • Mindestens 10 % der Beteiligungssumme müssen durch die Gründer gedeckt werden, davon können jedoch die Hälfte andere Investoren wie Business Angels übernehmen
  • Die Aufnahme der operativen Geschäftigkeit darf maximal ein Jahr zurückliegen

Über den High-Tech Gründerfonds

Fakten zum High-Tech Gründerfonds (Grafik: High-Tech Gründerfonds)
Fakten zum High-Tech Gründerfonds (Grafik: High-Tech Gründerfonds)

Der High-Tech Gründerfonds ist bereits seit dem Jahr 2005 als Frühphaseninvestor aktiv und hat seitdem 429 Start-ups finanziert. Bei einem Fondsvolumen von insgesamt 576 Millionen Euro konnte zusätzlich rund eine Milliarde Euro an externem Kapital anderer Kapitalgeber für 850 Folgefinanzierungen mobilisiert werden. Damit dient der HTGF also auch als wichtiger Motor für die gesamte deutsche Venture Capital-Szene. Bei 57 der Portfolio-Unternehmen konnte bereits ein Exit erzielt werden. Zu den Portfolio-Unternehmen des High-Tech Gründerfonds gehören unter anderem:

Hinter dem Fonds stehen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), die KfW Bank sowie weitere 18 Konzerne, davon große DAX-Unternehmen wie BASF, Bayer, Daimler oder die Deutsche Telekom.

Nähere Infos zu den neuen Finanzierungskriterien finden Sie in diesem PDF des HTGF. Erfahren Sie außerdem noch mehr über den High-Tech Gründerfonds auf Für-Gründer.de. Wir bieten Ihnen auch allgemeine Informationen zu Venture Capital und zeigen Schritt für Schritt auf, wie Sie einen Investor finden.