GründerDaily wird unterstützt von
Ad topMehr erfahren

3D-Druck und Virtual Reality beim VC Pitch in Stuttgart



Unter dem Motto „Best of Baden-Württemberg“ präsentierten Start-ups beim Stuttgarter Venture Capital Pitch aus verschiedenen Branchen ihre Geschäftsideen. Das Ziel: 300.000 Euro oder mehr von den anwesenden Investoren einsammeln. Als Gewinner konnte sich ein Unternehmen aus der 3D-Druck-Branche durchsetzen. Aber auch die Technologie der Virtual Reality scheint langsam im Markt angekommen zu sein und erfreut sich in der Start-up-Szene immer größerer Beliebtheit.



Wenn im Gebäude der L-Bank innovative Gründer vor teils millionenschweren Investoren über bahnbrechende Geschäftskonzepte referieren, dann kann das meist nur eines bedeuten: Der Venture Capital Pitch, der wie schon im Vorjahr vom Finanzierungsnetzwerk VC-BW ausgerichtet wurde, lädt Start-ups und Geldgeber zu einem gemeinsamen Kennenlernen nach Stuttgart ein. So kamen auch am Donnerstag zur fünften Ausgabe des VC Pitch knapp 80 Investoren zusammen, um den Ideen von 15 Start-ups mit Kapitalbedarf zu lauschen.

Kapitalbedarf über 300.000 Euro

Rund 50 Start-ups aus den Branchen Life Sciences, IT und Technik bewarben sich auf die 15 Präsentationsplätze des Stuttgarter Venture Capital Pitch. Alle Teilnehmer hatten einen Kapitalbedarf von über 300.000 Euro und konnten damit in der Mehrheit schon Umsätze, aber auch entsprechende Seedfinanzierungen vorweisen. Demnach saßen im Publikum nicht nur Business Angels, sondern auch einzelne VC-Fonds, die sich gespannt auf interessante Pitches und mögliche Investmentobjekte freuen konnten. Sechs der spannenden Start-ups stellen wir Ihnen vor:

Venture Capital Pitch BW
Der Venture Capital Pitch präsentiert „Best of Baden-Württemberg“

Virtual Reality als Vertriebshilfe für Händler und Handwerker

Sie planen den Bau eines Bades für Ihr neues Haus, scheuen aber die hohe Investition? Mit der Verkaufshilfe von immersight könnte dieses Problem bald der Vergangenheit angehören. Hier können Kunden über eine Virtual Reality-Brille digital geplante Räume, wie zum Beispiel das künftige Badezimmer, virtuell begehen. Die Möglichkeit der virtuellen Vorabbegehung soll die Kaufbereitschaft erhöhen und damit eher zum Kaufabschluss mit Kunden führen.

Virtual Promoter: die interaktive Marketinglösung am Point of Sale

Konsolenspielern dürfte das Potenzial digitaler Großbildschirme und Gestensteuerungen bereits bekannt sein. Der lebensgroße Virtual Promoter soll aber nicht im heimischen Wohnzimmer, sondern in Schaufensterläden und innerhalb der Einzelhandelsräume eingesetzt werden, um Kunden zur Interaktion auffordern zu können. Durch eine Gestensteuerung, wie die Bewegung der eigenen Hand, können auf Bildschirminhalte reagiert und diese geändert werden. Durch den Gamification-Ansatz entsteht eine ganz neue Möglichkeit, mit dem Kunden direkt vor Ort in Kontakt zu treten, sodass ein ganz besonderes Einkaufserlebnis entsteht.

3D-Druck von Hochleistungspolymeren

Dass der 3D-Druck unsere Zukunft verändern wird, da sind sich fast alle Experten einig. Nicht nur im privaten, sondern natürlich auch im industriellen Sektor wir die Qualität von 3D-Druckern von Jahr zu Jahr besser. Gleichzeitig werden auch die Geräte immer günstig. Das Start-up Indmatec hat sich ebenfalls unter die Hersteller von 3D-Druckern gemischt und auf den Druck des Hochleistungspolymers PEEK spezialisiert. Damit ist es dem Unternehmen weltweit als erstes gelungen, dieses von der Industrie stark nachgefragte Material, mit dem man mechanisch und thermisch hoch belastbare Kunststoffbauteile herstellen kann, druckfähig zu machen.

Filestage organisiert die Kommunikation zwischen Agenturen und ihren Kunden

Wer schon einmal mit einer Werbeagentur zusammengearbeitet hat, kennt das Problem: Nach häufigen Korrekturschleifen und unzähligen E-Mails verliert man sowohl als Kunde als auch als Agentur schnell den Überblick über die Kommunikation und es schleichen sich Fehler bei der Leistungserstellung ein. Filestage hat eine cloudbasierte Software entwickelt, die den Korrektur- und Freigabeprozess von Videos, Bildern und anderen Dokumenten vereinfacht, sodass der Kunde seiner Agentur mit wenigen Klicks Feedback geben kann.

mesana: der 48-Stunden-Geschundheits-Check

Das Thema Gesundheit spielt in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle, insbesondere was Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten angeht. Mit mesana hat das Unternehmen corvolution einen Hightech-Sensor entwickelt, der ähnlich einem Pulsmessgerät per Gurt um die Brust gespannt wird und basierend auf Herzschlag und Atmung nach zwei Tagen eine Auswertung liefert. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen gegeben. So lassen sich Ursachen eventuell chronischer Beschwerden schneller erkennen und behandeln.

monomer: hochwertiger Schmuck aus dem 3D-Drucker

Individualisierte, auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittene Produkte gibt es bereits seit vielen Jahren im Internet. Doch bis jetzt wohl einmalig auf dem deutschen Markt sind die individuellen Schmuckstücke des Mannheimer Start-ups monomer . Hier stehen hochwertige Ringe, Halsketten und Ohrringe aus Silber und Gold im Fokus. Per 3D-Druck können so einzeln angefertigte Schmuckstücke erstellt werden, die in ihrer Form zum Beispiel den Namen des Partners enthalten können.

monomer
monomer druckt für seine Kunden individuellen und zeitgleich hochwertigen Schmuck mit einem 3D-Drucker

Top 3 Start-ups vom Venture Capital Pitch

Am Ende des Tages entschied das Publikum über die Start-ups mit den besten Pitches und kürte den 3D-Drucker von Indmatec zum Sieger des VC Pitch. Auf Platz zwei und drei folgen der 48-Stunden-Geschundheits-Checkup von corvolution sowie das Start-up Filestage mit seinem B2B-Tool für Werbeagenturen.

Ein spannender Fakt:

In den bisherigen Ausgaben des Venture Capital Pitch präsentierten bisher rund 70 Unternehmen ihre Geschäftskonzepte, von denen bis heute noch 90 % am Markt aktiv sind.

Damit wird auch hier wieder einmal bestätigt, dass baden-württembergische Start-ups trotz ihrer recht geringen Gründungsquote dennoch zu den erfolgreichsten im Bundesgebiet zählen. Qualität steht auch im Ländle vor Quantität.