Was gehört in das Impressum einer Website?



Sobald eine Website über den rein privaten Zweck hinausgeht oder auch nur der Verdacht einer Wirtschaftstätigkeit besteht, muss ein Impressum erstellt werden. Sonst drohen Mahnungen und Bußgelder. Diese drohen auch, sobald das Impressum nicht vollständig oder nicht korrekt ist. Daher steht heute im Mittelpunkt, was in ein Impressum gehört.

Ganz gleich, ob für einen Onlineshop, der handgeschnitzte Türstopper aus Holz vertreibt, einen Friseursalon, ein Restaurant oder eine Sharingplattform zur Vermittlung von Handwerkszeug aus der Nachbarschaft, kaum eine Geschäftsidee kommt ohne einen Internetauftritt aus. Besonders erfolgreich wird eine Website mit gutem Content, also mit aussagekräftigen Texten, hochwertigen Bildern und unterhaltsamen Videos. All diese Elemente zählen wohl zu den angenehmen Aufgaben einer Webseitengestaltung. Hier können Gründer ihre Kreativität ausleben, um einen Wiedererkennungswert zu kreieren.

Nicht ganz so kreativ und individuell geht es beim Impressum der Website zu, das aber wie eine gute Usability zu den Pflichtbestandteilen eines Onlineauftritts gehört. Das Impressum hat die Aufgabe, für die Besucher und möglichen Käufer Klarheit darüber zu schaffen, wer Sie sind.  Dabei handelt es sich nicht um eine freiwillige Zurverfügungstellung von Informationen, sondern um eine Pflicht, die auch Impressumspflicht genannt wird.

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Gründer sollten wissen, was ins Impressum gehört (Foto: Startup Stock Photos)

Und für wen gilt die Impressumspflicht nun ganz konkret? Die Antwort auf diese Frage lässt keine Zweifel aufkommen: Wenn Sie als Existenzgründer und Selbstständiger eine Website haben, müssen Sie dort bestimmte Angaben machen, um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Vielmehr noch drohen sogar Abmahnungen und Bußgelder, wenn Sie die Impressumspflicht verletzen. Und das Ganze geht sogar noch einen Schritt weiter: Die Impressumspflicht gilt auch für Profile in sozialen Netzwerken wie Facebook, Google Plus oder Twitter. Bleibt nur noch die Frage: Was gehört ins Impressum?

Was muss in ein Impressum?

Wer sich jetzt fragt, was im Impressum stehen muss, dem sei gesagt: Es kommt darauf an. Nämlich darauf, welche Rechtsform Sie als Selbstständiger gewählt haben. Um die möglichen Unterschiede bei den Angaben für das Impressum deutlich zu machen, stellen wir drei Varianten vor: das Impressum für den Einzelunternehmer sowie Freiberufler, für die Website einer GbR und das Impressum für eine GmbH. Außerdem erklären wir noch etwas genauer, wohin ein Impressum in den sozialen Netzwerken gehört.

  • Gemäß § 5 des Telemediengesetzes gilt eigentlich für fast jede Internetseite, dass der Betreiber der Website zu nennen ist. Das geschieht mit dem Namen des Unternehmens oder im Falle einer natürlichen Person als Betreiber über dessen voll ausgeschriebenen Vor- und Nachnamen.

Einzelunternehmer und Freiberufler: Das gehört ins Impressum!

Zunächst stellen wir Ihnen die Angaben für das Impressum von Einzelunternehmern vor, die sich als Kleingewerbetreibende ohne Eintrag in Handelsregister selbstständig gemacht haben. Falls Sie hingegen Freiberufler sind, wie beispielsweise ein Notar, Rechtsanwalt, Steuerberater, Heilpraktiker, Designer oder Journalist, müssen Sie Ihr Impressum um die nötigen Angaben ihres Berufs ergänzen. In das Impressum  gehören:

  • Geschäftsbezeichnung: Da Einzelunternehmer oder Unternehmen, die nicht im Handelsregister eingetragen sind, die sogenannte Geschäftsbezeichnung nutzen können, ist diese auch im Impressum zu nennen.
  • Identität: Natürliche Personen müssen ihren Vor- und Nachnamen voll ausschreiben.
  • Ladungsfähige Adresse: Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.
  • Kontaktinformationen: Hierunter fallen die E-Mail-Adresse, die Telefonnummer sowie, wenn vorhanden, die Faxnummer.
  • Angaben zur zulassungspflichtigen Tätigkeit: Wenn Sie eine erlaubnispflichtige Tätigkeit ausüben, wie Grundstücksmakler oder Finanzdienstleister, müssen Sie die für Sie zuständige Aufsichtsbehörde samt postalischer Anschrift nennen.
  • Kammerzugehörigkeit bei Freiberuflern: Reglementierte Berufe, wie medizinische, Rechts- oder Lehramtsberufe, müssen die gesetzliche Berufsbezeichnung, den Verleihungsstaat, Berufsverband oder ähnliches angeben.
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer/Wirtschaftsidentifikationsnummer: Nur wenn Sie eine solche Nummer haben, muss diese auch im Impressum stehen.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): Das muss in ein Impressum!

Sofern Sie als Gründer nicht alleine in die Selbstständigkeit starten und sich mindestens zwei Personen zu einem gemeinsamen wirtschaftlichen Vorhaben zusammenschließen, entsteht automatisch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts wird nicht ins Handelsregister eingetragen. Im Geschäftsverkehr kann die GbR damit nicht als Firma auftreten. In sämtlichen Geschäftsbriefen ist damit die Angabe des Vor- und Nachnamens der Gesellschafter erforderlich. Das gilt auch für das Impressum einer GbR.

  • Geschäftsbezeichnung: Wie auch bei Einzelunternehmern muss die Geschäftsbezeichnung genannt werden. Ein Beispiel hierfür ist „Kraut und Rüben GbR, Reinigungsdienst“.
  • Rechtsformzusatz: Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts muss auf ihre Rechtsform hinweisen.
  • Gesellschafter: Die Vor- und Nachnamen aller Vertretungsberechtigten/Gesellschafter sind voll auszuschreiben.
  • Anschrift: Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.
  • Kontaktinformationen: E-Mail-Adresse, Telefonnummer sowie, wenn vorhanden, eine Faxnummer.
  • Angaben zur zulassungspflichtigen Tätigkeit: Wenn Sie eine erlaubnispflichtige Tätigkeit ausüben, müssen Sie die für Sie zuständige Aufsichtsbehörde samt postalischer Anschrift nennen.
  • Kammerzugehörigkeit: Bei reglementierten Berufen müssen die gesetzliche Berufsbezeichnung, der Verleihungsstaat, Berufsverband oder ähnliches hinein.
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer/Wirtschaftsidentifikationsnummer: Nur wenn Sie eine solche Nummer haben, muss diese auch im Impressum stehen.
  • Inhaltliche Verantwortung: Die Impressumspflicht wird hier um die Angabe der Person erweitert, die für den Inhalt der Website verantwortlich ist. Dazu gehören der Vor- und Nachname sowie die Adresse.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): Das ist Pflicht im Impressum!

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine häufig gewählte Rechtsform der Kapitalgesellschaft. Ein bedeutender Unterschied zu den Personengesellschaften (z.B. GbR) besteht darin, dass die Haftung bei der GmbH für die Gesellschafter auf die Höhe der Einlage beschränkt ist. Dies ist eine Information, die man in das Impressum einer GmbH einbringen kann, aber nicht muss. Pflichtangaben im Impressum einer GmbH sind:

  • Firmenname: Der Unternehmensname muss genannt werden und auch die Rechtsform beinhalten.
  • Rechtsformzusatz: Juristischen Personen sind dazu verpflichtet, ihre Rechtsform anzugeben. So werden Zusätze wie GmbH oder AG verlangt.
  • Vertretungsberechtigte: Es sind die Vor- und Nachnamen der Geschäftsführer zu nennen.
  • Anschrift: Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort.
  • Kontaktinformationen: E-Mail-Adresse, Telefonnummer sowie, wenn vorhanden, eine Faxnummer.
  • Register und Registernummer: Da die GmbH im Handelsregister eingetragen ist, sind der Ort des Registers und die Registernummer anzugeben.
  • Kapital der Gesellschaft: Sofern Angaben über das Kapital der Gesellschaft gemacht werden, sind Grund- und Stammkapital zu nennen. Wenn nicht alle in Geld zu leistenden Einlagen eingezahlt sind, ist der Gesamtbetrag der ausstehenden Einlagen zu nennen.
  • Angaben zur zulassungspflichtigen Tätigkeit: Wenn Sie eine erlaubnispflichtige Tätigkeit ausüben, müssen Sie die für Sie zuständige Aufsichtsbehörde samt postalischer Anschrift nennen.
  • Kammerzugehörigkeit: Bei reglementierten Berufen müssen die gesetzliche Berufsbezeichnung, der Verleihungsstaat, Berufsverband oder ähnliches hinein.
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer/Wirtschaftsidentifikationsnummer: Nur wenn Sie eine solche Nummer haben, muss diese auch im Impressum stehen.
  • Inhaltliche Verantwortung: Die Impressumspflicht wird hier um die Angabe der Person erweitert, die für den Inhalt der Website verantwortlich ist. Dazu gehören der Vor- und Nachname sowie die Adresse.

Erreichbarkeit des Impressums auf der Website sowie Facebook, Twitter & Co.

Neben der Frage, was im Impressum stehen muss, ist darauf zu achten, wo das Impressum steht. Selbstständige müssen darauf achten, dass das Impressum unmittelbar erreichbar, ständig verfügbar und stets aktuell ist.

Sie müssen gewährleisten, dass Internetnutzer von jeder Seite aus stets mit nur einem Klick zu Ihrem Impressum gelangen. Das Impressum muss in deutscher Sprache und deutlich lesbar sein.

Auch auf Facebook, Twitter, Google Plus und Co. darf es nicht wesentlich länger dauern, Ihr Impressum lesen zu können. Genauer gesagt darf es nur zwei Klicks benötigen, bis man in Ihren Profilen auf den sozialen Netzwerken zu Ihrem Impressum gelangt ist. Bei der Frage, was muss in ein Impressum, gelten als Antwort die gleichen Pflichtangaben wie für das Impressum auf der Website.

Nähere Informationen zu den Pflichtangaben im Impressum sowie einen Generator für das Impressum finden Sie auf Für-Gründer.de. Dort können Sie auch direkt den Impressumratgeber als Vorlage nutzen.

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