Tränen der Angst und weitere kuriose Geschäftsideen



Von Irland ausgehend hat das keltische Totenfest Halloween seinen Weg über Amerika seit Anfang der 1990er Jahre wieder zurück nach Europa gefunden. Der 31. Oktober ist Hochzeit für allerlei Schabernack und heidnische Bräuche. Manche schaffen es sogar zur Geschäftsidee, so wie zum Beispiel das Salz aus menschlichen Tränen oder die Pechkekse, dem pessimistischen Pendant zum chinesischen Süßgebäck. Derartige Produkte würden Bob Larson bestimmt nicht gefallen. Der amerikanische Geistliche ist Exorzist und hat das Internet als Einnahmequelle entdeckt. Er bietet seine Teufelsaustreibungen ganz zeitgemäß per Videochat an.



Pechkeks: Verrückte Geschäftsidee für Pessimisten

Sobald der Berg überschritten ist, wird es dir besser ergehen.

Derartige Glückskekssprüche kennt sicherlich jeder, der schon einmal in einem chinesischen Restaurant essen war. Etwas seicht und stets positiv überraschen sie mittlerweile wohl die Wenigsten. Nicht aus China, sondern aus Hamburg kommt das rabenschwarze Gegenstück: der Pechkeks.

Pechkekse sind ein Fest für Schwarzmaler und Berufspessimisten
Pechkekse sind ein Fest für Schwarzmaler und Berufspessimisten (Foto: Pechkeks)

Bereits das Äußere weist auf den fiesen Inhalt hin. Statt mit chinesischen Schriftzeichen zieren schwarze Katzen und kleine Monster die Verpackung. Die Kekse selbst sind mit Aktivkohle schwarz eingefärbt. Das Highlight erscheint, sobald man die Kekse aufbricht und die kleinen Gemeinheiten auf Papier zu Vorschein kommen. Sprüche wie:

„Bleib so, wie du bist – einsam und unglücklich”, sind wie ein linker Haken in den Magen.

Die Pechkekse richten sich an Menschen mit leicht morbidem Humor und sind ein unkonventionelles Mitbringsel zu Halloween. Verkauft werden sie in 13er Boxen für 13 Euro – die Anlehnung an Freitag, den 13., dürfte natürlich kein Zufall sein –  und sind online sowie im Einzelhandel erhältlich.

Die Sprüche der Pechkekse zeichnen sich durch schwarzen Humor aus (Bild: Pechkekse)
Die Sprüche der Pechkekse zeichnen sich durch schwarzen Humor aus (Foto: Pechkeks)

Verrückte Geschäftsidee von Monster Supplies: Eine Prise Leid

Fleur de Sel oder rosa Himalaja-Salz sind Ihnen nicht exklusiv genug? Wie wäre es dann mit solchem, das aus menschlichen Tränen gewonnen wird? Die Webseite Monster Supplies preist ihr Produkt als „Jahrhunderte altes Handwerk“ an, bei dem „die frischesten menschlichen Tränen behutsam zum Sieden gebracht und in flachen Becken auskristallisiert und in Handarbeit geerntet werden. Es werden fünf verschiedene Geschmacksrichtungen angeboten.

  • Tränen der Wut
  • Tränen, die beim Zwiebelschneiden entstanden sind
  • Tränen, die beim Niesen entstanden sind
  • Freudentränen
  • Tränen der Trauer

Das Salz stammt von den „erfahrenen Tränensammlern“ Halen Mon. Wer sich fragt, ob das Produkt wirklich aus menschlichen Tränen hergestellt wird, dem dürfte folgender Hinweis reichen: Halen Mon ist ein walisischer Hersteller für Meersalz.

Menschliche Tränen sind nicht gerade günstig. Für soviel Exklusivität werden umgerechnet 8 Euro fällig (Bild: monstersupplies.org)
Menschliche Tränen haben auch ihren Preis. Für so viel Exklusivität werden umgerechnet 8 Euro pro 50g Salz fällig (Foto: Monster Supplies)

Das Salz kann entweder online oder im „Ladengeschäft für Monsterbedarf” in der Londoner Hoxton Street erworben werden. Monster Supplies verkauft abseits von Salz weitere Kuriositäten, wie zum Beispiel Würfel aus Ohrenschmalz oder Konservendosen gefüllt mit kindlicher Angst.

monstersupplies könnte mit Kostbarkeiten wie den Ohrenschmalzbonbons einem Film wie Harry Potter entsprungen sein (monstersupplies.org)
Monster Supplies könnte mit Kostbarkeiten a la Ohrenschmalzbonbons dem Film Harry Potter entsprungen sein (Foto: Monster Supplies)

Eine verrückte Geschäftsidee für Besessene: Exorzismus via Skype

Sie glauben, dass ein Dämon von Ihnen Besitz ergriffen hat und es ist gerade kein Exorzist in der Nähe, der Sie von Ihrem Plagegeist befreien kann? Dank moderner Kommunikationstechnologie ist das kein Problem. Der Pfarrer Bob Larson hat in seiner Laufbahn östlich und westlich vom Mississippi bereits mehr als 20.000 Dämonen vertrieben und nimmt sich nun auch der internationalen Kundschaft an.

Für 295 US-Dollar verbindet sich Larson über das Internet mit den Besessenen und führt per Videochat den Exorzismus durch. Wie man sich das genau vorstellen kann, haben die Reporter des amerikanischen Nachrichtensenders CNN dokumentiert. In folgendem YouTube-Video kann man sich die Bilder eines solchen Skype-Exorzismus anschauen. Aber Achtung: Das ist nichts für Zartbesaitete!