The Hundert: Gründer machen es sich in Berlin gemütlich



Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Was für das Team der Trainer-Legende Sepp Herberger galt, ist wohl auch Credo im Hause Why Berlin, dem Verlag der Sonderpublikation The Hundert – nebst dem Monatsmagazin Berlin Valley News. Denn seit Veröffentlichung der vorherigen Ausgabe sind gerade einmal drei Monate vergangen. Für ein Verlagshaus eigentlich keine besonders große Herausforderung, es sei denn, man macht es sich jedes Mal zur Ausgabe, ganze 100 Berliner Gründerteams zu besuchen und hochwertig abzulichten – so auch in dieser sechsten Auflage. Mit dem Unterschied, dass es nicht in die Büros ging, sondern an 100 Berliner Schauplätze.

Das aktuelle Motto von The Hundert lautet „Berlin Startups reaching for the Stars“, ein Titel, den auch schon die zweite Ausgabe trug. Eine weitere Eigenschaft, die sich die neueste Ausgabe mit seinen Vorgängern teilt, ist, dass sich im Inneren wieder viele spannende Geschäftsideen und Gründerpersönlichkeiten finden. So sind zum Beispiel die Gründer von unu, konfigurierbare E-Roller,  Somuchmore, eine Wellness-Plattform, truffls, eine Jobplattform, Room in a Box, faltbare Möbel aus Wellpappe, Sonnenrepublik, mobile erweiterbare Solarlader, Lockbox, eine Paketbox vor der Wohnungstür, Phizzard, Touch-Displays für Umkleidekabinen oder auch die Juice Dudes mit ihren kalt gepressten Gemüsesäften mit von der Partie im Magazin The Hundert.

Vier der insgesamt 100 Start-ups haben wir ausgewählt, um deren Geschäftsideen näher zu beschreiben. Wer aber auch die übrigen 96 (nach den Sternen greifende) Gründer kennenlernen will, sollte sich das vollständige PDF herunterladen oder eine Printausgabe bei einem Gründerevents in Deutschland abgreifen. Wo Sie Printexemplare von The Hundert erhalten können, erfahren Sie unten.

Number26 vorm Fernsehturm am Alexanderplatz

„Europas modernstes Girokonto“ nennen die Gründer von Number26 ihre gleichnamige Banking-App. Privatkunden wird ermöglicht, Bankgeschäfte online durchzuführen – und das sogar mobil vom Smartphone aus. Ziel ist es, Banking noch einfacher, intuitiver und schneller zu machen, ohne dabei auf irgendwelche Sicherheitsstandards zu verzichten. Kunden können sich in wenigen Minuten ein Konto erstellen und eröffnen so ein Girokonto bei der Wirecard Bank. Gewährleistet werden deutsche Einlagensicherungen und zur Verfügung gestellt wird eine Mastercard. Ab dann lassen sich alle Transaktionen auf dem Smartphone, Tablet oder am Desktop erledigen.

Number26
Die Gründer Number26 (Foto: The Hundert)
  • Auf dem Foto zu sehen, ist im Hintergrund der Number26-Gründer der Berliner Fernsehturm, der eine 360-Grad-Aussicht über ganz Berlin ermöglicht. Berlins Besucher geben der Aussichtsplattform 4 von 5 Sternen bei 396 Bewertungen (yelp).

Darüber hinaus behält die App die eigene Haushaltskasse im Blick und kategorisiert die Ausgaben des Nutzers. Aber auch Sonderfunktionen, wie das direkte Überweisen von kleineren Beträgen an Freunde, sind vorhanden. So überweist man, wie beim Versand einer SMS, mit Number26 in Windeseile die Hälfte der gestrigen Taxirechnung. Ziemlich smart. Kürzlich erst stellten wir die Gründerstory von Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal vor. Lesen Sie das ganze Interview mit Number26.

shoutr labs mit T-Rex im Naturkundemuseum

Das IT-Start-up shoutr labs wurde von den drei Informatikern Sebastian Winkler, Christian Beier und Benjamin Werner gegründet. Ihre Technologie ermöglicht es Nutzern, auch ohne eine Internetverbindung größere Datensätze zwischen Endgeräten zu transferieren. Diese shoutr labs-Technologie, die der Funktionsweise von Apple AirDrop ähnlich ist, agiert lokal, ganz ohne den Einsatz von Cloud-Diensten oder der Verbindung zu einem Netzwerk.

Mit ihrem Wissen rund um die Machine-To-Machine-Kommunikation versorgen die Gründer sogar andere Unternehmen auf der Suche nach neuen Wegen des internet- und netzwerklosen Datentransfers. Wer nicht glaubt, dass das funktionieren kann, wird staunen, dass die Gründer sogar versprechen, dass es selbst auf dem Mond klappt. Was allerdings schwerlich zu überprüfen ist.

shoutrlabs
Die Gründer von shoutr labs (Foto: The Hundert)
  • Auf dem Foto zu sehen sind die Gründer im Naturkundemuseum, das 4,5 von 5 Sternen von bisher 126 Besuchern (yelp) erhalten hat. Dort wird bald das zum aktuellen Zeitpunkt in Europa einzige Originalskelett eines T-Rex zu sehen sein.

Aber nicht nur Unternehmen und Astronauten kommen auf ihre Kosten. Auch Besucher eines Museums oder einer Gründerkonferenz können erleben, was shoutr labs zu bieten hat. Mit ihrer shoutr.Boxx, einem Gerät zur ortsbezogenen digitalen Verbreitung von digitalen Inhalten, wie Videos, Bilder, Töne und Texte, verwandeln sie Orte und Events zu interaktiven Spielwiesen und Informationsstätten. Betritt man das Gebäude, erhält man eine Nachricht, dass eine App zur Verfügung steht. Hiermit können Besucher auf weitere ortsbezogene Infos zugreifen, sobald sie sich einzelnen Gegenständen nähern.

Marley Spoon im Arthouse Kino Central am Hackeschen Markt

Es ist schon total verrückt, was man sich alles nach Hause liefern lassen kann. Eine Waschmaschine, das Ecksofa, den 40-Zoll-Flachbildschirm, Haushaltshilfen und sogar abholen lassen kann man Dinge – so zum Beispiel die Wäsche von einem Mitarbeiter der Reinigung. Warum sollte man sich nicht auch die Lebensmittel für die Woche nach Hause bringen lassen, wenn man schon keine Zeit hat, um sich im Handel einen Fernseher zu kaufen oder zur Reinigung zu gehen? So oder so ähnlich kamen vielleicht auch die Gründer von Marley Spoon, Fabian Siegel und Till Neatby, auf ihre Geschäftsidee.

Das Modell ist schnell erklärt: Nutzer geben online an, für wie viele Personen sie kochen möchten und was es geben soll. Marley Spoon befüllt den digitalen Einkaufswagen mit allen notwendigen Lebensmitteln und liefert die Ware vor die Haustür. Die wechselnden Rezepte werden jede Woche von erfahrenen Köchen neu kreiert und auch auf vegetarische oder vegane Ernährungsvorlieben abgestimmt. Durch Angabe von Geschmackspräferenzen lässt sich ein Geschmacksprofil erstellen, das die Trefferquote der Angebote verbessern soll.

Marley Spoon
Till Neatby ist Mit-Gründer von Marley Spoon (Foto: The Hundert)
  • Das Foto zeigt Co-Gründer Till Neatby im Hof vor dem Kino Central in Mitte. Das Lichtspielhaus zeigt ausgewählte Perlen der Filmbühne in Originalfassung mit Untertiteln. Das Arthouse Kino bekam 4 von 5 von 45 Bewertungen (yelp).

Nun möchte man verständlicherweise darauf hinweisen, dass sich Marley Spoon mit seinen Kochboxen in einem großen Wettbewerbsumfeld befindet. Allerdings haben die Gründer auch schon einige Erfolge vorzuweisen. Seit Gründung im Jahr 2014 erreichte das Start-up bereits 217 Millionen Haushalte – und das weltweit. In Deutschland, Österreich, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und USA lässt man sich von Marley Spoon beliefern.

Jobspotting vorm (ehemaligen) Village Market Neue Heimat auf dem RAW-Gelände

Die Suche nach einem neuen Job ist zumeist ein nervenaufreibender Prozess. Zu oft sind die Stellenprofile der potenziellen Arbeitgeber nichtssagend oder gar irreführend. Dazu kommen die altbackene Gestaltung und die mangelnde Nutzerfreundlichkeit der gängigen Plattformen. Bis man eine passende Stellenausschreibung gefunden hat, ist sie vielleicht schon weg. Schneller und interaktiver geht es mit dem Plattformangebot von Jobspotting. Jobsuchenden wird – nach kurzer Angabe, welche Tätigkeit man wo ausüben will – ein schneller Einstieg ermöglicht.

Hierfür ordnet man sich einer Kategorie zu, wie zum Beispiel „Designer“, und bekommt ergänzende Kategorien, wie „Grafikdesign“ oder „Adobe InDesign“, zur Erweiterung des eigenen Profils empfohlen. Die Kategorien der Jobangebote werden mit den eigenen verglichen und bei Übereinstimmung werden jene Stellen angezeigt.

Jobspotting
Die Gründer von Jobspotting (Foto: The Hundert)
  • Hinter den Gründern ist die Neue Heimat zu sehen, ein Village Market, auf dem man Essen, Musik und Kunst bekam. Leider wurde die Streetfood-Pilgerstätte in den verfallenen Industriehallen nach nur einem Jahr Betrieb aufgrund von fehlenden Baugenehmigungen wieder geschlossen.

Aber natürlich passt das Angebot nicht immer zum eigenen Beruf. In dem Fall kann man als Suchender aussortieren, und zwar indem man wie bei Facebook einen Daumen nach oben gibt, wenn eine Offerte passend zu sein scheint. Allerdings ist Jobspotting Facebook um einiges voraus – nämlich dann, wenn es darum geht, auch einen Daumen nach unten zu geben. Dieser kommt dann zum Einsatz, wenn eine Jobstelle vorgeschlagen wird, die nicht passt. Klickt man den Daumen runter, wird man gefragt, welche Kategorien, die jenen Job beschreiben, nicht auf die eigene Person zutreffen und werden so aussortiert. Das Ergebnis soll so gezielter zu passgenauen Stellen führen.

The Hundert zum Download

Die neuste Ausgabe sowie die vorangegangenen „The Hundert”-Magazine werden zum kostenlosen Download angeboten. Sie bekommen sie aber auch bei einem Gründerevent, wie der IdeaLab! in Vallendar, der crowdbiz Messe in Berlin, dem Investors Dinner in Potsdam, dem EBSpreneurship Forum in Oestrich-Winkel, der Gründerveranstaltung „Gründen, Fördern, Wachsen“ in Frankfurt oder bei der Relaunch-Konferenz in München.