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Die besten Ideen beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ



Der Gründerwettbewerb IKT Innovativ zeichnet zwei Mal jährlich die besten Hightech-Gründungen Deutschlands aus. Die besten Ideen erhalten ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro. Die weiteren Preisträger dürfen sich über eine Finanzspritze in Höhe von 6.000 Euro freuen. Verantwortlich für den Wettbewerb zeichnet sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Wir haben uns die fünf Hauptpreisträger näher angeschaut und stellen Ihnen ihre Geschäftsideen vor.



Sensape: futuristische Werbeanzeigen

Was vor wenigen Jahren noch Fiktion aus Hollywoodfilmen war, ist heute Realität: Werbetafeln erkennen Passanten und sprechen sie direkt an. Ein Start-up, das so eine Technologie für interaktive Werbeflächen liefert, ist Sensape. Dessen Software scannt Merkmale des Betrachters wie Geschlecht, Alter, Gemütsverfassung, Körperposen und Gesten anonymisiert per Kamera. Das System erkennt aber auch, mit welcher Geschwindigkeit ein Passant sich an der Werbetafel vorbei bewegt und passt die Produktpräsentation an den Betrachter an.

Sensape Darstellung
Die Software erkennt die Blickrichtung und weitere Merkmale des Betrachters (Foto: Sensape)

So beginnt sich zum Beispiel eine Werbefigur auf einem Display oder in einer Projektion zu drehen und von allen Seiten zu zeigen, sobald ein Passant ihre Kleidung betrachtet. Weiterhin kann die Software Daten über die Kundenströme liefern und so die Effektivität der Werbemaßnahmen messen. Das System von Sensape lässt sich mit jedem beliebigen Bildschirm oder Beamer kombinieren.

Toposens: Maschinen lernen das räumliche Sehen

Das Münchener Start-up Toposens entwickelt auf Basis von Ultraschall- und Radartechnik 3D-Sensorsysteme zur dreidimensionalen Erfassung von Objekten im Raum, ähnlich der Echoortung einer Fledermaus. Der dafür eingesetzte Sensor ist dabei kleiner und preisgünstiger als die bisher genutzten Alternativen mit Laser oder optischen Verfahren. Allein in der Autoindustrie sind die Einsatzmöglichkeiten vielfältig.

Im Auto der Zukunft könnte das System zur Gestensteuerung im Fahrzeuginnenraum oder in intelligenten Alarmsystemen eingesetzt werden. Auch die bisher relativ ungenauen Einparkhilfen könnte es ersetzen und zur Objekterkennung beim autonomen Fahren verwendet werden. Darüber hinaus könnte die Technologie von Toposens bei der Indoor-Navigation oder bei neuartigen Konzepten für Videospielen zum Einsatz kommen. Das mit EXIST geförderte Start-up stellt sich in dem folgenden Video selbst vor.

GraphHopper: Navigationsschnittstelle für App-Entwickler

Mit GraphHopper bekommen Entwickler die Möglichkeit, Routenplanung in ihren Apps zu integrieren. Die Programmierschnittstelle nutzt das Kartenmaterial des OpenStreetMap-Projekts und fügt diesem eine Routingfunktion hinzu, mit deren Hilfe eine Strecke in Bezug auf Zeit, Distanz und Kosten, aber auch in puncto Streckenattraktivität und Eignung für verschiedene Fahrzeugarten optimiert werden kann.

Darauf aufbauend kann nun ein App-Programmierer seine eigenen Funktionalitäten umsetzen und auf die Anforderungen seiner Zielgruppe anpassen. Das deutsche Start-up komoot beispielsweise nutzt die Navigationsfunktion von GraphHopper als Ausgangsbasis, um seinen Kunden per App Empfehlungen für Wandertouren in der näheren Umgebung anbieten.

Routen werden auch hinsichtlich der optimalen Reihenfolge mehrerer Haltepunkte angelegt, zum Beispiel für Außendienst- oder Liefertouren. Damit eignet sich die Software beispielsweise auch für Logistikunternehmen. GraphHopper ist als Software-as-a-Service im Abomodell erhältlich. Und durch die Nutzung von OpenStreetMap sind die Daten stets aktuell.

Innsystec: weniger Stromverschwendung im Mobilfunk

Deutschlandweit sind über 112 Millionen Mobilfunkgeräte im Einsatz. Damit diese auch in den entlegensten Regionen Empfang haben, braucht es 70.000 Mobilfunkstationen verteilt über das ganze Land, die jede für sich aufwendig klimatisiert werden muss, damit die Elektronik nicht überhitzt und wiederum eine Menge Strom verbraucht.

Innsystec ist eine Ausgründung der RHTW Aachen und entwickelt einen Chip für das Senden und Empfangen von Mobilfunkdaten. Die Signalverarbeitung und Leistungsverstärkung werden so geschickt miteinander kombiniert, dass der Energieverbrauch signifikant sinkt. Das Start-up spricht von einer Energieeffizienz, die bei 65 % liegt. Davon profitieren gleich mehrere Gruppen. Die Betreiber von Mobilfunkanlagen sparen Kosten, die Umwelt wird geschont und zuletzt profitieren alle von der Reduzierung der Sendeleistung. Innsystec tritt damit in Konkurrenz zu Netzwerkaustattern wie Huawai, Ericsson oder AlcatelLucent.

MiCROW: einfache Montage winziger Sensoren

Früher gab es die Auswahl zwischen Massenproduktion oder Handarbeit. Mittlerweile kann man dank Gerätschaften wie 3D-Drucker auch in Kleinserie günstig produzieren. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch das Mikromontagewerkzeug des Oldenburger Start-ups MiCROW. Die zunehmende Komplexität technischer Produkte geht einher mit einer immer stärkeren Miniaturisierung. Bauteile, die kleiner als ein Millimeter sind, müssen platziert, montiert und miteinander verbunden werden. Für kleinere Stückzahlen werden solche Prozesse bisher aufwendig in Handarbeit erledigt.

MiCROW Werkzeugplattform
Darstellung einer MiCROW Werkzeugplattform (Bild: MiCROW)

MiCROW hat eine Plattform entwickelt, die ferngesteuert über robotische Achsen miniaturisierte Sensoren und Aktoren, Uhren und Messgeräte sowie andere Miniprodukte zusammensetzt. Das Verfahren ist im Vergleich bis zu 100-fach präziser und erzeugt weniger Ausschuss. Das Werkzeug passt auf einen Arbeitstisch, lässt sich intuitiv bedienen und schnell für verschiedene Produkte umrüsten.

Die weiteren Preisträger beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ

  • bat bioacoustictechnology: Schützt Fledermäuse mit akustischen Signalen vor der Gefahr durch Windkraftanlagen.
  • calovo: Erstellt dynamische Veranstaltungskalender für Städte, Vereine und Unternehmen.
  • Conbox: Ermöglicht ein interaktives Second-Screen-Erlebnis.
  • Desaia: Bietet eine Software zur Erstellung von virtuellen Welten.
  • e-Reha: Unterstützt die Physiotherapie von zu Hause aus über krankheitsspezifische Übungen im Internet.
  • InfiniScreen: Überträgt Bildschirminformationen kabellos auf beliebig viele Anzeigegeräte.
Gründerwettbewerb IKT Innovativ 2015_1
Die versammelte Runde der Preisträger beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ der Runde 2015/1 (Foto: BMWi/Wolfgang Borrs)
  • ParkHere: Verbessert die Parkplatzauslastung in Städten mit ultradünnen Sensoren, befestigt auf der Parkfläche.
  • evalu.run: Optimiert die Lauftechnik mithilfe eines Sensors in der Schuheinlage.
  • skillconomy: Analysiert per Software vollautomatisch das Vokabular, das jeder Mitarbeiter in seiner Firma nutzt, und ernennt daraufhin Experten für bestimmte Wissensgebiete, an die sich Mitarbeiter wenden können.
  • QMedify: Beschleunigt das Verfassen von Befunden für Ärzte, in dem spezifische Checklisten für bestimmte Untersuchungen angeboten werden.
  • Trustami: Ist sowas wie die Schufa für das Internet. Teilnehmer, die ein Scoring für sich anlegen wollen, führen über den Dienst die Informationen aus verschiedenen von ihnen genutzten Portalen und sozialen Medien ihrer Wahl zusammen.
  • virtualQ: Lässt Kunden die aktuelle Wartezeit eines Call-Centers per App oder im Internet abfragen und benachrichtigt ihn per SMS, sobald er dran ist.

Weitere Informationen zum Gründerwettbewerb IKT Innovativ, der ab 2016 unter dem Namen „Gründerwettbewerb Digitale Technologien“ als eine Maßnahme im Handlungsfeld „Digitale Wirtschaft und digitales Arbeiten“ der „Digitalen Agenda 2014 – 2017″ neu aufgelegt wird, finden Sie auf Für-Gründer.de. Dort finden Sie auch eine umfangreiche Liste weiterer Gründer- und Businessplanwettbewerbe in Deutschland.

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