Seedmatch und Companisto, zieht euch warm an!



Die österreichische Crowdinvesting-Plattform Conda will bis Ende des Jahres die zwei deutschen Marktführer Seedmatch und Companisto einholen und setzt dabei vor allem auf die Unterstützung lokaler Projekte. Wir sprachen mit Geschäftsführer Daniel Horak darüber, wie Conda den deutschen Markt aufrollen will.

Für-Gründer.de: Hallo Daniel, du bist Geschäftsführer der österreichischen Crowdinvesting-Plattform conda.eu. Erkläre uns doch bitte kurz, wie Crowdinvesting auf Conda funktioniert.

Daniel Horak von Conda: Man muss hierbei beachten, dass wir mehr als eine Crowdinvesting-Plattform sind. Wir verstehen uns als Unternehmensfinanzierer. Das heißt, wir unterstützen Unternehmen bei der Finanzierung durch Business Angels, Corporates und Crowdinvesting. Hier versuchen wir den optimalen Mix zu finden. Für ein Projekt läuft es immer nach dem folgenden Prinzip ab:

  • Ein Projekt bzw. Unternehmen meldet sich bei uns entweder über die Website, per Telefon oder E-Mail.
  • Um uns einen Überblick zu verschaffen, benötigen wir einen Businessplan und Finanzplan. Hierbei zählt Qualität vor Quantität. Anschließend gibt es Rückfragen durch unser Team und ein gemeinsames Treffen zur Klärung offener Fragen.
  • Wenn alle Fragen ausgeräumt und man sich einig ist, geschieht die gemeinsame Vorbereitung der Crowdinvesting-Kampagne. Das ist die prinzipiell wichtigste Phase im Crowdinvesting, denn durch gute Vorbereitung wird der richtige Schritt für eine erfolgreiche Kampagne gesetzt.
  • Nach dem Start der Kampagne ist es wichtig, dass das Unternehmen stets kommuniziert und schnell auf Fragen antwortet. Wir unterstützen die Projekte.

Für Investoren ist es leicht: Man muss sich nur anmelden, ein Investorenprofil ausfüllen und einen Ausweis oder Pass hochladen. Dann wählt man einfach das Projekt, in welches man investieren möchte, liest die Information durch und gibt den Betrag ein. Dazu liest und bestätigt man die Verträge und Risikohinweise.

Conda
Conda ist eine österreichische Crowdinvesting-Plattform (conda)

Für-Gründer.de: Seit Ende letzten Jahres seid Ihr nun auch in Deutschland aktiv. Was hat Euch zur Expansion ins Nachbarland getrieben und wie seid Ihr vorgegangen?

Daniel Horak von Conda: Für uns war seit der Gründung 2013 klar, dass wir eine grenzübergreifende Plattform am Markt etablieren möchten. Der Weg nach Deutschland und in die Schweiz war unser erster wichtiger Schritt. Wir sehen ganz klar, dass der deutschsprachige Markt noch viel Potenzial hat und dass wir uns hier als starker Player etablieren werden können.

In den deutschen Markt sind wir durch ein Joint Venture mit der Münchner Crowdinvesting-Plattform Mashup Finance gestartet. Das war ein logischer Schritt für uns, denn wir wollen in jedem Land vor Ort ein Team haben, welches die regionalen Besonderheiten kennt und gut vernetzt ist.

Für-Gründer.de: In Deutschland sind die beiden Plattformen Seedmatch und Companisto Marktführer, der Rest des Marktes ist stark fragmentiert. Wie wollt ihr Conda in Deutschland dennoch erfolgreich etablieren?

Daniel Horak von Conda:

Unser Ziel ist, bis Ende des Jahres auf die zwei Marktführer aufzuschließen. Dies wollen wir einerseits dadurch erreichen, dass wir andere Segmente adressieren, aber für uns sind auch im Sinne der Regionalität lokale Gründungsprojekte interessant.

Wir adressieren dazu ebenfalls KMUs. Die angesprochene Regionalität gewährleisten wir wiederum durch unsere CONDA-Partner in den Regionen und unser CONDA.pro Partner Konzept für Unternehmens- und Gründungsberater.

Darüber hinaus werden wir in den nächsten Wochen und Monaten viele Neuerungen präsentieren, welche es in dieser Weise am gesamten deutschsprachigen Markt noch nicht gibt. Als ein erster Schritt ist hier etwa die Kooperation mit dem Fintech-Start-up Holvi zu nennen.

Für-Gründer.de: Wie unterscheidet ihr euch mit Conda von den deutschen Wettbewerbern?

Daniel Horak von Conda: Da gibt es aus unserer Sicht mehrere Punkte, die uns von Mitbewerbern unterscheiden:

  • Conda ist eine echte DACH-Plattform: Wir haben in München, Zürich und Wien Offices und haben unser Beteiligungsmodell in allen drei Ländern mit den Regulierungsbehörden abgestimmt.
  • Unterschiedlicher Fokus: Wir setzen ganz bewusst nicht nur auf typische Start-ups, sondern auch auf lokale Gründungsprojekte und KMUs. Wir wollten das gesamte Spektrum des Unternehmertums auf unserer Plattform haben.
  • Conda ist mehr als Crowdinvesting. Wir unterstützen unsere Projekte mit Netzwerk, Mentoren und lokalen Ansprechpartnern. Darüber hinaus ist uns immer eine Kombination der Finanzierungsquellen wichtig. Das heißt, gerade bei Start-ups holen wir meistens einen Business Angel mit an Bord. Hierfür haben wir das Conda Lead-Investor-Konzept entwickelt. Hierbei kann die Crowd mit professionellen Investoren ko-investieren.
  • Lokale Nähe: Wir haben mit CONDA.pro ein Partnermodell entwickelt, welches es uns ermöglicht, die Nähe zu unseren Kunden zu bewahren. Das ist ein Partnernetzwerk von Unternehmens- und Gründerberatern, das interessierten als Ansprechpartner und Berater zur Verfügung stehen.

Für-Gründer.de: Welche Gründungsideen haben gute Chancen, als Crowdinvesting-Projekt auf Conda präsentiert zu werden?

Daniel Horak von Conda: Für uns sind die Menschen hinter dem Unternehmen einer der wichtigsten Faktoren. Das heißt, wir wollen ein gutes, ausgeglichenes Team sehen, wir möchten die Motivation verstehen und das Commitment zum Unternehmen und zur Finanzierungsform Crowdinvesting.

Darüber hinaus sind für uns natürlich die Geschäftsidee selbst, die Planung mittels Geschäfts- und Finanzplan und die bisherige Traktion von Interesse. Wir setzen auf Qualität vor Quantität. Daher sind uns kurze und knackige Businesspläne viel lieber als endlose Ausschweifungen. Welche weiteren Kriterien für uns wichtig sind, findet man im Detail online. Da wir aber zu den Projekten stets auch persönlichen Kontakt haben, gibt es kein 100 % gültiges Schema.

Neben diesen Kriterien ist es natürlich wichtig, dass die Idee klar verständlich, gut an eine breite Masse transportierbar ist und dass die Gründer sich darüber im Klaren sind, dass Crowdinvesting kein Selbstläufer ist, gute Vorbereitung benötigt und der Erfolg stark vom Gründerteam selbst abhängt.

Für-Gründer.de: Ein deutscher Gründer möchte sein Start-up bei euch platzieren. Wie geht er am besten vor?

Daniel Horak von Conda: Wie zuvor schon erwähnt, ist der Kontakt mit uns über verschiedenste Wege möglich. Neben dem direkten Kontakt natürlich auch über unsere Partner in den Regionen. Der Ablauf ist ziemlich klar strukturiert und online einzusehen.

button_weiter_lesen

Auf der zweiten Seite erzählt Daniel Horak, welche gesetzlichen und rechtlichen Hürden eine Crowdinvesting-Plattform zu nehmen hat und was bei Conda konkret ansteht in den kommenden Monaten.

Tags: