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Grüne Start-ups: Bayern und NRW haben die meisten



Fernab der Greenwashing-Initiativen zahlreicher Unternehmen gibt es eine Vielzahl an Gründern, die es mit dem grünen Unternehmertum wirklich ernst meinen und ihr wirtschaftliches Handeln nachhaltig ausrichten. Insbesondere der Klimaschutz ist vielen Start-ups aus der Green Economy besonders wichtig. Die Hochburgen der deutschen Green Economy stehen dabei in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Wir werfen einen Blick in den aktuellen Green Economy Gründungsmonitor.



Der Green Economy Gründungsmonitor ist ein Lagebericht zur grünen Gründerlandschaft. Erhoben und veröffentlicht vom Borderstep Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg sollen mit ihm Indikatoren sowie Tendenzen in der Entwicklung der Green Economy vorgestellt werden. Der Blick geht dabei vor allem auf die Bereiche Green Tech, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz.

Zum ersten Mal wurde der Green Economy Gründungsmonitor im Jahr 2013 durchgeführt und die Bedeutung grüner Gründungen in 30 deutschen Gründerzentren erforscht. Der Wirtschafts- und Kulturwissenschaftler Dr. Ralf Weiß 2013 begründete damals eine grüne Gründerinitiative innerhalb des Borderstep Instituts und leitete die Untersuchung zum Green Economy Gründungsmonitor. Im Interview berichtete Weiß:

Die grüne Gründerinitiative StartUp4Climate macht es sich seither zur Aufgabe, neue Anreize und bessere Bedingungen für grüne Gründungen in Deutschland zu schaffen.

Gruendungen in Deutschland
Anteil grüner Gründungen an Gesamtgründungen in Deutschland (Grafik: Borderstep Institut)

Und wer neue Anreize schaffen will, muss die aktuelle Situation gut einschätzen können, um die nötigen Stellschrauben zu identifizieren. Denn zum Start der Initiative hatte man kaum Kenntnisse über den möglichen Einfluss grüner Gründungen am gesamten Gründungsgeschehen sowie in den einzelnen Sektoren. Also standen auch 2014 neue Untersuchungen zur Green Economy an. Diesmal wurden nach eigenen Angaben auf Basis einer Unternehmensdatenbank mit 1,3 Mio. Unternehmen insgesamt 5.000 Unternehmensgründungen der Jahre 2006 bis 2013 analysiert.

Spitzenreiter: Bayern und NRW einerseits – MV und Brandenburg andererseits

Das Berliner Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit fasst zusammen, dass die Green Economy ein Gründungs- und Beschäftigungsmotor sei. Denn von 2006 bis 2013 sind etwa 170.000 Unternehmen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz gegründet worden. Etwa 16.700 dieser neuen grünen Start-ups seien allein im Jahr 2013 an den Start gegangen. Insgesamt schuf die Green Economy laut Monitor in dem genannten Zeitraum rund 1,1 Millionen neue Arbeitsplätze.

Generell sind es laut Studie seit 2006 durchschnittlich 14 % aller Gründungen in Deutschland, die einen nachhaltigen Beitrag zu einer Umwelt und Klima schonenden Wirtschaft leisten. Damit entfällt jede siebte Gründung auf das Feld der Green Economy.

Die höchsten grünen Gründerzahlen gehen auf die Bundesländer Bayern, NRW und Baden-Württemberg zurück. In den drei Ländern wurden in den vergangenen acht Jahren mehr als 82.000 grüne Unternehmen auf die Beine gestellt. Auf sie entfällt damit fast die Hälfte aller Gründungen im Bereich der Green Economy.

Grüne Start-ups nach Bundesländern
Verteilung Gründer Gründer nach Bundesländern (Grafik: Borderstep Institut)

Aber bezogen auf den Anteil der grünen Gründungen am gesamten Gründungsgeschehen in den einzelnen Bundesländern schneiden Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von jeweils über 20 % am besten ab. Hier spielen die erneuerbaren Energien eine große Rolle für Unternehmensgründungen.

Grüne Gründer in Bundesländern
Anteil grüner Gründer in Bundesländern (Grafik: Borderstep Institut)

Neben der Frage, wo wie viele grüne Start-ups gegründet werden, ist es auch interessant, zu erfahren, in welchen Bereichen sich die grünen Gründer niederlassen. Insgesamt fällt hierbei auf, dass die Energiewende und der Klimaschutz vorherrschen.

Augenmerk grüner Start-ups auf Klimaschutz

Ganze 135.000 junge Unternehmen, das sind 81 %, bieten mit ihrem Geschäftsmodell eine Lösung für den Klimaschutz. Dabei ist es aber auch möglich, als Start-up mehrere grüne Themenfelder zu bedienen. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Start-up verschiedenen grünen Sektoren gleichzeitig zugeordnet werden kann. Denn rund 85.000 von den insgesamt 170.000 Unternehmensgründungen, also etwa 50 %, sind darüber hinaus auch im Bereich der erneuerbaren Energien zu verorten. Der drittgrößte Posten ist jener der Energieeffizienz. Hierauf entfallen fast 73.000 Gründungen (43 %).

Green Economy Bereiche
Gründungen nach Green Economy-Bereichen (Grafik: Borderstep Institut)

Die Ergebnisse dienen dem Borderstep Institut sicherlich nicht nur zur Erweiterung der eigenen Kenntnisse, sondern machen auch das Bedürfnis einer stärkeren Unterstützung für grüne Gründer sichtbar. Denn nach wie vor ist die Green Economy noch nicht ausreichend in der Gründungsförderung verankert. So empfiehlt die Gründungsmonitor-Forschungsgruppe

  • erstens eine gezielte Förderung von Start-ups im Bereich Energie, Umwelt und Cleantech,
  • zweitens eine systematische Verknüpfung von Clusterinitiativen mit der Gründungsförderung und
  • drittens eine Verbesserung der Finanzierungsbedingungen grüner Start-ups.

Wann und in welchem Ausmaß die Bundesregierung diese und weitere Handlungsempfehlungen zugunsten der deutschen Green Economy aufnimmt, steht allerdings leider in den Sternen. Den vollständigen Green Economy Gründungsmonitor 2014 können Sie hier kostenlos herunterladen.

Hier im Blog halten wir weitere Beiträge rund um die Green Economy bereit. In unserem Portal finden Sie alles, was Sie für die ersten Schritte in die Selbstständigkeit benötigen – vom Leitfaden für die Businessplanerstellung über die wichtigsten Punkte der Betriebsorganisation bis hin zum richtigen Einsatz von Marketing- und PR-Maßnahmen.