Von Radlern für Radler: Geschäftsideen zum Fahrrad



Gute Geschäftsideen lösen ein dringliches Alltagsproblem. Unter Fahrradfahrern ist es beispielsweise die Abwägung beim Helm zwischen Sicherheit und Komfort. Die Geschäftsideen radkappe und Hövding beseitigen genau dieses Dilemma auf kreative Weise. Außerdem betrachten wir ein in den Rucksack passendes Fahrrad sowie ein Valet-Parkdienst für Fahrradfahrer.



Geschäftsidee: kleinstes Fahrrad der Welt?

Bei Kwiggle handelt es sich um ein besonders kompaktes Fahrrad, das Platz im Handgepäck findet. So optimal entwickelt wurde es vom Hannoveraner Karsten Bettin – und die Maße können sich sehen lassen. Gefaltet hat Kwiggle eine Größe von 55 x 40 x 25 Zentimetern und wiegt nur 7 kg. Im Rucksack verstaut würde es sogar an Bord eines Flugzeugs mitgebracht werden können. Diese praktische Geschäftsidee ist damit deutlich auf die Zielgruppe der Berufspendler und Vielreisenden ausgelegt.

So sieht das kleinste Faltrad der Welt aus (Bild: kwiggle-bike.de)
So sieht das kleinste Faltrad der Welt aus (Foto: Kwiggle)

Aber der Komfort und Fahrspaß soll natürlich nicht unter den kompakten Maßen leiden. Dank der ausgeklügelten Faltmechanik lässt sich das Kwiggle innerhalb von wenigen Sekunden auf- und zuklappen. Das Aussehen erinnert ein wenig an einen Klapproller. Der Fahrer nimmt eine fast stehende Position auf dem Rad ein. Der Erfinder beschreibt es so:

Das Fahren mit dem Kwiggle ist eine Mischung aus Biken und Walken und kann sowohl gemütlich als auch Fitness fördernd sein.

Auch bei der Funktionalität machte der Entwickler keine Abstriche. Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h seien mit dem Miniaturfahrrad kein Problem. Insgesamt fünf Patente hat Karsten Bettin angemeldet, ohne die diese Spezifikationen nicht möglich gewesen wären. Dieser beachtliche Erfindergeist wurde bereits 2013 mit einer Auszeichnung durch den Ideenwettbewerb StartUp-Impuls belohnt. Noch gibt es Kwiggle nicht zu kaufen, aber wenn er auf den Markt kommt, soll er etwa 1.000 Euro kosten. Im folgenden Video kann man sich das Kwiggle-Bike in Aktion ansehen.

Geschäftsidee: frisurenfreundlicher Fahrradhelm

Zahlreiche Fahrradexperten sprechen sich gegen eine Helmpflicht in Deutschland aus. Denn bei vielen Radlern ist der Kopfschutz einfach zu unbeliebt und die Verletzungsgefahr bei Unfällen zu groß. Darüber hinaus stören sich viele Menschen daran, dass der Helm die Frisur ruiniert. Nicht zuletzt ist das Angebot an schönen und modernen Modellen eher mager.

Die Hamburgerin Janna Horstmann zählt zu diesen Radlern, die es leid sind, entweder sicher oder modisch unterwegs zu sein. Dabei möchte man lieber beides miteinander kombinieren, wenn man den urbanen Großstadtdschungel mit dem Rad durchquert.

Die Radkappe lässt Platz für den Zopf (Bild. rad-kappe.de)
Die Radkappe lässt Platz für den Zopf (Foto: radkappe)

Im Jahr 2013 entwarf Horstmann die radkappe und brachte einen eigenen Helm auf den Markt. Eine Aussparung am Hinterkopf wird zum Rettungsanker für jeden Dutt, Flechtzopf oder Pferdeschwanz. Optisch erinnert der Helm von radkappe an eine Mischung aus Reithelm und Baseballkappe. Der Schirm am vorderen Rand des Helms schützt das Gesicht vor Sonne und Nässe. Die radkappe richtet sich somit sowohl an Frauen als auch Männer mit langen Haaren.

Geschäftsidee: Airbag für den Kopf

Wer allerdings auf Föhnfrisur oder Haargel setzt, braucht ebenfalls nicht verzagen. Zwei schwedische Designstudenten entwickelten vor einigen Jahren einen unsichtbaren Helm. Er wird wie ein Schlauchschal um den Hals getragen und umhüllt den Kopf blitzschnell, sobald es zu einem Unfall kommt. Wie ein Airbag entfaltet sich in Windeseile ein Luftkissen, das den Kopf beim Aufprall schützt.

Rechts sehen Sie den Hövding im aktivierten Zustand (Bild Hovding.com)
Rechts sehen Sie den Hövding im aktivierten Zustand (Bild: Hövding)

So viel Komfort hat allerdings seinen Preis. Ein Hövding, so heißt das Sicherheitssystem, kostet 399 Euro. Die Geschäftsidee gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe und das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 20 Mitarbeiter.

Wohin mit dem Fahrrad auf Großveranstaltungen?

Viele Konzerte und Kulturveranstaltungen finden mitten in der urbanen Umgebung statt. Eine Anreise mit dem Fahrrad liegt hier also nahe, doch wo lässt es sich sicher abstellen? Gerade dann, wenn es um Sicherheit geht, machen es kreuz und quer angekettete Fahrräder Veranstaltern oft schwer, die notwendigen Fluchtwege frei zu halten.

Die mobile FahrradGarderobe liefert eine Lösung für das Problem. Dem Prinzip der klassischen Mantel-Garderobe folgend, wird durch den Einsatz von Triathlonständern ordentlich Platz gespart. Unter dem Namen KonzertKultour wurde die Geschäftsidee im Jahr 2013 sogar zu einem der Kultur- und Kreativpiloten erwählt.

Außerdem bewachen Mitarbeiter rund um die Uhr die Räder und kommen damit Sachbeschädigungen und Diebstahl zuvor. Die FahrradGarderobe war bereits auf dem Hurricane Festival, dem Reeperbahn Festival und vielen weiteren Großveranstaltungen im Einsatz. Mit einer Crowdfunding-Kampagne, die diese Woche beginnt, möchte das Start-up weiter expandieren.

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