Elektromobilität mit Stil: drei kreative Geschäftsideen



Während die Elektrifizierung des Autoverkehrs noch auf sich warten lässt, sind E-Bikes schon längst zum Kassenschlager geworden. Die Verkaufszahlen verdreifachten sich seit 2009 auf 450.000 Elektroräder im Jahr 2014. Mit immer leichteren, praktischeren und stilvolleren Modellen machen neue Geschäftsideen den alten Hasen Konkurrenz im Markt. Doch der Erfindungsreichtum macht nicht beim Zweirad halt. Auch elektrifizierte Tretroller und sogar Skateboards buhlen um die Gunst des Kunden und dürften im urbanen Straßenverkehr für neidische Blicke sorgen.

Scrooser – Die Harley Davidson für den Gehweg

Mit dem Holz-Tretroller aus der Jugend hat dieses Gerät wenig zu tun. Die breiten Reifen, der lange Radstand und die weit nach hinten gekippte Lenkgabel lassen schon von weitem erkennen, dass der Scrooser kein Spielzeug für Kinder ist. Während man klassisch mit dem Fuß Schwung holt, gibt ein elektrischer Motor zusätzlichen Antrieb. Im sogenannten Impuls Drive erkennt der Scrooser die Kraft, mit der sich der Fahrer abstößt und vervierfacht diese. So gelangt auch der Geschäftsmann im Anzug elegant und schweißfrei an sein Ziel.

Das auffälligste Merkmal dürften die breiten Räder sein (Bild: Scrooser)
Das auffälligste Merkmal sind die breiten Räder (Foto: Scrooser)

Eine Akkuladung reicht für etwa 60 Kilometer. Bei einer täglichen Fahrt zur Arbeit bis zu zwei Kilometer hält der Akku für mindestens einen Monat und ist in maximal drei Stunden wieder voll aufgeladen. Der Scrooser eignet sich explizit für Gehwege. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h.

Technisch wäre mehr drin gewesen, doch dann würde die Helm- und Versicherungspflicht zu Tragen kommen. Ein Nummernschild ist so auch nicht notwendig.

Der Scrooser richtet sich an eine umwelt- und trendbewusste Zielgruppe, die gerne zeigt, was sie hat. Er sei nicht für den Massenmarkt, erklärte der Gründer Jens Thieme im Interview mit Spiegel. Für 2015 plant Scrooser-Manufaktur daher nur einen Absatz von 500 Tretrollern. Bei einem Verkaufspreis von 4.500 Euro dürfte trotzdem etwas bei der Dresdner Geschäftsidee hängen bleiben.

Dahingleiten wie Marty McFly aus Zurück in die Zukunft

Das Onewheel ist kein gewöhnliches Skateboard. Wie der Name schon vermuten lässt, fährt dieses nämlich nicht auf vier, sondern nur einem Rad. Darin verbaut ist der Speichenmotor, der Akku und die Elektronik. Letztere hält das Brett, auf dem der Fahrer steht, automatisch in Waage. Selbst blutige Anfänger sollen dank der ausgeklügelten Technik in Minutenschnelle mit dem Onewheel losbrettern können. Gesteuert wird das Elektroskateboard durch die Verlagerung des Körpergewichts. Neigungssensoren nehmen diese Bewegungen auf und setzen sie in eine Vorwärts- oder Lenkbewegung um. In der Spitze sind um 20 km/h möglich, bei mehr Tempo drosselt das Onewheel runter.

Die Elektronik hält das Gefährt automatisch auf Waage. (Bild: Onewheel)
Die Elektronik hält das Gefährt automatisch auf Waage (Foto: Onewheel)

Angeblich stand das in der Luft schwebende „Hoverboard“ aus dem Spielfilmklassiker „Zurück in die Zukunft“ Pate für das Konzept. Das Fahrgefühl soll jedenfalls sehr gemütlich sein und laut dem Erfinder an das Dahingleiten eines Snowboards im Pulverschnee erinnern. Selbst Stock und Stein soll das einradige Gefährt problemlos weg stecken. Im Gegensatz zum Scrooser beträgt die Reichweite nur sechs bis acht Kilometer, danach muss es wieder an die Steckdose. Dafür sind potentielle Käufer aber auch schon mit 1.500 Euro dabei. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter war das Onewheel ein Hit und sammelte vor einem Jahr über 630.000 US-Dollar Startkapital ein.

Es ist kein Fahrrad, sondern ein E-Bike

„Wenn du willst, kannst du alles haben“, heißt es so schön in der Fernsehwerbung. Dieses Motto haben sich die drei Wiener von der Fahrradmanufaktur FREYGEIST zu Herzen genommen und ein Fahrrad entwickelt, das aufgrund der elektromechanischen Unterstützung schnell ist, aber auch hohen Designansprüchen gerecht wird

Wer das Zweirad von FREYGEIST betrachtet, wird es schwer haben, überhaupt zu erkennen, dass es sich um ein E-Bike handelt. Der Akku wird im Rahmen versteckt. Das haben schon andere Fahrradhersteller gemacht, doch sind deren Modelle klobig und so schwer, dass sie bei leerem Akku nur noch mühsam zu bewegen sind.

Kaum zu erkennen, dass dieses Rad von einem Elektromotor angetrieben wird.
Kaum zu erkennen, dass dieses Rad von einem Elektromotor angetrieben wird.

Das E-Bike von FREYGEIST wiegt aufgrund seiner Leichtbauweise nur 12 kg und damit nur halb soviel wie die meisten Konkurrenz-Modelle. Noch befindet sich das gute Stück in der Testphase, interessierte Investoren können aber aktuell über die Crowdinvesting-Plattform Companisto an der jungen Geschäftsidee teilhaben. Im Handel soll das FREYGEIST-E-Bike rund 4.000 Euro kosten.

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