Update: alles was wichtig ist zur Crowdfinanzierung



Der CrowdDay in Köln, eine neue Crowdinvesting-Plattform für Start-ups im Medizinbereich, eine Studie zur Crowdfinanzierung in Europa, die Frage, wer Germany’s Next Bike Startup wird, ein Online Crowdfundingkurs und viele neue Start-ups sind die Themen im aktuellen Update rund um die Crowdfinanzierung.

Über dem Jahr 2015 schwebt für Teile der Branche das Damoklesschwert der zunehmenden Regulierung. Das Stichwort hierbei ist Kleinanlegerschutzgesetz. Der Entwurf hierfür enthält aus Sicht vieler Plattformen unnötige und hinderliche Vorgaben. Bei einer Lesung im Bundestag in der vergangenen Woche deuteten Vertreter der Regierungsparteien allerdings an, dass es für Crowdinvesting-Plattformen noch zu Abschwächungen der vorliegenden Regelungen kommen könnte. Der Entwurf wurde anschließend in die Ausschüsse übergeben – man darf mit Spannung die nächsten Wochen erwarten.

Kölner CrowdDay-Konferenz rund um die Crowdfinanzierung

Am 26. März 2015 findet in Köln der CrowdDay statt. An diesem Tag können sich Interessierte umfassend zu den Kernfragen rund um die Schwarmfinanzierungsformen Crowdfunding und Crowdinvesting informieren. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt des CrowdDays:

  • Auf welche Weise kann ein Projekt mit Crowdfunding finanziert werden?
  • Welche Plattformen gibt es?
  • Wo liegen rechtliche Hürden und wie sieht effektives Marketing für eine Kampagne aus?

Hierzu sind interessante Vorträge, spannende Diskussionen und insgesamt neun Workshops zu speziellen Crowdfunding-Aspekten geplant. Schließlich soll jeder Teilnehmer im Anschluss in der Lage sein, eine erfolgreiche Kampagne zu stemmen. Mit dabei sein werden über 30 Redner und Experten wie: Christin Friedrich von Innovestment, Tanja Aschenbeck-Florange von Osborne Clarke, Marthe-Victoria Lorenz von der Sport-Plattform fairplaid, Tino Kreßner von Startnext, Christian Schubert von Fundsters oder Dirk Littig von bankless24.

Crowdday Koeln
Auf zum CrowdDay in Köln!

Freikarten für den CrowdDay 2015 in Köln gewinnen

Weitere Infos und Tickets (zwischen 19 und 99 Euro) gibt es auf der Homepage oder aber kostenlos von uns. Denn wir verlosen fünf Freikarten für den CrowdDay. Alles was Sie dafür tun müssen, ist uns eine E-Mail an info@fuer-grunder.de zu senden mit ein paar Worten dazu, warum Sie eine Freikarte haben möchten. Unter allen Einsendungen losen wir dann fünf Gewinner aus.

Zahlen, Daten und Fakten zur Schwarmfinanzierung

Mitte Februar haben wir unseren Crowdfinanzierungs-Monitor veröffentlicht. Crowdfunding konnte demnach im Jahr 2014 einen deutlichen Zuwachs auf 8,7 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Das Finanzierungsvolumen, das Start-ups per Crowdinvesting einsammeln konnten, lag mit 14,7 Mio. Euro geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Im Bereich des Crowdinvesting traten allerdings verstärkt neue Anlageklassen wie Immobilien und ökologische Projekte hinzu. In Summe verteilten sich 2014 auf die drei Anlageklassen Start-ups, Immobilien und ökologische Projekte 23,7 Mio. Euro.  Bei diesen Zahlen wurden ausschließlich zum Stichtag 31.12.2014 erfolgreich beendete Projekte berücksichtigt.

Crowdinvesting 2014 nach Anlageklassen
Zahlen aus dem Für-Gründer.de Crowdfinazierungs-Monitor

 

Überstrahlt wurden diese Zahlen allerdings durch den Bereich Crowdlending. Hier erhielten Selbstständige und Unternehmen im Jahr 2014 Kredite über 35 Mio. Euro. Somit sammelten Selbstständige, Kreative, Start-ups und Wachstumsunternehmen von der Crowd im Jahr 2014 knapp 60 Mio. Euro ein. Mehr Details erfahren Sie hier.

Auch auf europäischer Ebene sind Kredite aus der Crowd – also das Crowdlending – ein Wachstumsmotor für die Schwarmfinanzierung. Zu diesem Schluß kommt eine Studie der Universtität Cambrigde und EY, die in der vorigen Woche in Frankfurt vorgestellt wurde und den Titel The European Alternative Finance Benchmarking Report trägt. Die Daten beruhen allerdings auf freiwilligen Angaben der Plattformen, die über einen Onlinefragebogen eingeholt wurden. Insgesamt haben sich 255 Plattformen beteiligt. Für 2014 ergab die Studie ein europäisches Marktvolumen von knapp 3 Mrd. Euro, wovon rund 80 % auf Großbritannien entfallen. In die Auswertung sind aber insbesondere im Crowdlending-Bereich auch Kredite an Privatpersonen eingeflossen, die einen großen Teil ausmachen.

Crowdfunding Plattformen Cambridge EY Study
Anzahl der Plattformen in den Europäischen Ländern im European Alternative Finance Benchmarking Report

Meldungen auf einen Klick

  • Startnext: die Crowdfunding Plattform Startnext hat sich entschieden zwei neue Kategorien zu schaffen. Ab Anfang März sind stehen nun die Kategorien Social Business und Food für Projektstarter zur Verfügung: mehr erfahren.
  • Startnext die Zweite: bis zum 13. März sucht Startnext noch interessante Fahrrad-Projekte für die „Fahrrad meets Startup“ Convention – bei der Bewerbung geht es um nichts geringeres als die Suche nach „Germany’s Next Bike Startup“ – also jetzt losfahren.
  • aescuvest: Start-ups im Gesundheitsmarkt will die neue Plattform aescuvest den Weg zur Finanzierung aus der Crowd ebnen. Dabei stehen Medizintechnik, Dienstleistungen und digitale Gesundheit im Mittelpunkt. Aktuell sind noch keine Projekte online – direkt zur Plattform.
  • Crowdcamp: die Plattform bietet seit Anfang März den nach eigenen Angaben ersten deutschen Crowdfunding-Expertenkurs. In einem Onlinekurs berichten Projektstarter wie Van Bo Le-Mentzel, Jan Lenarz von Vehement oder Milena Glimbovski von Original Unverpackt sowie Thomas Reimers von Protonet in 28 thematischen Videolektionen über ihre Erfahrungen mit der Schwarmfinanzierung. Das Angebot startet ab 169 Euro: zum Crowdcamp.

Neue Start-ups auf Investorensuche

Es gibt natürlich wieder eine Reihe an neuen Start-ups, die in der Crowd auf Investorensuche sind. Wir stellen einige vor:

  • CineApp: Wenn es nach CineApp geht, soll das klassische Kinoticket der Vergangenheit angehören. Über die App kann ein Kinoticket ganz einfach und schnell gebucht werden, ohne sich in einer langen Schlange vor der Kinokasse anstellen zu müssen. CineApp hat bei Seetmatch eine Fundingschwelle von 150.000 Euro festgelegt und hat noch über einen Monat Zeit, diese zu erreichen.
  • Jaimie Jacobs: Individualisierte Produkte sind schon längere Zeit ein Hype im Internet. Jaimie Jacobs greift diesen Hype auf und bietet seinen Kunden Schuhe zum Selbstdesignen an. Mit wenigen Mausklicks sollen handgefertigte Lederschuhe über einen 3D-Konfigurator kinderleicht online designed werden können. Die Crowdinvesting-Kampagne auf Companisto läuft noch etwa zwei Wochen, knapp drei Viertel des Funding-Maximums von 200.000 Euro wurde bisher erreicht.
  • kidisto.de: kidisto.de ist ein Online Shopping Club, der sich auf Kinder im Alter zwischen 0 und 15 Jahren spezialisiert hat. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Onlineshop können nur angemeldete Mitglieder die Produkte betrachten und kaufen. Dabei gibt es kein Standardsortiment, sondern limitierte Angebotsware. Das Start-up möchte 200.000 Euro auf Seedmatch einsammeln und hat nur noch wenige Wochen Zeit, um die restliche Summe von ca. 75.000 Euro aufzutreiben.
Neue Start-ups sammeln Geld ein: Jaime (o.l.), Pablo (o.r.), Zahn (u.l.) und kidisto (u.r.)
Neue Start-ups sammeln Geld ein: Jaimie Jacobs (o.l.), Pablo & Paul (o.r.), Wawibox (u.l.) und kidisto.de (u.r.)
  • Pablo & Paul: In wohl fast jedem zweiten Wohnzimmer findet sich ein IKEA-Bild an der Wand. Wer sich von der Standard-Kunst der Schweden abheben möchte, der kann es auch einmal mit Pablo & Paul versuchen. Über den Onlineshop können Kunden exklusive und finanziell erschwingliche Kunstwerke erwerben. Bisher konnte Pablo & Paul knapp 90.000 Euro auf Companisto einsammeln, das Fundingmaximum von 100.000 Euro kann in den letzten zwei Wochen noch gut geknackt werden.
  • Wawibox: Wawibox hat sein Fundingziel auf 200.000 Euro erhöht und möchte in den letzten zwei Wochen die restlichen knapp 50.000 Euro bei Seedmatch einsammeln. Wawibox ist der erste online B2B-Preisvergleich für Zahnarztpraxen mit integrierter Materialverwaltung. So sollen Zahnärzte mit Wawibox günstigere Einkaufspreise erzielen und können dabei gleichzeitig die Bürokratie bei der Lagerverwaltung reduzieren.

Crowdinvestments vor dem Aus

Das Investment in Start-ups ist mit einem großen Risiko verbunden. Auch in den vergangenen  Monaten konnten einige Start-ups ihre Ziele nicht erreichen und stehen vor dem Aus:

  • Vibewrite: trotz einer Finanzierung über 560.000 Euro, die Ende September 2014 abgeschlossen wurde, musste das Unternehmen Mitte Dezember 2014 Insolvenz anmelden. Als Ursache werden nicht bezahlte Krankenkassenbeiträge für die Mitarbeiter genannt. Es erscheint allerdings wenig plausibel, wie dies in so kurzer Zeit nach der Finanzierung tatsächlich passieren konnte. Selbst bei einer Teamgröße von 13, wie diese zum Zeitpunkt der Finanzierung angegeben wurde, dürften die mehr als 0,5 Mio. Euro ausreichen, Gehälter und Sozialabgaben für einen deutlich längeren Zeitraum zahlen zu können.
  • Tollabox: die Finanzierung von Tollabox auf Seedmatch liegt schon etwas länger zurück. Mitte 2013 gab es 600.000 Euro von der Crowd. Im Februar erreichte die Investoren nun die Meldung des Insolvenzantrags. Nach Angaben der Gründer kam eine Anschlußfinanzierung über 1,1 Mio. Euro nicht zustande. Im Interview mit Seedmatch wurde darauf verwiesen, dass man sich nicht auf die Konditionen einigen konnte. Bei dieser Aussage fragt man sich jedoch, ob das Gründerteam zu hoch gepokert hat, obwohl alles auf dem Spiel stand.

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