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Wie entwickle ich Erklärvideos für mein Unternehmen?



Erklärvideos spielen mittlerweile ähnlich wie Infografiken eine große Rolle beim Marketing vieler Start-ups und Unternehmen. Wie man bei der Produktion solch eines Videos vorgeht und welche Tools und Agenturen sich auf dem Markt befinden, erfahren Sie im zweiten Beitrag unserer Serie rund um Erklärvideos.



Im 1. Teil der Artikelserie haben wir die verschiedenen Arten von Online-Videos, die spezielle Unterart „Erklärvideo“ sowie Erfolgsstatistiken und psychologische Ursachen thematisiert. Im heutigen 2. Teil erfahren Sie, wie die Produktion eines Unternehmensvideos vonstattengeht und welche Punkte hierbei besonders beachtet werden müssen. Außerdem zeigen wir Ihnen Wege, Ihr eigenes Video zu produzieren. Hierfür stellen wir Ihnen professionelle und besonders kostengünstige Möglichkeiten vor.

Die Videoproduktion: Zielgruppe, Skript, Storyboard

Die wichtigste Grundvoraussetzung vor dem Start einer Werbekampagne ist immer die Identifizierung der Zielgruppe und ihrer Bedürfnisse. Auch für Erklärfilme im Web ist es enorm wichtig, die Adressaten zu kennen. Nur so kann die Zielgruppe optimal angesprochen und das richtige Maß an Humor und Emotion gefunden werden. Bei der Zusammenarbeit mit einer professionellen Agentur beginnt der Produktionsprozess mit einer Beratung und Planung des Projekts. So können alle Vorstellungen und Wünsche für das Endprodukt abgesprochen werden.

Der erste Schritt in der tatsächlichen Produktion ist die Erstellung des Skripts. Das Skript legt die Storyline und Handlung des Videos fest. Daher sollte einige Zeit und Mühe in die Erstellung investiert werden. Überlegen Sie sich, was das Ziel des Videos ist und wie Sie den Zuschauer ansprechen wollen. Wenn Sie Ihr Video selbst erstellen wollen, fragen Sie einige Ihrer (potenziellen) Kunden von welchen Szenarien und Problemen diese sich angesprochen fühlen.

Videoagenturen bieten unterschiedliche Stile für Erklärvideos an (Quelle videoboost.de)
Videoagenturen bieten unterschiedliche Stile für Erklärvideos an (Quelle videoboost.de)

Auf das Skript folgt das Storyboard. Das Storyboard „übersetzt“ das Skript in Bilder. Das Erscheinungsbild und der Inhalt werden endgültig festgelegt; es entsteht ein erster Eindruck des Endprodukts. Bei der Erstellung des Storyboards wird außerdem über den verwendeten Stil des Videos entschieden. Dieser ergibt sich zum einen aus den Vorlieben der Zielgruppe und zum anderen aus der gewünschten Wirkung für das Unternehmensimage. Die Möglichkeiten sind – wie die obige Grafik zeigt – zahlreich und jeder Stil unterscheidet sich in seinen Individualisierungsmöglichkeiten und seiner Eignung für bestimmte Inhalte.

Die richtigen Zutaten: das sollte in Ihrem Video enthalten sein

Produkte und Dienstleistungen lösen immer ein mehr oder weniger großes Problem. Dieses muss in dem Video verdeutlicht und der Lösungsvorschlag optimal vorgestellt werden. Hierbei ist ratsam, die Funktionsweise Ihrer Dienstleistung oder Ihres Produktes zu präsentieren. Dies ist beispielsweise durch einen Screencast, also ein Abfilmen des Bildschirms während der Produktbenutzung, oder durch die simple Benutzung des Produktes durch einen Charakter innerhalb des Videos möglich.

Damit die Zuschauer aufmerksam bleiben, ist es wichtig, die „Storyline“ schlüssig und interessant zu gestalten und dabei möglichst einzigartig und kreativ vorzugehen. Vermeiden Sie es, zu viele Informationen auf einmal in das Video verpacken zu wollen, um den Zuschauer nicht zu überfordern oder gar zu langweilen.

Das Video endet mit einer Handlungsaufforderung. Dieser „Call-to-Action“ ist sehr wichtig, da der Zuschauer damit zu einer Handlung, wie einem Kauf oder der Eintragung seiner E-Mail-Adresse, angeregt wird. Call-to-Actions können beispielsweise sein:

  • „Jetzt 30 Tage kostenlos testen“
  • „Rufen Sie uns jetzt an für ein unverbindliches Infogespräch“ oder
  • „Jetzt gleich bestellen und von unseren aktuellen Angeboten profitieren“.

Die Kunst der Erklärvideo-Produktion besteht letztendlich darin, all diese Punkte einfach, verständlich und kurz zu verpacken! Ein Erklärvideo sollte laut einer Untersuchung nie länger als 120 Sekunden dauern. Es müssen also alle Aspekte und Informationen so komprimiert werden, dass das Video trotz allem möglichst kurz wird.

Den richtigen Ton treffen: ein professioneller Sprecher für Ihr Video ist ein Muss

Bei der Vertonung – dem „Voice Over“ – stellt die Agentur meist verschiedene professionelle Sprecher zur Auswahl. Wie immer muss auch hier die Stimme ausgewählt werden, die das Unternehmen bestmöglich repräsentiert und Sympathien bei der Zielgruppe weckt.

Sind alle vorangegangenen Schritte zufriedenstellend erfolgt, wird das Ganze durch Animation und Sounds zum Leben erweckt. Perfekt auf die Handlung abgestimmte Soundeffekte und eine passende Hintergrundmusik vermitteln die richtige Stimmung. Damit ist der Produktionsteil abgeschlossen und das Video vollständig.

Professionelle Agentur vs. eigene Handarbeit

Da die Produktion und die Beachtung aller wichtigen Punkte ziemlich aufwendig sind, muss für die Beauftragung einer Video-Agentur ein gewisses Budget vorhanden sein. Üblicherweise liegen Preise für die Videoproduktion zwischen 1.800 und 8.000 Euro.

Drei erfahrene Erklärvideo-Profis sind Simpleshow, Explain.it und Videoboost, die wir Ihnen kurz vorstellen.

Professionelle Agenturen:

  • Simpleshow ist der Marktführer in Sachen Legetrick-Stil. Mit der Legetrick-Technik und langjähriger Erfahrung können alle Produkte und Dienstleistungen vorgestellt werden.
  • Die Videos bei explain-it können in verschiedenen Stilen produziert werden. Ebenfalls beliebt sind Videostile in der eine Hand verschiedene Elemente auf dem Bildschirm anordnet.
  • Bei Videoboost sind ebenfalls viele unterschiedliche Stile sowie die Entwicklung eines neuen individuellen Stils möglich. Das Preisniveau ist von den drei genannten Anbietern am niedrigsten.

Für alle mit einem Budget, das die Beauftragung einer Agentur nicht zulässt, existieren Tools und Möglichkeiten, welche die Produktion von Videos zu sehr geringen Preisen ermöglichen. Hier stellen wir Ihnen fünf verschiedene Beispiele dafür vor:

günstige Videotools zum Selbermachen:

  • Auf Fiverr stellen Mitglieder alle möglichen Dienstleistungen ab bereits 5 US-$ zur Verfügung. Auch Videos werden von Freelancern angeboten, die meist aus dem südasiatischen Raum stammen. Die Anbieter arbeiten meist mit Hilfe von Tools mit vorgefertigten Schablonen. Daher ist das Video nicht individuell auf ihr Unternehmen abgestimmt. Die Kommunikation findet über die Plattform und somit meist auf Englisch statt. Rechtliche Schritte gegen den Anbieter könnten sich bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen schwierig gestalten. Bei einem niedrigen Budget kann es sich jedoch lohnen, Fiverr zu testen.
  • Voivio ist ein Markplatz für Videos, auf dem sich deutsche Agenturen und Freelancer um Ihren Auftrag bewerben. Sie verfassen eine Anfrage, in der Sie das gewünschte Endprodukt, sowie Budget und Deadline beschreiben. Aus den folgenden eintreffenden Angeboten suchen Sie sich einfach einen Dienstleister aus. Ist der Endpreis auch etwas niedriger, als bei den meisten richtigen Video-Agenturen, sind jedoch die Änderungsdurchläufe für Ihr Projekt auf zwei Iterationsschleifen begrenzt.

Für Bastler existieren sogar kostenlose Alternativen. Mit Goanimate, Powtoon und VideoScribe können Nutzer selbst Hand anlegen und ihr eigenes Video erstellen. Hierfür sollte im Vorfeld allerdings einige Zeit eingeplant werden. Die Qualität des Endergebnisses hängt natürlich von den Fähigkeiten des Nutzers ab. Sie stellen die Szenen und das Aussehen der Charaktere selbst zusammen, benutzen hierfür allerdings vorgefertigte Schablonen, die von dem Nutzer angepasst werden können.

  • Goanimate: Dieses Programm erlaubt das einfache Zusammenschneiden von Elementen. Die Einstellungsmöglichkeiten für die Synchronisation von Bild und Ton sind gut und die Bedienung einfach. Negativ kann jedoch die begrenzte Anzahl an Elementen, Szenerien und Charakteren aufgefasst werden, die zum Teil schon aus anderen Videos bekannt sind.
  • Powtoon: Schlichte Videos im Comic-Stil können Nutzer auch mit Powtoon selbstständig erstellen. Mit den Schablonen können schöne und einfache Videos erstellt werden, auf professionelle Übergänge und Individualisierung muss das Video dabei allerdings dann verzichten.
  • VideoScribe: Bei VideoScribe können Nutzer lediglich im Whiteboard-Stil  eigene Videos erstellen. Um mit diesem Stil gute Ergebnisse zu erzielen, statt zu langweilen, sind Grundkenntnisse im Storytelling und Scriptwriting von Vorteil. Für das Voice Over ist eine zusätzliche Produktion vonnöten. Sind die Bedingungen erfüllt, können mit VideoScribe schöne und effektive Videos in kurzer Zeit erstellt werden.

Unser 3. Teil der Artikelreihe behandelt dann alle Schritte, die nach der Veröffentlichung auf das Start-up zukommen, damit der Erklärfilm auch den gewünschten Effekt erzielt. Dabei geht es um mögliche Erfolgsmessungen, bis hin zur Optimierung des Inhaltes und der Platzierung des Videos.

Erklärvideos sind nur ein Baustein in einem umfassenden Marketingkonzept – hierzu stellen wir Ihnen auf Für-Gründer.de noch viele weitere Instrumente vor, speziell auch im Bereich des Internetmarketings.

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