Halloween-Spezial: Geschäftsideen für den Sensenmann



Halloween steht bevor! Einige schnitzen bereits fiese Fratzen in Kürbisse, andere decken sich mit Naschereien für „Süßes oder Saures“ ein und wieder andere treffen eine Auswahl der besten Gruselfilme für die schaurigste aller Nächte. Auch wir gruseln uns gerne und haben nach Geschäftsideen gestöbert, an denen sich der Sensenmann sicherlich beteiligen würde. Dies läuft dann heute mit Sicherheit unter der Rubrik verrückte Geschäftsideen.



Mit den Verstorbenen Kontakt aufnehmen

Ganz neu ist es sicherlich nicht, aber immer noch befremdlich, wenn man vom Angebot der Kontaktaufnahme zu Verstorbenen hört. Wer könnte sich denn vorstellen, wirklich mit den Toten zu sprechen? Sofort denkt man an eine Hellseherin mit Glaskugel in einem dunklen Hinterzimmer. Aber ein Start-up aus den USA geht ziemlich pragmatisch an das Thema heran und ermöglicht das Gespräch mit Verstorbenen. Bei der Geschäftsidee von eterni.me – frei übersetzt „Mach mich unsterblich“ – handelt es sich um eine Gründung aus der Eliteuniversität MIT. Hier wurde eine Technologie entwickelt, die aus sämtlichen Spuren eines Verstorbenen eine digitale Reinkarnation dieser Person erschafft.

eterni.me
eterni.me lässt Verstorbene per Computeralgorithmus wieder auferstehen

So wird aus der Sammlung von Videoaufnahmen, Fotos, Tagebüchern, E-Mails und Facebook-Nachrichten ein Avatar erstellt, mit dem man online sprechen und interagieren kann. Laut eigenen Angaben sei es aber nicht das Ziel, konkrete Trauerarbeit zu leisten, sondern das Andenken an eine Person für die Generationen danach aufrechtzuerhalten.

Geschäftsideen mit Alternativen zur klassischen Bestattung

Das Leben und die Persönlichkeit mancher Menschen war so außergewöhnlich, dass sich Hinterbliebene einen ebenbürtigen Abschied von jenen geliebten Personen wünschen. Allerdings lässt einem der Friedhofszwang in Deutschland nicht viel Spielraum, wenn es um alternative Bestattungen geht. Dennoch gibt es Optionen: im Ausland oder im Weltall.

Achtung, es wird ein wenig makaber:

Ein Freund erzählte mir, er möchte später eingeäschert werden. Und dann möchte er, dass seine Asche in die Patronen einer Schrotflinte abgefüllt wird und dass damit jemand Truthähne jagt, wissend, dass das Letzte was diese Truthähne sehen, seine sterblichen Überreste sind, die ihnen mit 300 Metern pro Sekunde um die Ohren fliegen.

So beschreibt der Gründer von My Holy Smoke den Ursprung seiner Geschäftsidee. Nun verkauft er Patronen, die nicht nur mit Schwarzpulver, sondern auch Asche gefüllt sind. Für 850 US-Dollar erhalten Trauernde 250 Patronen, gefüllt mit der Asche der Verstorbenen. Wen die Trauer übermannt, kann sich so Luft machen.

Ein anderes Geschäftsmodell nimmt das Thema Nachhaltigkeit „todernst“. Damit umweltbewusste Menschen auch nach ihrem Ableben ihre Überzeugung umgesetzt wissen, gibt es 100 %-kompostierbare Särge. Sie werden aus Wolle oder Seegras hergestellt und verzichten auf nicht kompostierbare Anteile aus Metall oder Kunststofffasern. Die Natural Burial Company sieht bei der Beerdigung keine Notwendigkeit, biologisch nicht abbaubare Materialien zu verbauen.

Getoppt wird das alles von der Möglichkeit, die eigenen sterblichen Überreste in den Weltraum zu schießen. Die amerikanische Geschäftsidee Celestis arbeitet mit kommerziellen Weltraumtransportunternehmen zusammen und schickt einen Teil des eingeäscherten Körpers wahlweise in den Erdorbit, zum Mond oder in das tiefe All. Die Preise liegen zwischen 1.000 und 12.500 US-Dollar für ein Gramm von der Asche. Bisher hat Celestis 12 „Missionen“ absolviert. Darunter war auch der Schauspieler James Doohan, bekannt für seine Rolle als „Scotty“ in der Fernsehserie Star Trek.

So sehen die Kapseln aus, mit denen die Asche ins All gelangt.
Mit diesen Kapseln gelangt die Asche ins Weltall (Foto: celestis.com)

Das digitale Erbe 

Viele persönliche Verträge, wie mit Versicherungen oder Telefon- und Internetanbietern müssen nach dem Tod von den Hinterbliebenen gekündigt werden. Generell ist das kein Problem. Aber was ist mit den Accounts und Profilen, die man zu Lebzeiten im Internet erstellt hat – insbesondere jene, die mit konkreten Passwörtern geschützt sind? Der Datenschutz macht es schwierig, den Zugang zu anderen Benutzerkonten zu erlangen. Eine Lösung hierfür bieten digitale Nachlassdienste wie Columba. Sie kümmern sich darum, dass Profile in sozialen Netzwerk gelöscht werden. Alternativ kann auch eine letzte Nachricht für die Nachwelt verfasst werden. Zudem sucht Columba nach Online-Verträgen und Guthaben bei Zahlungsdienstleistern und überträgt sie auf die Erben.

Ein Reinigungsservice für spezielle Fälle

In der Prime Time sorgen Leichen für Ekel, Schauer und hohe Einschaltquoten. Aber was passiert, wenn die eigenen vier Wände zum Tatort werden? Jeder Verstorbene hinterlässt Angehörige, die mit der Situation kämpfen. Wie überfordert diese sein können, erklärt Tatortreinigerin Rosalia Zelenka in einem Spiegel Interview so:

Ich habe schon erlebt, wie eine junge Frau Gehirnreste ihres Vaters in einen Topf packte und in den Kühlschrank stellte.

Rosalia Zelenka möchte aufklären, denn nicht nur beim direkten Kontakt besteht eine Gefahr durch infektiöses Material. Die meisten Reinigungsunternehmen verfügen nicht über das Fachwissen für eine sachgemäße Reinigung. Dadurch besteht das Risiko zur Ansteckungen. Ihre Erfahrungen beschreibt sie in dem Buch „Der Tod hat viele Gerüche“.

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