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Mit Venture Capital in die Unternehmensgründung?



In der frühen Unternehmensphase wird viel Kapital benötigt, doch bleibt es bei negativen Unternehmenszahlen eine Herkulesaufgabe Investoren vom eigenen Unternehmensvorhaben zu überzeugen. Manuel Effenberg von GO:INcubator zieht Bilanz über den diesjährigen Venture Capital Day, der Start-ups und Investoren zusammenbringen sollte und erklärt was vonnöten ist, um Investoren überzeugen zu können.  



Für-Gründer.de: Hallo Herr Effenberg, Sie haben Anfang Juni den Venture Capital Day organisiert – was stand im Fokus des Events und wie war die Resonanz? Und welche Investoren waren vertreten?

Manuel Effenberg von GO:INcubator: Das Problem der ausreichenden Finanzierung ist für Hightech-Start-ups stetig präsent. Aufgrund des frühen Stadiums in der Unternehmensentwicklung werden Umsätze meist noch nicht bzw. nicht ausreichend erzielt, um unter anderem aufwendige Entwicklungs- und Vertriebskosten zu decken. Derartig negative Cash-Flow Situationen limitieren letztendlich die Ansprache möglicher Finanzierungspartner, wie beispielsweise Kreditinstitute. Vor diesem Hintergrund stellt die Finanzierung über Venture Capital eine Option dar, um die Eigenkapitalsituation für künftige Investitionen zu stärken.

Um Start-ups diese Finanzierungsoption näher zu bringen sowie den Kontakt zu Investoren aus dem Bereich Venture Capital zu katalysieren hat GO:INcubator dieses Jahr am 3. Juni in Potsdam den Venture Capital Day organisiert. Den Auftakt bildete am Nachmittag der Hightech-Starter Pitch, bei dem sechs ausgewählten Start-ups die Möglichkeit gegeben wurde, ihr Vorhaben vor Venture Capital Gebern zu präsentieren. Ziel des Events war es, als Start-up professionelles Feedback zu erhalten und den Kontakt zu potentiellen Kapitalgebern herzustellen.

Auf Investorenseite begrüßten wir unter anderem:

  • den High-Tech Gründerfonds
  • die bmp Beteiligungsmanagement AG, die sich unter anderem bereits als Manager des BFB frühphasenfonds Brandenburg sowie bmp media investors einen Namen gemacht haben
  • die IBB Beteiligungsgesellschaft
  • Hasso Plattner Ventures
  • b-to-v Partners AG
  • die Investitionsbank des Landes Brandenburg
  • und die UnternehmerTUM-Fonds Management GmbH.

Im Anschluss an das Pitching fand am Abend die Hightech-Starter Lounge statt, wo Dr. Sebastian Suhr, Investmentmanager des High-Tech Gründerfonds und Dr. Jan Alberti, Investmentmanager der bmp Beteiligungsmanagement AG, vor mehr als 50 Gästen über die Möglichkeiten der Frühphasenfinanzierung über Venture Capital informierten. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellten beide Referenten ihre Fonds vor und berichteten über die Finanzierungskonditionen sowie den idealtypischen Ablauf inkl. der Betreuungsphase von ihren Investments. Dabei wurde auch der nicht monetäre Mehrwert für Start-ups thematisiert, den Venture Capital Geber bieten können.

Manuel Effenberg zieht eine positive Resonanz vom Venture Capital Day im Juni.
Manuel Effenberg zieht eine positive Resonanz vom Venture Capital Day im Juni.

Für-Gründer.de: Welche Start-ups waren vertreten und vielleicht können Sie uns ein paar Geschäftsideen im Detail kurz darstellen?

Manuel Effenberg von GO:INcubator: Auf dem Hightech-Starter Pitch hatten sechs Start-ups aus den Bereichen Softwareentwicklung, Media-Entertainment und Ingenieurswissenschaften die Möglichkeit, ihr Vorhaben vor den oben genannten VC-Gesellschaften zu präsentieren. Unter den vorgestellten Ideen befanden sich unter anderem:

  • der Aufbau von Micro-Location Netzwerken über neuartige Technologien um neue Möglichkeiten bei der Kundenansprache über Smartphones zu schaffen
  • ein Parkettsystem für Feucht- und Nassbereiche aufgrund einer innovativen Fertigungstechnik
  • eine App-Entwicklung, welche Payment, Kundenbindung und Qualitätsmanagement auf das Smartphone zusammenbringt

Für-Gründer.de: Worauf kommt es Ihrer Erfahrung nach bei der Präsentation der Start-ups vor Investoren besonders an und welche Fehler werden häufiger gemacht?

Manuel Effenberg von GO:INcubator: Bei der Präsentation vor Investoren ist es wichtig, sein Produkt sowie das dahinterliegende Geschäftsmodell kurz, prägnant und überzeugend darzustellen. Dabei ist natürlich das Skalierungspotenzial aufzuzeigen. Hierbei gilt es, den Markt und seine Wettbewerber zu kennen! Erste Erfolge am Markt sind dabei nur hilfreich. Wichtig ist zudem auch ein gutes Team vorweisen zu können – wobei nicht jeder vorne stehen und etwas sagen muss.

Fehler, die häufig gemacht werden, sind zu lange Intros und nicht fokussierte Ausführungen, die schnell auch mal zu Langeweile führen können. Auch nicht zielführend sind zu detaillierte Darstellungen. Keep it simple – und halten Sie die Zeitvorgaben ein!

Insgesamt gilt es, den roten Faden seines Vorhabens auf den Punkt zu bringen. In diesem Zusammenhang kann ich nur empfehlen im Vorfeld einige Proben zu durchlaufen, auch gerne mit Videokamera.

Für-Gründer.de: Wie entscheidet ein Investor, ob ein Geschäftsmodell gefällt oder nicht?

Manuel Effenberg von GO:INcubator: Investoren schauen natürlich auf das Skalierungspotenzial des Geschäftsmodells!

  • Ist der skizzierte Markt zu klein?
  • Gibt es schon zu viele ähnliche Vorhaben bzw. Produkte und Technologien?
  • Wie ist die Wettbewerbsstruktur?
  • In diesem Kontext ist natürlich auch das Monetarisierungsmodell von Bedetung: Wie möchte ich mit meiner Idee Geld verdienen?

Aus diesen Punkten kann man relativ schnell abschätzen, ob das aktuelle Geschäftsmodell dementsprechend wachsen kann oder eher nicht. Wenn Letzteres der Fall ist, passt man meistens nicht in das Geschäftsmodell eines VC-Gebers – da diese nach Unternehmen mit enormen Wachstumspotenzialen Ausschau halten.

Für-Gründer.de: Wie beurteilen Sie allgemein die Situation der Frühphasenfinanzierung in Deutschland?

Manuel Effenberg von GO:INcubator: Allgemein denke ich, dass in der Seedphase in Deutschland einige Finanzierungsoptionen zur Verfügung stehen. Komme ich aus der Hochschule, bietet das Programm Exist eine sehr attraktive Möglichkeit eine Anstoßfinanzierung für mindestens 1 Jahr zu erhalten. Aber auch nicht akademischen Unternehmensgründern steht eine Vielzahl von Finanzierungsmöglichkeiten bereit – sowie auch weitere Accelerator-Programme. Sind erste Erfolge vorzuweisen existieren in Deutschland einige VC-Investoren, die in der Seed- bzw. Start-up-Phase einsteigen.

Problematischer sieht es dann in der Wachstumsphase aus, wo man sich als Unternehmen in der „battle of material“ – der Schlacht mit Geld, ausreichend mit Kapital versorgen muss.

Für-Gründer.de: Welche Finanzierungsmöglichkeiten haben junge Unternehmen insbesondere in Berlin und Brandenburg?

Manuel Effenberg von GO:INcubator: Sowohl in Berlin und Brandenburg existieren die gleichen Finanzierungsmöglichkeiten in der Frühphase: Fördermittel – Business Angel – Venture Capital – Crowdfunding und falls schon erste Umsätze gemacht werden auch Bankfinanzierungen. Unterschiede existieren natürlich hinsichtlich des Angebots.

In Berlin ist dieses deutlich größer – vor allem was die Anzahl von Venture Capital Gesellschaften anbelangt. Aber auch in Brandenburg gibt es einige Angebote, die man als Gründer nutzen kann. Hervorzuheben sind an dieser Stelle einige Förderprogramme der ILB sowie die Aktivitäten der bmp Beteiligungsmanagement AG, die unter anderem den BFB Frühphasenfonds Brandenburg managt.

Neben diesen regionalen Angeboten kann man natürlich auch Finanzierungsprogramme der KfW sowie die Ansprache des High-Tech Gründerfonds in Erwägung ziehen, die bundesweit agieren. Auch bin ich als Unternehmen, sobald ich auf private VC-Geber zugehe, natürlich nicht mehr an irgendwelche Ländergrenzen gebunden.

Für-Gründer.de: Wie sollten Start-ups bei der Investorensuche vorgehen?

Manuel Effenberg von GO:INcubator: Vorbreitet und strukturiert! Ausgehend von dem Geschäftsmodell und dem hieraus abgeleiteten Finanzierungsbedarf, gilt es eine Finanzierungsstrategie zu erstellen – wobei natürlich auch modulare Finanzierungskonzepte in Betracht kommen.

Ist dies geschehen, heißt es, sich eine Long- und Short-List mit potentiellen Investoren auszuarbeiten und auf diese zuzugehen. Hierzu sollten natürlich dann alle Unterlagen, je nach Investorenklasse, ausgearbeitet sein.

In diesem Prozess kann es durchaus nützlich sein, sich professionelle Unterstützung einzuholen – wir von der GO:INcubator GmbH bieten diesen Support an!

Für-Gründer.de: Auf welche Events können sich die Gründer bei Ihnen außerdem in der Zukunft freuen?

Manuel Effenberg von GO:INcubator: Am 2. September 2014 findet die nächste Hightech-Starter Lounge in Potsdam statt. Das Thema dieses Mal lautet: „Kennzahlenbasierte Geschäftsmodell-Optimierung“.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

In einer Woche, am 02. September, findet die Hightech-Starter-Lounge im Medieninnovationszentrum Potsdam/Babelsberg (MIZ) statt. Viele Akteure der Start-up-Szene werden am nächsten Dienstag über das Thema der ,„Kennzahlenbasierten Geschäftsmodell-Optimierung“ sprechen. Falls Sie ebenfalls Interesse an einer Teilnahme haben, ist eine Anmeldung noch bis zum Freitag, den 29. August möglich. Einfach mit Ihrem Vorhaben, Ihrer Organisation und Ihrem Namen an effenberg@goincubator.de schreiben und die Teilnahme sichern. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von GO:INcubator.

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