TinkerBots: die Roboter sind los und überzeugen Investoren!



Die selbst gebauten Roboter aus dem Baukasten, genannt TinkerBots, überzeugen mittlerweile Kunden und Investoren gleichermaßen. Bei der aktuellen Crowdfunding Kampagne konnten die Macher der kleinen Roboter in kurzer Zeit ihr Ziel übertreffen und auf internationaler Ebene bestehen. Im Interview mit Dr. Matthias Bürger erfahren Sie mehr über den Ablauf Crowdfunding Kampagne, neue TinkerBots und die Pläne des Start-ups.

Für-Gründer.de: Hallo Herr Bürger, welchen TinkerBot haben Sie denn zuletzt selbst zusammengebaut oder fehlt Ihnen dafür mittlerweile die Zeit?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: So oft wie in den letzten Wochen habe ich unsere Modelle wie Hund, Ameise, Auto, Greifer etc. noch nie zusammengebaut. Um unsere Indiegogo-Kampagne zu promoten habe ich mich mit unzähligen Journalisten getroffen und denen alles erklärt. Dabei will man natürlich immer alles zeigen und vorführen. Mittlerweile bin ich also der mit den meisten Spielstunden im Team.

TinkerBots
Die zahlreichen Varianten der TinkerBots

Für-Gründer.de: Seit unserem letzten Gespräch vor nicht ganz einem Jahr ist bei Kinematics einiges passiert. Damals waren Sie noch auf Investorensuche – dann ist die Investitionsbank des Landes Brandenburg eingestiegen. Wie hat sich die Suche nach Investoren gestaltet und was gab aus Ihrer Sicht den Ausschlag?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: Mit einem Hardware-Produkt im B2C-Bereich in Deutschland ein Investment zu bekommen, ist nicht ganz einfach. Da können auch befreundete Start-ups ein Lied von singen. Letztlich waren Investitionssumme und -konditionen ausschlaggebend. Auch der schnelle und recht unkomplizierte Prozess hat sich positiv ausgewirkt. Außerdem hatten wir das Gefühl bei bmp und dem Frühphasenfonds Brandenburg auf Verständnis für unsere spezielle Situation gestoßen zu sein.

Für-Gründer.de: Außerdem hat die SevenVentures GmbH von der ProSiebenSat.1 Media AG  als strategischer Partner investiert – worin besteht die strategische Partnerschaft im Detail?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: Die Partnerschaft mit ProSiebenSat.1 zielt natürlich auf die Vermarktung unseres Produktes. Kurzfristig haben wir bereits bei der Indiegogo-Kampagne von der Zusammenarbeit profitiert. Wir haben über ProSiebenSat.1 einen direkten Ansprechpartner bei Indiegogo bekommen, was viele Dinge sehr vereinfacht hat.

Außerdem wird es bald zu ersten Berichten auf Formaten wie Galileo kommen, so dass wir unsere Kampagne gerade in Deutschland noch besser bewerben können. Langfristig ist dagegen ein Media-for-Revenue bzw. Equity-Deal mit SevenVentures denkbar.

Für-Gründer.de: Welche Tipps würden Sie Start-ups für die Investorensuche geben?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots:

Man sollte sich frühzeitig mit dem Standpunkt von Investoren vertraut machen. Je besser man versteht, worauf Investoren achten und was sie wollen, desto bessere Chancen hat man in den Verhandlungen.

Ich persönlich empfand das Buch Venture Deals von Brad Feld recht hilfreich, auch wenn das Buch doch eher den amerikanischen Markt beschreibt. Weiterhin sollte man sich bei allen möglichen Gelegenheiten wie Investment-Foren etc. präsentieren. Nur so kommt man mit den Leuten in Kontakt.

Kinematics Team
Das Team von Kinematics und den TinkerBots: Dr. Matthias Bürger,Christian Guder und Leonhard Oschütz (v.l.n.r.)

Für-Gründer.de: Auf der CeBIT haben Sie auch den CeBIT Innovation Award erhalten – was haben Sie von dort mitgenommen?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: Für uns war das in erster Linie eine super Möglichkeit, um in der Presse auf die bevorstehende Indiegogo-Kampagne aufmerksam zu machen. Auf der CeBIT haben wir das erste Mal den 10. April als Kampagnenstart genannt und einige gute Kontakte zu Journalisten geknüpft.

Für-Gründer.de: Und bestimmt haben Sie auch Ihre Roboter weiterentwickelt – was ist denn hier in den letzten Monaten passiert?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: Da hat sich natürlich unglaublich viel getan. Zunächst einmal haben wir mit TinkerBots einen schönen neuen Namen für den Baukasten gefunden. Mittlerweile haben wir eine völlig neue Generation von Prototypen. Das Record&Play Interface wurde in das Power Brain integriert, wir haben eine erste, sehr gut funktionierende App zur Fernsteuerung der Roboter. Außerdem war einen Prototyp mit den neuen Rotormodulen bereits in der Luft. Ja, zukünftig wird man sich mit TinkerBots auch flugfähige Roboter bauen können.

Für-Gründer.de: Aktuell läuft auch eine Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo – reicht das Kapital von der Investitionsbank nicht oder warum dieser Schritt?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: Bei der Indiegogo-Kampagne geht es weniger darum Geld einzusammeln, als vielmehr ein Proof of Concept zu generieren, mit potenziellen Käufern in Kontakt zu treten und erstes Feedback zu bekommen sowie die Marke erstmals vorzustellen und bekannt zu machen. Das ist uns bisher ziemlich gut gelungen.

Für-Gründer.de: Warum haben Sie sich für Indiegogo als Plattform entschieden und wie verlief der Prozess bis zum Start?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: Für Indiegogo sprach vor allem der recht unkomplizierte Prozess. Es gibt kein Auswahlverfahren und keine Bedingungen bezüglich der einzelnen Perks. Vor allem war uns wichtig, dass wir niemanden mit amerikanischem Pass und Bankkonto in die Kampagne integrieren mussten.

Der Prozess bis zum Start war natürlich sehr hektisch – wie bei sicherlich fast allen solchen Projekten. Ich musste eine Woche vor Start der Kampagne in die USA fliegen und konnte nur per Telefon und Internet mit meinen Kollegen kommunizieren. Das Video musste fertiggestellt und die Seite mit allen Informationen ausgestattet werden. Das alles kostet viel Zeit und Nerven. Dazu kamen jede Menge Termine mit Journalisten. Das war schon ziemlich anstrengend und ist es auch immer noch.

Für-Gründer.de: Innerhalb von kurzer Zeit haben Sie das Fundingziel von über 100.000 US-Dollar erreicht – wie haben Sie auf das Projekt aufmerksam gemacht und welche Summe streben Sie nun an? Was erhalten die Unterstützer im Gegenzug?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: Nun zunächst mal haben wir natürlich über alle Netzwerke versucht, die Kampagne zu bewerben. Alle bisherigen Follower wurden über soziale Netzwerke und unseren eigenen Newsletter angesprochen. Zusätzlich haben wir mit der Agentur Mashup Communications aktiv deutsche Journalisten kontaktiert. In den USA haben wir zu diesem Zweck mit Freelancern zusammengearbeitet.

In der Woche vor Kampagnenstart habe ich mich dann in San Francisco und New York mit Journalisten und Bloggern getroffen. Denen habe ich wirklich alles erklärt und vorgeführt. Dafür hatten wir aber auch wirklich einige super Artikel, die uns gut gepusht haben. Am Tag des Kampagnenstarts habe ich TinkerBots zudem bei Digital Focus, einem Presse-Event in NY, präsentiert. Alles in allem hat das gut funktioniert.

Über die 100.000 US-Dollar hinaus streben wir eigentlich keine bestimmte Summe an. Dieser Betrag war für uns der Punkt, an dem wir die Kampagne als erfolgreich eingestuft haben. Alles Weitere ist jetzt ein Bonus.

Unsere Unterstützer erhalten im Gegenzug natürlich die Baukästen, die sie bestellt haben. Außerdem bieten wir mittlerweile Ergänzungssets an. Für die bisherigen Unterstützer gab es dafür auch einen kleinen Discount. Des Weiteren tüfteln wir gerade an Stretch Goals, die es beim Erreichen eines bestimmten Funding-Betrags geben wird.

Für-Gründer.de: Sie sind mit Kinematics und den TinkerBots bereits seit 2011 unterwegs. Wenn Sie zurückblicken – was hat Sie sicherlich manchmal auch verzweifeln lassen?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots:

  • Zu wenig Zeit
  • Zu wenig Geld
  • Zu wenig soziale Kontakte

Für-Gründer.de: Welche Schritte sind in den nächsten 12 Monaten geplant?

Dr. Matthias Bürger von TinkerBots: Zunächst mal steht da die Überführung der Prototypen in ein serienreifes Produkt an. Dann folgen die Auslieferung der ersten Baukästen an unsere Indiegogo-Unterstützer und der Aufbau eines eigenen Vertriebs.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit Kinematics und den TinkerBots!

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