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Crowdfunding setzt Wachstumskurs fort



Im Mittelpunkt stehen heute die aktuellen Zahlen zu Crowdfunding im ersten Quartal 2014. Im Fokus stehen erfolgreiche Projekte, gesammeltes Kapital und der Ausblick auf das Jahr. Zudem berichten wir über die Veränderungen bei Startnext und die nächsten Schritte bei Indiegogo in Deutschland.



Nachdem wir bereits die guten Quartalszahlen zu Crowdinvesting (3 Mio. Euro im Q1 2014) vor knapp zwei Wochen vorgestellt haben, geht es heute um Crowdfunding. Und auch hier konnten von Januar bis März 2014 gute Werte erreicht werden. Mit 1,2 Mio. Euro für kreative Projekte lag dabei die Finanzierungssumme bei etwa 40 % dessen, was per Crowdinvesting an Start-ups im ersten Quartal 2014 geflossen ist.

Q1 2014 mit 1,2 Mio. Euro und 199 erfolgreichen Projekten

Das vierte Quartal 2013 konnte mit knapp 2 Mio. Euro Finanzierungsvolumen einen bisherigen Höchstwert aufstellen, an den der Markt im Folgequartal nicht anknüpfen konnte. Allerdings liegt die Finanzierungssumme in Höhe von 1,2 Mio. Euro im ersten Quartal 2014 dennoch 21 % über dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden 333 Projekte beendet, von denen 199 Projekte erfolgreich waren. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 60 % – ein bisheriger Spitzenwert. Und noch eine weitere Bestmarke konnte im Q1 2014 gesetzt werden. Das durchschnittliche Finanzierungsvolumen pro Projekt stieg auf 6.117 Euro, nachdem es 2013 noch bei 5.808 Euro lag.

Mittlerweile 9 Mio. Euro per Crowdfunding

Zum Ende des ersten Quartals 2014 summierte sich damit das per Crowdfunding eingesammelte Kapital auf 9 Mio. Euro.

Crowdfunding Quartalsverlauf Q1 2014
Crowdfunding wächts weiter (Quelle: Crowdfunding-Monitor Q1 2014)

In diesem Zeitraum gab es 1.787 erfolgreiche Projekte – 3.536 Projekte hatten es insgesamt versucht. Im Schnitt wurden die erfolgreichen Projekte von 78 Unterstützern finanziert. Durchschnittlich erreichten die erfolgreichen Projekte 119 % ihrer angestrebten Finanzierungssumme.

Im Vergleich der letzten drei Jahre konnte sich Crowdfunding in Deutschland sehr dynamisch entwickeln, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

Crowdfunding 3 Jahre Grafik
Ergebnisse auf dem Crowdfunding Monitor von Für-Gründer.de

Im Vergleich zu den großen amerikanischen Plattformen erscheinen die erreichten Werte jedoch eher winzig, wie ein Blick auf die Statistik von Kickstarter zeigt:

  • Bereits über 60.000 finanzierte Projekte
  • Finanzierungsvolumen bei 926 Mio. US-Dollar
  • Über 7.600 Projekte konnten mehr als 20.000 US-Dollar einsammeln

Startnext weiter Marktführer in Deutschland

Beim Marktführer Startnext steht weiterhin die eins vor dem Komma. Und so konnte die Plattform zum dritten Mal in Folge pro Quartal mehr als 1 Mio. Euro vermitteln. Im Vergleich zum ersten Quartal 2013 stieg der Wert um 21 % auf 1,1 Mio. Euro. In Bezug auf das im ersten Quartal 2014 eingesammelte Kapital kommt Startnext auf einen Marktanteil von 90 %. Lediglich bei der Erfolgsquote musste Startnext VisionBakery den Fortritt lassen. So waren auf VisionBakery 72 % der Projekte von Januar bis März 2014 erfolgreich, während es bei Startnext 60 % waren. Damit liegen die deutschen Plattformen auch deutlich über der Erfolgsquote von Kickstarter, die rund 44 % beträgt.

Ausblick 2014

Nach dem guten Auftakt im Startquartal 2014 sehen wir weiteres Wachstum für Crowdfunding in diesem Jahr. Ein Marktvolumen gemäß unserer Prognose von 8 bis 10 Mio. Euro auf Jahressicht ist weiterhin möglich. Das Feld der Plattformen, die ursprünglich mit Crowdfunding in Deutschland begonnen haben, ist deutlich geschrumpft. Pling, Inkubato und mySherpas sind aus dem Markt ausgeschieden. Zwar kamen neue Anbieter hinzu, diese haben es aber schwer, Fahrt aufzunehmen. Mit Spannung wird der nun anstehende Markteintritt von Indiegogo zu erwarten sein. In diesem Zusammenhang könnte sich eine zusätzliche Dynamik für den Markt ergeben.

Startnext mit Wandel der Rechtsform

Aus dem Status der Gemeinnützigkeit hat die Plattform Startnext in erster Linie bürokratische Hindernisse  zu spüren bekommen. Mit diesen Einschränkungen soll nun Schluss sein. So gab Startnext bekannt, den Status der Gemeinnützigkeit in Zukunft nicht mehr zu führen. Einzige Änderung für die Nutzer der Plattform ist, dass nun keine Spendenquittungen mehr ausgestellt werden können. Für Startnext selbst soll diese Änderung auch den Weg für stärkere Aktivitäten im Bereich Crowdinvesting und für die Internationalisierung ebnen. Zudem ist eine Veränderung der Kostenstruktur geplant, die nach eigenen Angaben bei manchen Projektinitiatoren eher für Verwirrung gesorgt hat. Und schließlich befindet sich ein Redesign der Plattform in der Pipeline. Man darf also gespannt auf die nächsten Monate sein.

US-Crowdfunding-Plattform Indiegogo bekommt ein „Go“ für den deutschen Markt

Die US-Crowdfunding-Plattform Indiegogo schlägt jetzt auch in Deutschland Wurzeln. Unter der Leitung von Liz Wald, Head of International, gehen hier gleich zwei neue Dependancen, nämlich in Berlin und München, an den Start. Sven Hock (München) und Konrad Lauten (Berlin) sitzen ab jetzt am anderen Ende der Leitung und kümmern sich um die Belange deutscher Projektstarter. Somit fließt von den insgesamt erhaltenen rund 40 Mio. US-Dollar für die Internationalisierung Indiegogos auch etwas in die Eroberung des deutschen Markts.

Vergangene Woche machten Liz Wald, Konrad Lauten und Sven Hock zusammen mit UK-Mitarbeiterin Anastasia Emmanuel die Bundeshauptstadt unsicher, um das Bewusstsein deutscher Projektstarter auf die Möglichkeit zum Crowdfunding auf Indiegogo zu lenken und neue Kontakte zu knüpfen. Demnächst werden wir in einem Interview näher mit Konrad Lauten und Sven Hock auf den Start in Deutschland eingehen.

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