Mit dem Excel-Tool schrittweise zum Finanzplan



Mithilfe der Excel-Vorlagen und Video-Workshops von Financial Modelling Videos soll es Existenzgründern möglich gemacht werden, den Finanzplan für den Businessplan zu erstellen. So bekommen auch BWL-Neulinge die Gelegenheit, sich mit den Themen Finanzplanung und Excel vertraut zu machen und die Erstellung des Herzstücks eines Businessplans selbst in die Hand zu nehmen.

Glaubt man dem KfW Gründungsmonitor, so konnten im letzten Jahr vier von fünf Gründern Ihre Existenzgründung selber finanzieren. Die restlichen 20 % jedoch waren auf Kapitalgeber angewiesen. Da für Banken und Investoren insbesondere ein wasserdichter Finanzplan oftmals ausschlaggebend ist, haben wir uns mit Dirk Gostomski von Financial Modelling Videos (FiMoVi) unterhalten und wollten wissen, worauf es bei einem guten Finanzplan ankommt und wie man Banken und Investoren überzeugen kann.

Für-Gründer.de: Hallo Herr Gostomski, bitte stellen Sie sich und Financial Modelling Videos unseren Lesern kurz vor.

Dirk Gostomski von Financial Modelling Videos: FiMoVi hat sich zur Aufgabe gemacht, Gründern und Unternehmern die schnelle und zuverlässige Erstellung von eigenen Finanz- und Unternehmensplanungen mittels Excel zu ermöglichen.

Dabei ist FiMoVi kein Dienstleister, der die eigentliche Erstellung für die Kunden übernimmt, sondern es werden professionelle Excel-Vorlagen in Kombination mit einem speziellen didaktischen Konzept angeboten, sodass auch Nicht-Betriebswirte mit dem unliebsamen Thema klar kommen.

Dirk Gostomski
Unternehmensberater Dirk Gostomski

Kernelement dieses multimedialen Konzeptes sind dabei praxisorientierte, didaktisch aufbereitete Video-Tutorials, in denen nicht nur Schritt für Schritt der Aufbau und die Entwicklung der Finanzmodelle erläutert wird, sondern auch auf die genutzten Excel-Funktionen und betriebswirtschaftliche Hintergründe eingegangen wird.

Für-Gründer.de: Woher kommt denn Ihre Leidenschaft für Zahlen und Finanzmodelle?

Dirk Gostomski von Financial Modelling Videos: Mich selber fasziniert bereits seit Ende meines BWL-Studiums die Nutzung von MS Excel für betriebswirtschaftliche Anwendungen. Schon in einer meiner ersten beruflichen Stationen, eine auf Gründungen spezialisierte Unternehmensberatung, habe ich mich mit Freude auf die Finanzplanungen und Unternehmensbewertungen gestürzt.

In den vergangenen zehn Jahren habe ich dann als selbständiger Berater für internationale Banken und global tätige Investmenthäuser eine Vielzahl von Finanzmodellen für große komplexe Transaktionen erstellt. Besonders reizt es mich dabei immer wieder, die oft komplexen Cashflow-Modelle – auch ohne Makros oder Zirkelbezüge – möglichst einfach und transparent in Excel umzusetzen.

Für-Gründer.de: Was macht einen guten Finanzplan aus und worauf achten Investoren und Banken?

Dirk Gostomski von Financial Modelling Videos: Meines Erachtens zeichnen sich gute Finanzpläne aus durch:

  • 1. Vollständigkeit,
  • 2. Nachvollziehbarkeit und Transparenz sowie
  • 3. höchstmögliche Flexibilität.

Vollständigkeit betrifft dabei nicht nur die Berücksichtigung aller Erlös- und Kostenarten, sondern auch die korrekte Planung von Investitionen und Abschreibungen verschiedener Finanzierungsquellen oder die Darstellung und Berechnung von Mittelverwendung und wichtigen Kennzahlen.

Nachvollziehbarkeit und Transparenz bedeuten beispielsweise, dass die Orientierung im Finanzplan leicht fällt und man nicht lange nach Eingabezellen oder bestimmten Ergebnissen suchen muss, aber auch, dass keine versteckten Berechnungen in ausgeblendeten Zeilen gemacht werden oder feste Werte in irgendwelche Formeln eingebaut werden. Kontrollzellen und Plausibilitätschecks erhöhen das Vertrauen in die Planung nicht nur auf Investorenseite.

Flexibel ist ein Finanzplan dann, wenn man einfach beliebige Annahmen ändern kann und sich das gesamte Zahlenwerk automatisch aktualisiert. Dies ist z.B. wichtig bei zeitlichen Verzögerungen oder sofern verschiedene Szenarien durchgerechnet werden sollen. Leere Reservezeilen bereits bei Modellentwicklung ersparen bspw. später aufwendige und fehleranfällige strukturelle Änderungen im Modell.

Neben diesen drei Aspekten achten Banken und Investoren vor allem auch auf eine ansprechende und übersichtliche Präsentation der wesentlichen Modellergebnisse. Statt unübersichtlicher Zahlenfriedhöfe helfen hier ein bis zwei klar strukturierte Übersichtsseiten, welche die wesentlichen Informationen auf Jahresbasis zusammenfassen.

Für-Gründer.de: Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Stolpersteine?

Dirk Gostomski von Financial Modelling Videos: Sofern man die Planung nicht in die Hände eines Unternehmens- oder Steuerberaters gibt, kämpft man als Gründer praktisch an zwei Fronten. Einerseits geht es um das Verständnis der betriebswirtschaftlichen Hintergründe, andererseits muss man wissen, wie die Planung mit Excel zuverlässig umgesetzt werden kann.

Zu den wesentlichen Herausforderungen im kaufmännischen Bereich zählen regelmäßig das Verständnis für und die Modellierung von Zahlungszielen. Häufig wird vergessen,

  • dass die Kunden leider nicht immer sofort zahlen,
  • Lieferanten noch dazu ihr Geld im Vorfeld haben wollen und
  • ggf. auch noch Lagerbestände aufgebaut werden müssen.

Diese Tatsachen belasten die Liquidität und können natürlich den Kapitalbedarf erheblich erhöhen. Auch sind die Zusammenhänge zwischen Gewinn- und Verlustrechnung, Liquiditätsrechnung und Bilanz nicht allen klar, sodass die Aufstellung einer integrierten Planung mit ausgeglichener Bilanz oft zum Problem wird. Wichtig ist ferner, dass alle Eingabedaten im Finanzplan konsistent in Bezug auf die Aussagen im zugehörigen Businessplan sind, bspw. zu Produkte/Dienstleistungen, Mengen, Preise, Kosten etc..

An der Excel-Front zählen eine korrekte Modellstruktur, die intelligente formeltechnische Umsetzung und die Einhaltung bestimmter Planungsprinzipien und -standards zu den größten Stolpersteinen. Hier gilt es insbesondere so flexibel zu modellieren, dass später problemlos beliebige Annahmen verändert werden können und die Auswirkungen unmittelbar sichtbar werden.

Abschließend sei nochmals auf die Allgegenwärtigkeit des sog. GIGO-Prinzips, d.h. Garbage In, Garbage Out, hingewiesen. Selbst ein fehlerfreies Modell liefert nur dann brauchbare Ergebnisse, wenn auch die Eingabedaten valide ab- bzw. hergeleitet wurden.

FiMoVi Beispiel 1
So sieht das Ergebnis in der Praxis aus. Hier ein Darstellungsbeispiel der Gewinn- und Verlustrechnung.

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Auf der zweiten Seite erfahren Sie, wie lang es dauert, den Finanzplan zu erstellen, wie das Tool bei Gründern und Kapitalgebern bisher ankam und wie oft der Finanzplan geprüft werden sollte, nachdem er erstellt wurde.

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