Start-up Trends 2014: Big Data



Die nächsten Jahre werden eine Vielzahl an Big Data Start-ups hervorbringen. Das zeigt schon ein Blick auf die Themenliste der CeBIT2014 und des Gründerwettbewerbs code_n. Die Technologieexperten von Gartner prognostizieren Big Data den Durchbruch in den nächsten zwei bis fünf Jahren. Was steckt hinter dem Begriff und welche spannenden Geschäftsideen gibt es bereits?



Die Digitalisierung weiter Teile unserer Gesellschaft schreitet seit Jahren voran. Eine Begleiterscheinung davon ist, dass bei vielen alltäglichen Transaktionen, die über Computer und das Internet getätigt werden, auch Daten anfallen – seien es Flugbuchungen, ein Krankenhausaufenthalt oder eine Nachricht an Freunde über die Social Media. Haben solche Daten früher ihren Wert schnell verloren, nachdem die Transaktion abgeschlossen war, stellen sie heute eine Grundlage für Innovationen und neue Dienstleistungen dar.

Der Begriff Big Data ist nicht neu. Anfang der 2000er Jahre erlebten sowohl Forscher aus den Bereichen Astronomie und Genomik als auch Internet-Unternehmen wie Google und Facebook einen immensen Anstieg an gespeicherten Informationen. Die Datenmengen waren viel zu groß, als dass sie in den Speicher eines Computers gepasst hätten. Daher der Begriff Big Data.

From the dawn of civilization until 2003, humankind generated five exabytes of data. Now we produce five exabytes every two days… and the pace is accelerating

Eric Schmidt, Google

Aus dem Zwang heraus diese Datenschätze zu heben, entwickelten sie in den vergangenen Jahren Algorithmen und Hardware, die diese Daten nutzbar machen konnten. Mittlerweile sind diese Werkzeuge ausgereift und stehen Start-ups auf der Anbieterseite zur Verfügung.

Auch die diesjährige CeBIT wird sich speziell dem Thema Big Data widmen. In diesem Rahmen werden beim code_n Wettbewerb die interessantesten Big Data Start-ups gekrönt. In der Folge werden Big Data Start-ups sich dieses Jahr mit Sicherheit auf großes Gehör von Geschäftsführern und IT-Entscheidern freuen dürfen. Der folgende Abschnitt soll zeigen, welche Vielfalt Geschäftsideen rund um Big Data annehmen können.

G|PREDICTIVE: heute wissen, was mein Kunde morgen möchte

Stellen Sie sich vor, Sie wüssten bereits im Voraus, was Ihre Kunden gerade kaufen möchten. Sie könnten diese zielgenau und im richtigen Moment auf Ihr Angebot aufmerksam machen und Ihr Marketingbudget optimal einsetzen. Genau das verspricht das norddeutsche Big Data Start-up G|PREDICTIVE. Mithilfe von Computeralgorithmen zur Mustererkennung durchforstet die Customer Life-Time-Suite von G|PREDICTIVE die Unternehmensdatenbanken, in denen Informationen zu Artikeln, Kunden sowie deren Transaktionen und Aktivitäten gespeichert sind und ergänzt diese durch weitere Informationen wie Wetter oder Wirtschaftskennzahlen.

Begriffe rund um Big Data (Quelle gpredictive.com)
Begriffswolke rund um Big Data (Quelle gpredictive.com)

Daraus erstellt das Next Offer genannte Werkzeug von G|PREDICTIVE eine Prognose samt Wahrscheinlichkeitsangabe, welches Produkt der Kunde als Nächstes kaufen wird. Diese Information kann beispielsweise als Grundlage für einen personalisierten Newsletter dienen. Das Big Data Start-up G|PREDICTIVE verspricht seinen Kunden auf diesem Weg bis zu 20% mehr Umsatz. Zu den Kunden gehören bereits namhafte Unternehmen wie Bayer, Carglass und OTTO. Auf dieser Seite erhalten Sie eine Demonstration der G|PREDICTIVE Technologie.

Ausschnitt aus der Customer Lifetimes Suite von G|PREDICTIVE
Ausschnitt aus der Customer Lifetimes Suite von G|PREDICTIVE. Zu sehen sind die Produkt- und Handlungsempfehlungen für einen Beispielkunden

ZenMate: sicher sein vor ungebetenen Datenschnüfflern

Nachteil der Big Data Technologie ist, dass es Organisationen gibt, die auch gegen den eigenen Willen Daten sammeln und auswerten. ZenMate ist ein deutsches Start-up, das eine Erweiterung zum Schutz der Privatsphäre für den Internetbrowser Chrome entwickelt hat. ZenMate leitet den Datenverkehr über sogenannte Proxyserver und maskiert damit die Spuren, die jeder Nutzer im Internet hinterlässt. Im Vergleich zu bisherigen Lösungen, sogenannten VPN-Clients ist ZenMate einfach zu installieren und bietet zusätzlich eine 256-Bit-Verschlüsselung an, sodass der eigene Datenverkehr selbst in einem W-Lan nicht abgehört werden kann.

ZenMate anonymisiert mit einem Klick den Datenverkehr (Quelle ZenMate.io)
ZenMate anonymisiert mit einem Klick den Datenverkehr (Quelle ZenMate.io)

Vertrauen schaffen möchte das Start-up ZenMate durch seinen deutschen Unternehmenssitz. Da in der Bundesrepublik keinerlei Verbindungsdaten oder Logdateien gespeichert werden dürfen, müssen sich die Nutzer von ZenMate keine Gedanken um den Datenschutz machen. Im Januar 2014 begrüßte das Security Start-up nach etwa einem halben Jahr nach Erscheinen seinen 1 Millionsten Nutzer. Aktuell ist die Nutzung kostenlos, in naher Zukunft soll jedoch ein Freemium Modell folgen, bei der eine Volumenbegrenzung eingeführt wird, die gegen ein monatliches Entgelt aufgehoben werden kann. Als einer der ersten Investoren ist der Axel Springer Accelerator Plug & Play bei ZenMate beteiligt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Immunity: Big Data und das Ende von AIDS

Das Start-up Immunity möchte mit Hilfe von Big Data Technologie nicht mehr und nicht weniger als die weltweite AIDS-Epidemie endgültig beenden. Das Social Start-up Immunity hat mit einer Crowdfunding Kampagne kürzlich für zahlreiche Medienaufmerksamkeit gesorgt. Mit den Einnahmen sollen die letzten Vorbereitungen für die klinischen Tests der AIDS-Impfung erprobt werden.

Doch wie schafft das amerikanische Social Start-up Immunity, woran Forscher jahrzehntelang gescheitert sind? Die Vergangenheit zeigte, dass etwa einer von dreihundert HIV-Infizierten von Natur aus immun gegen das Virus ist. Doch Forscher konnten bisher nicht den Mechanismus knacken, der vor einem Ausbruch der Krankheit schützt, da die Interaktionsmöglichkeiten zwischen dem Immunsystem und dem HIV-Genom schier unendlich erschienen. Mit der Hilfe von Analysetechniken aus dem Big Data Umfeld konnten die Entwickler von Immunity die anfallenden Daten jedoch erfolgreich analysieren und Fortschritte bei der Entwicklung des AIDS-Impfstoffes machen.

Das Immunity Project entwickelt eine AIDS Impfung mit Hilfe eines Datengetriebenen Ansatzes
Das Immunity Project entwickelt eine AIDS Impfung mit Hilfe eines Datengetriebenen Ansatzes (Quelle: immunityproject.org)

Beteiligt sind Dr. David Heckermann, Computerforscher bei Microsoft eResearch und Entwickler des ersten Spamfilters, sowie zahlreiche Wissenschaftler von den amerikanischen Elite Universitäten Stanford, MIT und Harvard. Sollten die klinischen Studien wie erwartet bis zum Jahr 2016 beendet sein, möchte das Social Start-up Immunity seine Impfung mit Hilfe von Spendern weltweit kostenlos verteilen.

Von der Medizin über die private Sicherheit bis hin zur Umsatzoptimierung in Unternehmen berührt das Thema Big Data zahlreiche Lebensbereiche. Wenn Sie weiteres Interesse an der Vielfalt im Bereich Big Data Start-ups haben, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf die code_N Teilnehmer in diesem Jahr.

Weitere Start-up Trends im Geschäftsideen-Newsletter

Sie wollen jeden Monat über interessante Ideen für die Selbstständigkeit informiert werden? Dann tragen Sie sich doch in den Geschäftsideen-Newsletter von Für-Gründer.de ein: