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Crowd funding und investing: Ausblick 2014



2013 war ein weiteres Jahr des Wachstums für Crowd funding und Crowd investing. Derzeit sind wir noch fleißig dabei, die Zahlen für das vierte Quartal 2013 auszuwerten – aber eines ist sicher: neue Rekorde wird es geben. Zum Jahresauftakt 2014 geht es dann für uns auch darum, einen Blick voraus zu werfen.



Und so haben wir Branchenvertreter gefragt, was sie 2014 für die Branche und für ihre eigenen Plattformen erwarten. Gemeinsam mit den Plattformen sind wir gespannt, wie sich der Markt entwickeln wird, welche Plattformen auf- und absteigen und welche Impulse auch aus der Politik zu erwarten sind. Schließlich waren Rahmenbedingungen für die Finanzierung über die Crowd auch ein Punkt im Koalitionsvertrag.

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Ausblick zu Crowd funding und Crowd investing: Guido Sandler (o.l.), Jens-Uwe Sauer (o.r.), David Rhotert (u.l.) und Denis Bartelt (u.r.)

Dr. Guido Sandler, Vorstand bei Bergfürst

Mit etwas Verzögerung gelang Bergfürst 2013 mit dem Unternehmen Urbanara die erste Emission – dann aber gleich über 3 Mio. €. Zudem gab es auch neue Investoren bei Bergfürst selbst: nämlich die Berliner Volksbank und  Nicolas Jeissing – seines Zeichens Geschäftsführer von Engel & Völkers Gewerbe Berlin. Nach dem Schwungholen blickt Guido Sandler optimistisch in das Jahr 2014 und sieht für Bergfürst auch Potenzial in Immobilien:

Die Rahmenbedingungen für die Branche sind ideal. Crowd funding wird weiter an Fahrt gewinnen und zum festen Bestandteil der Finanzierungslandschaft. BERGFÜRST wird 2014 neben der Eigenkapitalfinanzierung für Unternehmen die modernste Form von Immobilienfinanzierung über die Crowd bereitstellen.

Jens-Uwe Sauer, Geschäftsführer von Seedmatch

Pionier und Branchenführer Seedmatch konnte im Jahr 2013 durch stets höhere Finanzierungsrunden auf sich aufmerksam machen und hat mittlerweile auch den 2. Geburtstag gefeiert. Für 2014 sieht Jens-Uwe Sauer eine weitere Erhöhung der Schlagzahl:

Crowd funding wird starken Zuwachs generieren – und das in mehrfacher Hinsicht: seitens der zu finanzierenden Start-ups, der Investmentsummen, aber vor allem auch im Hinblick auf die interessierten Investoren. Für 2014 haben wir jetzt schon spannende Start-ups, mit denen wir in das neue Jahr starten.

David Rhotert, Gründer und Geschäftsführer von Companisto

Companisto hat 2013 deutlich aufgeholt und gehört mit zur Spitzengruppe der Crowd investing-Plattformen in Deutschland. Und auch für 2014 sieht David Rhotert noch Luft nach oben.

Nach wie vor besteht in den frühen Wachstumsphasen junger Unternehmen erheblicher Finanzierungsbedarf. Crowd investing ist ein effektives Instrument, um diese Lücke zu verkleinern. Für 2014 erwarten wir, dass Crowd investing noch stärker als bisher als eine selbstverständliche Anlagemöglichkeit unter vielen wahrgenommen wird. Auch im neuen Jahr werden wir uns dafür einsetzen, den Menschen die Werte des Crowd investings zu vermitteln: keine andere Anlageform ist so greifbar wie Crowd investing. Nur hier haben Investoren – vom Studenten bis zum Business Angel die Chance auf Teilhabe an innovativen Startups.

Denis Bartelt, CEO bei Startnext

Startnext ist für Deutschland was Kickstarter und Indiegogo für die USA sind. Ende 2010 gab es auf Startnext die ersten Crowd funding-Projekte. Und bis heute ist Startnext deutlicher Marktführer im Bereich Crowd funding, wo es anders als beim Crowd investing keine Anteile zu erwerben sondern kreative Gegenleistungen für die finanzielle Unterstützung gibt. Denis Bartelt vermisst bisher dennoch den großen Durchbruch und hofft, dass die Branche ihre weiße Weste behält.

Selbst drei Jahre nachdem Crowd funding in Deutschland aktiv stattfindet, hat es zu seinem Durchbruch hierzulande noch nicht gereicht. Die vielen Begriffe, die vielen Fassetten, die vermeintlichen Risiken – die Deutschen sind zaghaft, ängstlich und konservativ. Erst wenn die Kanzlerin sagt: „Crowd funding ist toll und erlaubt Euch Euer Potenzial zu entfalten, tut es!“, dann besteht die Chance auf eine flächendeckende Verbreitung.

Bis dahin wird Crowd funding vermarktet und von findigen Dienstleistern beackert werden müssen, bis es letztendlich nicht mehr als solches zu erkennen ist. Das was Crowd funding so wertvoll macht, dass es von der Crowd initiiert wird, wird dem Trend in Deutschland anscheinend zum Verhängnis. Die, die heute über Crowd funding reden, sind noch immer die, die damit ihren eigenen Profit suchen und leider trägt ein jeder dazu bei, die Crowd weiter zu verunsichern.

Besteht noch die Chance, dass Crowdfunding groß wird und unschuldig (ehrlich) bleibt? Das Jahr 2014 wird es zeigen. Kaum eine Chance sehe ich jedoch dafür, dass Journalisten endlich ihren Spendenbegriff erneuern. Beim Crowd funding ist man Unterstützer und nur selten Spender, das ist Teil der Grundidee. Das muss verstanden werden.

Und nun: SellaBand, bankless24, Deutsche Mikroinvest und Innovestment

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Ein Blick voraus: Michael Bogatzki (o.l.), Dirk Littig (o.r.), Carsten Bischof,Knut Haake (u.l.) und Christin Friedrich (u.r.)

Michael Bogatzki, CEO bei SellaBand

SellaBand hat einen Fokus auf Crowd funding im Musikbereich – betreibt dies aber weltweit. Weiteres Wachstum sieht Michael Bogatzki für Crowd funding aber auch im sozialen Bereich.

SellaBand blickt auf ein aufregendes Jahr 2013 zurück und sieht die Zukunft bzw. die Entwicklung der unterschiedlichen Crowd funding Plattformen sehr positiv. Es zeichnet sich deutlich ab, dass es nicht nur in den Bereichen Film, Musik und Seed-Investments ein starkes Interesse und Bedarf an Crowdfunding-Projekten gibt. Besonders im sozialen Bereich wird das Phänomen Crowd funding weiter wachsen. Für SellaBand haben wir für 2014 einen kompletten Relaunch vor uns und wir sind überzeugt, dass wir auch im Jahr 2014 gemeinsam mit internationalen und nationalen Künstlern viele interessante Projekte umsetzen werden.

Dirk Littig, Geschäftsführer bei bankless24

bankless24 kommt aus Frankfurt und hat sich eher auf den mittelständischen Bereich in der Crowdfinanzierung fokussiert und will 2014 hier auch weiter ansetzen.

2014 wird Crowdfunding weiter den Kinderschuhen entwachsen. Wir werden zunehmend die Besetzung von thematischen und/oder regionalen Nischen sehen, Internationalisierungsansätze werden kommen. Banken werden beginnen, sich dem Thema zu nähern. Einige Plattformen werden allerdings auch aus dem Markt ausscheiden. Ein spannendes Feld wird auch die Regulierung sein.  bankless24 wird 2014 mit größeren Volumina noch deutlich mehr Mittelstandsrelevanz gewinnen.

Knut Haake, Geschäftsführer bei Deutsche Mikroinvest

Ebenfalls einen Fokus auf den Mittelstand hat Deutsche Mikroinvest. Zudem findet die Anlage dort oft in Verbindung mit einem Festzins statt, gekoppelt mit einer Überschussbeteiligung.

Kunden wollen sich auch in Zukunft noch mehr, online über Finanzprodukte informieren und den Erwerb selbstständig entscheiden. Der Aufbau eines Portfolios etabliert sich als neuer Finanzierungsbaustein in der Finanzplanung. Für Unternehmen wird es normal, die eigene Mezzanine Beteiligungen öffentlich zu bewerben und Investoren für die eigene Sache zu gewinnen. Um den Baustein eines  eigenen Portfolio Aufbaus darüber umzusetzen, wird der Trend zu  Investing-Plattformen wie der DEUTSCHE-MIKROINVEST deshalb wachsen.

Christin Friedrich, COO von Innovestment

Innovestment gehört mit Seedmatch zu den Pionieren im Crowd investing-Bereich. Allerdings wurde es 2013 auch zeitweilig etwas ruhiger um die Plattform. Doch mit einem neuen Anteilseigner im Rücken sowie neuen Start-ups nahm Innovestment wieder an Fahrt auf.

Wir freuen uns auf das Crowdinvesting-Jahr 2014, mit mehr Innovationen, Kooperationen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Transparenz. Besonders gespannt sind wir auf die Diskussionen rund um ein deutsches Crowdfunding-Gesetz.

Man darf also gespannt sein auf das Jahr 2014. Wir halten Sie natürlich zu Crowd funding und Crowd investing auf dem Laufenden. Wenn Sie kein Update verpassen wollen, tragen Sie sich doch in unseren Newsletter ein.

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