Worauf Gründer bei der Steuererklärung achten sollten



Selbstständige profitieren bei der Steuererklärung bekanntlich von deutlich mehr Vorteilen als Angestellte. Nicht nur das eigene Auto samt Fahrten und Benzin, Büroutensilien und Anschaffungen können dabei steuerlich geltend gemacht werden. Auch alle sonstigen Aufwendungen, die betrieblich anfallen, können abgesetzt werden. Dabei kommt es auf den Umfang der jeweiligen Tätigkeit an.

Bei einer Bürotätigkeit gehören beispielsweise Ausgaben für einen PC, notwendige Software sowie das Arbeitszimmer dazu. 

Bei einem Kleinunternehmer gestaltet sich demnach die Steuererklärung noch vergleichsweise einfach. Bei höheren Einkünften greifen Selbstständige meist auf die Dienste eines Steuerberaters zurück.

Kleinunternehmer nach § 19 Steuergesetz sind diejenigen, die einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen und nicht mehr als 17.500 Euro im Jahr verdienen. In diesem Fall muss keine Umsatzsteuer berechnet und abgeführt werden.

Für die Steuererklärung müssen die Unterlagen zur Einkommenssteuer (Anlage S) eingereicht werden. Bei einem Gewerbebetrieb kommt die Gewerbesteuer hinzu (Anlage G). Wer die Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro überschritten hat, muss auch die sogenannte Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR) mit seiner Steuererklärung einreichen. Kleinunternehmer können ihre Einkünfte hingegen ohne einen speziellen Vordruck anhand einer formlosen Gewinnermittlung aufzeigen.

Jeder Euro zählt - bei säumigen Zahlern richtig mahnen © N Media – fotolia
Jeder Euro zählt – auch bei der Steuererklärung © N Media – fotolia

Umsatzsteuer: 7 oder 19 Prozent?

Bei einem Einkommen von mehr als 17.000 Euro ist der Selbstständige umsatzsteuerpflichtig. Das bedeutet, dass er in jeder Rechnung eine Umsatzsteuer von 19 Prozent bzw. in Sonderfällen 7 Prozent ausweisen muss. Dieser ermäßigte Steuersatz gilt unter anderem für Zeitschriften, Bücher sowie Grundnahrungsmittel. Welche Ausnahmen noch gelten, können Selbstständige im § 12 des Umsatzsteuergesetzes nachlesen.

Vom Firmenwagen bis Büroausstattung

Selbstständige sind bereits seit 2011 verpflichtet, eine elektronische Steuererklärung einzureichen. Wer dies selbst in die Hand nimmt, kann sich bei Fragen zur Steuererklärung im Vorfeld im Internet informieren. Diejenigen, die ihre Steuererklärung selbst machen, finden hier zahlreiche Tipps, um den Gewinn möglichst zu schmälern. So gehört der Firmenwagen zu den Klassikern in der Steuererklärung.

Aber Vorsicht: Nicht immer ist das Firmenauto von Vorteil. Die private Nutzung des PKW muss nämlich versteuert werden. Hierzu wird entweder die Ein-Prozent-Methode zur Berechnung herangezogen oder es muss ein genaues Fahrtenbuch geführt werden. Auch das Arbeitszimmer gehört zu den üblichen Ausgaben des Selbstständigen.

Hier gilt jedoch seit 2007, dass dieses den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellen muss, damit es steuerlich berücksichtigt werden kann. Lohnend sind für Selbstständige aber vor allem größere Investitionen in den Beruf. Zukünftige Anschaffungen können bis zu drei Jahre lang zu 40 Prozent abgeschrieben werden.

Gewerbesteueraufkommen nimmt zu

Mehr als 76 Prozent der Einkünfte stammen aus nichtselbstständiger Arbeit. Trotzdem ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Im Jahr 2012 betrug das Gewerbesteueraufkommen 42,3 Milliarden Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Einnahmen des Fiskus in diesem Bereich demnach um 1,8 Milliarden Euro bzw. 4,6 Prozent. Auch der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) bestätigt die positiven Zahlen. 1,19 Millionen Deutsche arbeiteten demnach Anfang 2012 selbstständig in den freien Berufen. Laut Statistik bedeutet das einen Anstieg von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit 1950.

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