Digitales Marketing: Alexander Süßel über Google und Co



Um sein Produkt zu verkaufen, ist es wichtig die richtige Marketingstrategie zu wählen. Mit den digitalen Medien hat die Bedeutung von Onlinemarketing stark zugenommen. Immer mehr Unternehmen setzen auf die stetig zunehmenden Möglichkeiten im Internet. Alexander Süßel verrät uns im Interview, welche Formen des Onlinemarketings bestehen und worauf man bei der Wahl der Marketinginstrumente achten sollte.

Der richtige Einsatz von Marketinginstrumenten spielt für Gründer eine wichtige Rolle. Aber wie wählt man die passenden Instrumente? Häufig ist es schwierig ohne Fachwissen im Marketingbereich die richtige Strategie für das eigene Unternehmen zu wählen. Alexander Süßel eklärt uns im Interview worauf man bei der Wahl der Instrumente achten sollte, welche Grundprinzipien befolgt werden sollten und vieles mehr.

Für-Gründer.de: Hallo Herr Süßel, Marketing ist ein weites Feld und Onlinemarketing spielt für viele Start-ups eine immer wichtigere Rolle. Wie ist es denn in Ihrer Praxis um die digitale Marketingstrategie von Gründern bestellt?

Alexander Süßel von AS auf Zeit: Eine pauschale Antwort fällt schwer, weil jeder Gründer auf einem unterschiedlichen Kenntnisstand in Sachen Onlinemarketing steht. Bei technologischen Start-ups bzw. Gründungen ist eine starke Auseinandersetzung mit Online Instrumenten elementar. Aber heutzutage sollte jeder Gründer sich mit den verschiedenen Online Instrumenten beschäftigen.

Zum einen können viele Zielgruppen primär über den Onlinekanal kostengünstig erreicht werden, zum anderen ist die Effizienz von Onlinemarketing ein klarer Fürsprecher bei der Wahl im Marketingmix. Und bekanntlich sind die finanziellen Mittel bei Unternehmen in der Gründungsphase begrenzt. Aus meiner Praxiserfahrung ist jedoch erkennbar, dass eine digitale Marketingstrategie bei Gründern nur rudimentär vorhanden ist.

Für-Gründer.de: Wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen beim Marketing im Netz?

Alexander Süßel von AS auf Zeit: Es beginnt mit den grundlegenden Fragen: wo fange ich an, welcher Onlinekanal ist für mich und mein Unternehmen am relevantesten und wie setze ich es effizient um. In den letzten Jahren sind die Möglichkeiten sich zu vermarkten, vor allem im Onlinebereich, rasant gestiegen und es fällt nicht leicht den Überblick zu halten. Deshalb ist immer die erste Frage: Wo kann ich meine Fokuszielgruppe treffen. Umso genauer ich meine Zielgruppe kenne, umso zielgenauer kann ich sie erreichen. Hier liegt ja der besondere Vorteil von Onlinemarketing: Aus dem früheren Gießkannenprinzip ist heute ein Scharfschützen-Marketing geworden. Mit dem Vorteil, ressourcenschonend Mittel einzusetzen sowie flexibel und schnell zu reagieren.

Die größte Herausforderung jedoch ist das Management der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen, weil wenige Gründer Marketingspezialisten sind, sondern andere fachliche Kompetenzen in ihr Unternehmen einbringen. Und dann kann die Vermarktung viel Zeit auffressen und außerdem viel Lehrgeld kosten.

Website von AS auf Zeit
AS auf Zeit hilft Unternehmen die Verkäufe des eigenen Produktes mit gezieltem Marketing anzukurbeln. (Quelle: www.as-auf-zeit.de)

Für-Gründer.de: Google bietet ja eine Reihe an Werbemöglichkeiten für Unternehmen: können Sie uns einen kurzen Überblick zu den Maßnahmen geben?

Alexander Süßel von AS auf Zeit: Der Startpunkt für eine Bedürfnisbefriedigung bzw. Fragestellung ist heute die Suchmaschine. Und in Deutschland kommt keiner an der Suchmaschine von Google vorbei. Somit gilt es, in Google gefunden zu werden. Also ist Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing in Form von Adwords und Bannern elementar. Daneben sind die Googleprodukte wie Youtube, Places, Google Plus, Play, Shopping, Blog, Maps oder Bilder gut geeignet, um eine Sichtbarkeit meines Unternehmens aufzubauen.

Aber auch hier zählt die Kundenorientierung. Ich muss nicht alles machen, sondern ich muss dort agieren, wo ich meine Kunden vermute. Weniger ist oftmals mehr.

Für-Gründer.de: Google Adwords scheinen auf den ersten Blick verlockend – ich zahle ja nur, wenn jemand klickt – Erfolg verspricht dies aber noch lange nicht. Worauf kommt es an?

Alexander Süßel von AS auf Zeit: Ja, das klingt immer so einfach. Buche ein paar Adwords und der Kunde und somit der Umsatz kommt von alleine. Nein, hier gilt es strategisch vorzugehen: also zunächst einmal den Onlinemarkt analysieren. Was sind die richtigen Keywords, setzen wir auf teure generische Keywords – Kategoriebegriffe –  oder belegen wir die sogenannten Long Tail Keywords – mehrfach Suchbegriffe. Hierzu eignet sich der „Keywordtracker“ oder auch „Trends“, um zu sehen, wie hoch die Suchvolumen sind. Daneben müssen Kampagnen für einzelne Produkte geplant werden.

Oftmals werden alle Keywords mit eins, zwei Anzeigentexten verknüpft, anstatt verschiedene Anzeigengruppen aufzubauen. Als nächstes müssen gute und auffallende Anzeigentexte formuliert werden. Und zum Schluss soll die Landingpage  – also die Seite auf die sie nach dem Anzeigenklick kommen – individuell den Kunden abholen, damit er mit unserem Unternehmen agiert. Hierbei – und das unterschätzen viele – gilt es laufend zu optimieren, zu messen und wieder von vorne zu optimieren – also ein revolvierender Kreislauf. Das ist das Gute am Onlinemarketing, ich kann schnell und einfach viele Tests durchführen.

Für-Gründer.de: Es gibt zahlreiche Social Media-Kanäle: wie finden Gründer die passenden für ihr Angebot?

Alexander Süßel von AS auf Zeit: Viele denken bei Social Media nur an Facebook. Dabei gibt es so viele verschiedene Social Media Kanäle: vielleicht ein eigener Blog, Gastblogger bei einem reichweitenstarken Blog, Google Plus um eine SEO Optimierung vorzunehmen, dann die ganzen Bilderplattformen z.B. Pinterest oder Instagram.

Letztendlich kommen wir immer wieder an den Anfang zurück: Ich muss wissen, wer meine Zielgruppe ist und wo sie unterwegs ist. Deshalb halte ich es immer für gefährlich pauschale Antworten zu geben, denn jedes Unternehmen hat seine eigene DNA und auch seine eigene Kundengruppe. Oftmals wird jedoch in der Zielgruppenanalyse plakativ gesagt: Meine Zielgruppe sind Männer und Frauen von 0-99 Jahre, sprich alle. Und hier fängt dann der Untergang an. Erfolgreiche Unternehmen fokussieren sich und bieten nicht einen Bauchladen an.

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