Gründerstorys…heute Max Wittrock von mymuesli



Mit einer Schale Müsli in den Tag zu starten, ist für viele ein allmorgendliches Ritual. Warum sich das Müsli dann nicht nach eigenem Belieben zusammenstellen? Bei mymuesli stellt sich der Kunde das Müsli seiner Wahl selbst zusammen und lässt es sich nach hause oder ins Büro liefern. Wir sprachen mit Max Wittrock, einem der drei Gründer, über die Idee hinter mymuesli, die ersten Jahre, ihre Marketinginstrumente und die Ausweitung ihres Angebots.

Als Urvater der „My“-Geschäftsideen will mymuesli dem Kunden ein Rundumpaket für die erste Mahlzeit am Tag bieten mit allem, was dazugehört. Max Wittrock von mymuesli verrät uns im Interview im Detail, was mymuesli anbietet und wie die ersten Jahre des Start-ups verliefen.

Für-Gründer.de: Hallo Herr Wittrock, bei mymuesli gibt es Müsli nach Wunsch – wie funktioniert dies? Woher kommen die Zutaten und wer stellt das Müsli her?

Max Wittrock von mymuesli: Mymuesli funktioniert über einen Online-Mixer: Auf unserer Webseite startet man zunächst mit einer Müslibasis, zum Beispiel Schoko oder Fünf Körner, mixt weitere Zutaten nach Wunsch hinzu und gibt dem Müsli noch einen Namen. Wir schicken es dann nach Hause oder ins Büro.

Unsere Bio-Zutaten beziehen wir aus mehr als 20 Ländern, so viel wie möglich kaufen wir allerdings regional. Und produziert werden die meisten mymueslis dann in unserer Manufaktur in Passau. Auch in Tägerwilen, Schweiz, gibt es eine kleinere Müsli-Produktion.

mymuesli 2
Die mymuesli-Gründer Max Wittrock, Hubertus Bessau, Philipp Kraiss (von links nach rechts)

Für-Gründer.de: Ende Juni wurde mymuesli mit dem Deutschen Gründerpreis 2013 in der Kategorie Aufsteiger ausgezeichnet. Wie waren Ihre Erfahrungen mit dem Deutschen Gründerpreis im Vorfeld und dann natürlich auch nach der Preisverleihung?

Max Wittrock von mymuesli: Der Deutsche Gründerpreis ist auch im Vorfeld schon etwas besonderes, weil man ja zum einen nominiert werden muss, zum anderen haben wir ihn über die Jahre selbst recht intensiv verfolgt. Deswegen war ich bei der Nominierung für mymuesli dann doch einigermaßen nervös…

Aber wenn man dann die Bewerbungsrunden überstanden hat, folgen sehr angenehme Tage, denn alle Finalisten kommen schon vor der Preisverleihung zusammen, eine wirklich tolle Gruppe. Die zwei Tage mit den anderen Teams waren großartig.

Am Abend der Preisverleihung sind alle nervös, klar. Aber keiner kann mehr Einfluss nehmen auf das Ergebnis. Daher war das entspannter als gedacht, bis der Umschlag geöffnet wurde.

Für-Gründer.de war bei der Preisverleihung dabei und das nachfolgende Video zeigt die Auszeichnung von mymuesli.

 

Für-Gründer.de: Sie sind ja bereits einige Jahre unterwegs – auf welche Bilanz blicken Sie zurück und können Sie uns ein paar Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 nennen?

Max Wittrock von mymuesli: Umsatzzahlen kommunizieren wir nicht, aber wir haben mittlerweile einige eigene Läden eröffnet, fünf sind es mittlerweile. Als nächstes kommt Augsburg hinzu, das wird im August soweit sein. Etwa 175 Mitarbeiter haben wir derzeit, inklusive aller Aushilfen und Teilzeitmitarbeiter, und das an zwei Standorten.

Für-Gründer.de: Was waren die größten Herausforderungen bisher?

Max Wittrock von mymuesli: Puh, einige… aber die Logistik ist immer wieder sehr spannend und insgesamt der Wachstumsprozess. Von der Verwaltung im Büro bis zum Pakete packen. Da lernt man nie aus…

Für-Gründer.de: Hand aufs Herz: was hat nicht geklappt in der Unternehmensgeschichte von mymuesli?

Max Wittrock von mymuesli: Wir hatten nie diesen einen großen Stein auf dem Weg, bei dem wir dachten: Oh Mann, es geht nicht mehr weiter. Aber es gab viele Kleine, manche erinnern sich ja, dass wir gleich zwei Wochen nach dem Start ausverkauft waren. Auch unsere Server haben uns netterweise immer bei TV-Berichten verlassen und der ein oder andere Prozess hätte sicher reibungsloser sein können in den ersten Jahren. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Für-Gründer.de: Wie wurde mymuesli bislang finanziert?

Max Wittrock von mymuesli: Aus dem Cash Flow und mit klassischer Fremdfinanzierung durch Banken. Manche Projekte in unserer Manufaktur sind auch zuschussfähig durch den Freistaat Bayern.

Für-Gründer.de: Welche Marketinginstrumente setzen Sie ein und wie macht man Ihrer Erfahrung nach erfolgreiches Onlinemarketing?

Max Wittrock von mymuesli: Eine sehr breite Frage, da müsste man Daniel aus unserem Team mal fragen, der das verantwortet. Aber wenn ich was Falsches sage, kann er ja in den Kommentaren korrigieren…

Wir glauben vor allem an unsere eigenen Kunden, die sich zum Beispiel über unser mymuesli-Rundschreiben freuen. Und natürlich suchen wir auch Neukunden, dabei nutzen wir die klassischen Online-Marketing-Kanäle, von AdWords bis Affiliate-Marketing. Auch offline sammeln wir immer wieder Erfahrungen, aber wir kommen aus der Online-Welt, da wird also immer der Schwerpunkt liegen.

Für-Gründer.de: Welche Tipps haben Sie für den effizienten Einsatz von Social Media?

Max Wittrock von mymuesli: Social Media sollten diejenigen machen, die das gerne tun und können. Was ich meine ist, dass ich jemandem, der selbst keine Lust auf die Sozialen Medien und das Netz hat, die Arbeit in diesem Bereich kaum schmackhaft machen kann. Auch er wird keine Leidenschaft für diesen Bereich entwickeln oder mitbringen. Ansonsten ist in diesem Segment unsere Lernkurve immer noch steil. Es macht großen Spaß, weil man sehr direkt mit den Müslifreunden kommunizieren kann, das macht es für uns so wertvoll.

Für-Gründer.de: Neben dem Onlineangebot haben Sie sich auch entschieden Läden zu eröffnen: wie gehen Sie hier vor und sind die Läden erfolgreich?

Max Wittrock von mymuesli: Ja, die Läden sind erfolgreich, um das vorwegzunehmen; aber sie erfordern auch viel Arbeit und Liebe fürs Detail. Doch das Laden-Team macht das phänomenal, und deswegen werden wir, wie schon erwähnt, noch weitere aufmachen, den nächsten in Augsburg.

Für-Gründer.de: Mit Tree of Tea – einem Online-Teeversand – gibt es ganz aktuell einen weiteren Ableger von mymuesli – wie ist die Idee hierzu entstanden und welche Strategie verfolgen Sie dabei?

Max Wittrock von mymuesli: Neben Müsli begeistern wir uns für alles, was bei einem leckerem Frühstück nicht fehlen darf. Und da gehören Kaffee und Tee auf jeden Fall dazu. Nachdem wir mit Green Cup Coffee bereits tolle Single Finca Kaffees im Portfolio der mymuesli-Familie haben, stand Tee schon länger auf der Liste unserer stillen Leidenschaften. Er bietet eine spannende  Geschmacks- und Sortenvielfalt, die wir bei Tree of Tea abbilden wollen.

mymuesli Tree of Tea
Neu von mymuesli TREE OF TEA (Quelle: www.tree-of-tea.de)

Im Online-Shop finden Teefreunde ausgewählte Kräuter-, Früchte-, Grün- und Schwarztees, die in vielen Probiersessions zusammen mit unserem Tee-Experten Franz Thiele entstanden sind. Alle Blatt-Tees sind zu 100% Bio, von Hand gemischt und stammen aus ausgewählten Pflückungen. Weiterhin soll man auch das passende Equipment für die Zubereitung finden und natürlich kann den Tee auch super weiterverschenken.

Für-Gründer.de: Und zum Schluss: was sind Ihre Tipps für angehende Gründer?

Max Wittrock von mymuesli: Da gibt es viele. Ich bin selbst auch noch sehr dankbar für gute Ratschläge…aber wenn ich mal einen rausgreifen darf: Es lohnt sich, an verrückte Ideen zu glauben.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt