Gründerstorys… heute Felix Krause von Milk the Sun



Die Investition in Photovoltaikanlagen ist für die meisten ein weites Feld. Unsicherheiten bei der Auswahl eines geeigneten Projekts oder im Hinblick auf die Kosten hindern immer noch einige Geldgeber an der Investition in Photovoltaik oder Anbieter an der Veräußerung ihrer Anlage.

Das Team von Milk the Sun macht es sich zur Aufgabe die Transparenz für Anbieter und Investoren zu wahren, Transaktionskosten zu senken und die Investitionsbereitschaft in Photovoltaikanlagen zu steigern.



Wir sprachen mit dem Gründer Felix Krause von Milk the Sun nicht nur über die Geschäftsidee und die jüngst vorgestellte Plattform UtilityScaleNetwork, sondern auch über die Herausforderung, das selbst auferlegte Gütesiegel zu gewährleisten.

Für-Gründer.de: Hallo Felix, wir haben uns beim Finale des Code_n Award auf der CeBIT in Hannover kennengelernt. Stell uns doch bitte zu Beginn kurz die Geschäftsidee von Milk the Sun vor.

Felix von Milk the Sun: Milk the Sun ist ähnlich der großen Marktplätze wie immobilien.de oder Immobilienscout eine Plattform zum Handeln von Investments in Photovoltaikanlagen.

Bei uns können Investoren und Anbieter von Photovoltaikanlagen oder -projekten diese, ähnlich einer Immobilie, veräußern. Dadurch senken wir die bisher üblichen Transaktionskosten durch Maklerketten, die es bisher immer gab und erarbeiten so einen liquideren Markt. Zusätzlich erhöhen wir die Bereitschaft in Photovoltaik zu investieren.

Zusammen mit Philipp von Seherr-Thoss, André Åslund und Dirk Petschick gründete Felix Krause Milk the Sun

Für-Gründer.de: Wer gehört noch zum Gründerteam und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Felix von Milk the Sun: Zum Gründungsteam gehören Philipp von Seherr-Thoss, André Åslund, Dirk Petschick und ich.

Auf die Idee gekommen sind wir durch unsere vorherige Firma, LuzSolar. Die LuzSolar GmbH war ein Projektentwickler für Photovoltaikanlagen in Deutschland und England. Hier haben wir Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 20.000 bis 9 Mio. Euro verwirklicht und waren dabei leider immer wieder auf Vermittler und entsprechende Vermittlerketten angewiesen.

Es ist häufig nötig, NDAs also Vertraulichkeitserklärungen zu unterzeichnen, um überhaupt erst mit Anbietern oder Investoren in Kontakt treten zu dürfen. Häufig werden dadurch Projekte sehr verspätet oder gar nicht realisiert. Zusätzlich werden sie oft deutlich teurer. Das sorgt für eine beträchtliche Frustration für den Investor und den Projektentwickler. Aufgrund dieser Erfahrung haben wir uns ein anderes Portal gesucht, mit dem wir einfach und schnell arbeiten können. Da wir nichts Vergleichbares fanden, wurde Milk the Sun von uns entwickelt. Alles basiert auf den Grundlagen, der von uns gemachten Erfahrungen.

Für-Gründer.de: Wer gehört außerdem noch zum Team von Milk the Sun und wer ist wofür zuständig?

Felix von Milk the Sun: Wir sind ein internationales Team, mit Mitarbeitern aus Spanien, Frankreich, Italien, Kanada, den USA und natürlich Deutschland. Insgesamt gibt es neben den Gründungsmitgliedern derzeit noch sieben weitere Mitarbeiter. Die Mehrheit von ihnen kümmert sich um die europäischen und außereuropäischen Märkte. Ein kleinerer Teil ist für die IT zuständig und einige wenige sind für die Presse- und PR-Arbeit verantwortlich.

Das internationale Team von Milk the Sun setzt sich aus Mitarbeitern aus Spanien, Frankreich, Italien, Kanada, den USA und Deutschland zusammen
Das internationale Team von Milk the Sun setzt sich aus Mitarbeitern aus Spanien, Frankreich, Italien, Kanada, den USA und Deutschland zusammen – hier ein Blick in das Büro in Berlin

Für-Gründer.de: Ihr sitzt in Berlin – warum die Hauptstadt, die Start-up Hochburg?

Felix von Milk the Sun: Berlin als Hauptsitz zu wählen, bot sich aus einer ganzen Reihe von Gründen an. Vor allem war unser alter Firmensitz schon hier. Zudem arbeiteten Dirk und ich seit 2008 zusammen, Anfangs bei Philips, dann bei LuzSolar. Ich persönlich bin wegen meiner Beschäftigung bei Philips nach Berlin gekommen.

Für mich war die Arbeit vorrangig und nicht die Location. Berlin hat natürlich sehr angenehme Nebenerscheinung, zum Beispiel kann leicht ein Austausch mit anderen Start-ups stattfinden. Das ist gerade in der Gründerphase ermutigend. Aber es ist nicht so, dass Berlin als Stadt bei unserer Firmengründung irgendeine entscheidende Rolle gespielt hätte.

Für-Gründer.de: Wo lagen bisher die größten Herausforderungen auf eurem Weg in die Selbstständigkeit?

Felix von Milk the Sun: Es sind viele Kleinigkeiten, aber da gibt es nichts, von dem wir sagen, dass es ein wirklich großes Problem gewesen wäre. Es sind sicher immer eher die Maulwurfshügel, über die man stolpert. Es sind die Schwierigkeiten, die sich aus dem alltäglichen Leben ergeben, die mich aufregen. Zum Beispiel wenn kein Kaffee mehr da ist, oder wenn der Nachbar nebenan ein Hotel baut und in unserem Büro fällt der Putz von der Decke. Das stört mich, aber ansonsten waren bisher alle Probleme lösbar.

Für-Gründer.de: Kürzlich habt ihr die UtilityScaleNetwork-Plattform vorgestellt. Worum handelt es sich im Detail und für wen genau ist dieser Marktplatz gedacht?

Felix von Milk the Sun: UtilityScaleNetwork entstand aus der Aufforderung und dem Wunsch unserer Kunden. Als wir Milk the Sun gründeten, gingen wir davon aus, dass wir mit Milk the Sun einen Investitionsrahmen von 10.000 bis ungefähr sechs Mio. Euro Gesamtkapital bedienen können.

Wir erwarteten, dass sich dieser Markt für uns interessieren würde, stellten allerdings schnell fest, dass wir auch von Unternehmern angesprochen wurden, die deutlich größere Parks unterhielten. Es war diesen Unternehmern allerdings nicht möglich, ihre Anlagen über eine offene Plattform anzubieten. Zum Beispiel, weil es sich um bekannte Persönlichkeiten oder um große Unternehmen handelte, die sich von ihren Investitionen trennten. Wir sprechen in diesem Fall von scheuem Kapital und dass bilden wir über UtilityScaleNetwork ab. Dementsprechend liegt hier ein geschlossener Markt vor, auf dem wir Investoren und Anbieter direkt, diskret und individuell miteinander verbinden.

Für-Gründer.de: Das zuvor gegründete Unternehmen LuzSolar stieß auf unseriöse Vermittler von Fotovoltaikanlagen. Milk the Sun bemüht sich nun um einen transparenten Solarmarkt – wie gewährleistet ihr dieses Gütesiegel?

Eine ausführliche Antwort darauf, Tipps für Start-ups und eine Prognose für die Zukunft von Milk the Sun gibt es auf der nächsten Seite…

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