Gründungszuschuss: 100.000 Geförderte weniger als vor einem Jahr



Als das wesentliche Instrument zur Förderung von Existenzgründung und Selbstständigkeit ist der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit eine Hilfestellung zur Gründung aus der Arbeitslosigkeit. Jedoch ist die Zahl der Förderungen mittlerweile überschaubar klein.

129.000 vs. 30.000 und 18.000 vs. 1.100: Das sind die Zahlen zum Gründungszuschuss im November 2011 und November 2012 im Vergleich. Noch vor einem Jahr waren es 129.000 insgesamt aus der Arbeitslosigkeit geförderte Existenzgründer und 18.000 Gründer, deren Anträge auf den Gründungszuschuss bewilligt wurden. Diese Infos entnehmen wir dem aktuellen Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit und unseren Beobachtungen zur Entwicklung beim Gründungszuschuss. Im Detail erfahren wir aus dem 11. Monatsbericht, dass:

  • Mit dem Gründungszuschuss im November 30.000 Existenzgründer gefördert wurden, also 77 % weniger als vor einem Jahr. Damit erhielten nur noch 7 % der aus Mitteln des SGB III Geförderten einen Gründungszuschuss.
  • Weiterhin gab es im November 1.100 Fördereintritte – seit Jahresbeginn 19.000. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 85 %.

Unsere Prognose: Wenn das so weitergeht, können wir bald alle neuen Fördereintritte persönlich im Blog vorstellen. Im Monatsverlauf ergibt sich das folgende Diagramm für die bewilligten Anträge auf den Gründungszuschuss:

Bewilligte Anträge auf den Gründungszuschuss (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Im Zuge des allgemeinen Rückgangs der bewilligten Neuanträge für den Gründungszuschuss ist somit bereits seit Monaten auch die Zahl der durch den Gründungszuschuss insgesamt geförderten Gründerinnen und Gründer rückläufig.

Gesamtzahl der Gründer, die den Gründungszuschuss erhalten (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Die Einsparungen beim Gründungszuschuss belasten nicht nur die deutsche Gründerlandschaft, sondern haben zudem auch einen Einfluss auf das KfW Gründercoaching, da eine Förderung mit 90 % an den Erhalt des Gründungszuschusses gekoppelt ist.

Den Gründungszuschuss können Sie direkt bei Ihrem Arbeitsamt beantragen und mit Ihrem Berater über das Thema Gründung sprechen. Allerdings sollten Sie sich gewissenhaft vorbereiten, denn gegenüber dem Berater müssen Sie Ihre fachlichen Voraussetzungen für die Existenzgründung nachweisen. Sie können z.B. über die Agentur für Arbeit an Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema Existenzgründung teilnehmen.

Sollten Zweifel bestehen, kann Ihr Berater Ihnen den Gründungszuschuss verweigern und Sie müssen sich über eine Gründung ohne Förderung Gedanken machen. Also erstellen Sie gewissenhaft Ihren Businessplan und lassen Sie ihn im besten Fall noch einmal prüfen, bevor es das Arbeitsamt macht.

Auf Für-Gründer.de erfahren Sie mehr über den Gründungszuschuss und die Gründung aus der Arbeitslosigkeit. Unser Tipp: sprechen Sie mit einem Gründercoach!