Seedmatch startet erstmals Crowd investing von 200.000 Euro



Premiere im Bereich der Crowd-Finanzierung. Während das Jahr 2012 bisher generell von einer zunehmenden Anzahl an Start-ups gekennzeichnet war, die sich über die Crowd finanzieren, und neue Plattformen in den Markt starteten, lag die Höchstgrenze für ein Crowd investing bei 100.000 €. Dies wird sich heute 12 Uhr auf Seedmatch erstmalig ändern. Mit Protonet geht ein Start-up an den Start, bei dem das Funding-Limit bei 200.000 € liegt.

Wie dies funktioniert und welche Geschäftsidee Protonet verfolgt haben wir mit Jakob Carstens von Seedmatch und Thomas Reimers von Protonet besprochen.

Für-Gründer.de: Herr Carstens, bevor wir zu den ganz aktuellen Themen kommen, geben Sie unseren Lesern doch bitte einen Überblick, wo Seedmatch heute steht?

Jakob Carstens ist Head of Marketing bei Seedmatch

Jakob Carstens von Seedmatch: Wir haben seit August 2011 über Crowdfunding 26 Startups auf unserer Plattform vorgestellt, alle erfolgreich finanziert und dabei über 2,5 Millionen Euro Crowdkapital eingesammelt. Unsere Investoren, die Medien und die Startup-Szene zeigen uns immer wieder, wie gut die Idee des Crowdfunding angenommen wird. Wir freuen uns über diesen Erfolg, denken aber bereits weiter und wollen auch in Zukunft das Crowdfdunding für Startups in Deutschland weiter vorantreiben.

Für-Gründer.de: Wie ist das Feedback der Investoren bisher?

Jakob Carstens von Seedmatch: Überwiegend positiv, das zeigen nicht nur Fundinggeschwindigkeiten von 52 Minuten wie vor wenigen Tagen beim Startup Refined Investment. Investoren auf Seedmatch leben die Idee des Crowdfunding, nicht nur durch das Investment selbst, sondern auch im Nachgang im Investor Relations Bereich, den jedes Startup auf Seedmatch bekommt: Sie geben wertvollen Input, stellen Kontakte her und sorgen so aus Eigeninteresse dafür, dass “ihr” Startup Erfolg hat. Dies zeigt uns, wie groß das Interesse ist. Dem wollen wir nun mit größeren Fundingsummen, also einem größeren Angebot, nachkommen und die Idee des Crowdfunding auf ein ganz neues Niveau bringen.

Für-Gründer.de: Bisher war die Kapitalaufnahme ja auf bis zu 100.000 € beschränkt, nun geht das erste Start-up auf Seedmatch – und dies ist gleichzeitig ja auch eine Premiere in Deutschland – mit 200.000 € an den Start. Um welches Start-up handelt es sich und wie konnte die 100.000 €-Hürde genommen werden?

Jakob Carstens von Seedmatch: Es handelt sich um das Startup Protonet aus Hamburg. Für dieses und alle zukünftigen Crowdfundings bei Seedmatch wird es einen neuen Beteiligungsvertrag geben, der die Form eines partiarischen Nachrangdarlehens hat. Unser Team hat an diesem Vertrag seit Sommer intensiv und in Absprache mit Rechtsanwälten, Business Angels, VCs und natürlich unseren Start-ups und Investoren gearbeitet. Der Vertrag ist von der BaFin als Ausnahme von der Prospektierungspflicht anerkanntes partiarisches Nachrangdarlehen anerkannt und damit absolut KWG-konform. Das heißt für Start-ups: Summen auch über 100.000 Euro ohne Wertpapierprospekt, aber mit der Crowd.

Für-Gründer.de: Was hat Sie gerade bei diesem Start-up überzeugt, nun den nächsten Schritt zu wagen?

Jakob Carstens von Seedmatch: Protonet revolutioniert den Cloud Computing Markt mit einem einfach zu bedienenden Server, der das Beste der Cloud mit den Vorteilen lokaler Hardware verbindet. Das Angebot richtet sich an Unternehmen und Privathaushalte gleichermaßen. Wir haben mit Protonet ein extrem ambitioniertes Team mit guter Erfahrung und ein spannendes Projekt, das sehr gut zu dieser neuen Dimension des Crowdfundings passt. Deswegen freuen wir uns, diesen Schritt mit Protonet zu gehen.

Für-Gründer.de: Gibt es rechtliche und vertragliche Besonderheiten bei diesem Modell?

Jakob Carstens von Seedmatch: Aus der stillen Beteiligung ist ein partiarisches Darlehen geworden, das aber einer stillen Beteiligung nachempfunden ist. Der Investor partizipiert am Wertzuwachs des Start-ups und an anfallenden Gewinnen. Darüber hinaus haben wir aber eine Exit-Klausel im Vertrag: Übernimmt ein Käufer das komplette Unternehmen, scheiden auch die Crowd-Investoren aus – mit ihrem Anteil am Unternehmen, Post-Money bewertet.

Für-Gründer.de: Wie hoch sind die zusätzlichen Kosten für das Start-up?

Jakob Carstens von Seedmatch: Es entstehen keine zusätzlichen Kosten, nur weil es einen neuen Beteiligungsvertrag gibt. Wie heute auch werden wir auch in Zukunft über eine prozentuale Beteiligung erst dann vergütet, wenn das Funding die Schwelle überschritten hat, also wenn es erfolgreich war. Ansonsten gehen wir leer aus.

Für-Gründer.de: Und zum Abschluss: was sind Ihre Erwartungen für Crowd-Finanzierung im Jahr 2013?

Jakob Carstens von Seedmatch: Crowdfunding wird sich weiter am Investment-Markt etablieren. Wir bei Seedmatch werden noch mehr spannende Start-ups über Crowdfunding finanzieren, auch mit zunehmend größeren Summen. Wir stehen noch ganz am Anfang. Und wir freuen uns darauf!

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt

SEEDMATCH®
Crowdfunding für Startups

Altenzeller Str. 39
01069 Dresden
Telefon: 0351.31 40 55 6
E-Mail: info@seedmatch.de
Website: www.seedmatch.de

 

Für-Gründer.de: Herr Reimers, wie ist das Team von Protonet auf die Geschäftsidee gekommen und was hat Sie zur Gründung motiviert?

Thomas Reimers ist Head of Sales & Customer Satisfaction bei Protonet

Thomas Reimers von Protonet: Vor etwa vier Jahren wurde uns bewusst, in welch starker Abhängigkeit von wenigen großen Konzernen wir tagtäglich kommunizieren und unsere Daten „sichern“. Sie besitzen und steuern die Infrastruktur, auf der das Internet basiert. Somit besitzen sie auch unsere Kommunikationsinhalte, Dokumente, soziale Kontakte usw. Und wie wir alle wissen, tun diese Unternehmen damit oft Dinge, die höchstgradig fragwürdig sind. Die durchleuchten diese, sie verkaufen die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu Werbezwecken und regelmäßig geraten sicherheitskritische Daten, die in der vermeintlich sicheren Cloud gespeichert sind, in die falschen Hände. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: protonet.info/de/data.

Wir wollten diesen Zustand nicht länger akzeptieren und fingen an, uns Gedanken über eine alternative Lösung zu machen, die den Menschen Spaß macht und sie wieder ruhig schlafen lässt. Resultat: Die Protonet-Box. Nutzer erlangen ihre Datenkontrolle und somit ihre datenbezogene Freiheit zurück. Das positive Feedback und die Zustimmung bzgl. der Grundidee unseres Produkts bewegten uns dazu, daraus unser Lebensprojekt zu machen. Wir lösen ein Problem, das alle betrifft.

Für-Gründer.de: Wie funktioniert das Geschäftsmodell im Detail und an welchen Stellen verdienen Sie Geld?


Thomas Reimers von Protonet: Gerne schlüsseln wir auf, wie wir bereits Geld verdienen und welche Erlösquellen kurz- bis langfristig außerdem geplant sind:

Protonet Box im Einsatz bei der Fotoretusche Agentur Fotomaki
  • a) Verkauf der Protonet-Boxen inkl. Premium-Service (Jahresverträge). Hier bieten wir verschiedene Pakete, die sich durch verschiedene Speicherkapazitäten und Laufzeiten der inkludierten Service-Verträge differenzieren.
  • b) Folgeverträge für Premium Service nach Ablauf des Service-Pakets, das im Kaufpreis enthalten war. Hier bieten wir 1-, 2-, 3-, 5- und 10-Jahres-Verträge an. Premium-Service beinhaltet 24/7-Hotline-Support, Hardware-Schutz und Offsite-Backup auf dem deutschen Protonet-Server.
  • c) Zusatzprodukte wie z.B. Repeater-Sets zur Erweiterung der WLAN Netzwerke in großflächigen Arealen oder Gebäuden mit massiven Stahl-Beton-Wänden.
  • d) App-Geschäft: Unsere Box ist auch eine Plattform, auf der Apps/Software von anderen Anbietern laufen kann. Diese wird gekauft oder monatlich gebucht und wir erhalten 30% vom Software/App-Anbieter.
  • e) Lizensierung des Protonet OS: Langfristig (frühestens Ende 2014) planen wir die kostenpflichtige Lizensierung unser Software an große Hardware-Hersteller, die sich so auf ihre Kernkompetenz Hardwareentwicklung und –fertigung konzentrieren.

Für-Gründer.de: Warum haben Sie sich für ein Crowd Investing auf Seedmatch entschieden?


Thomas Reimers von Protonet: Wir sind grundsätzlich große Fans des Crowdsourcing und Open Source Ansatzes. Wir glauben fest an die die Kraft der Community. Über Seedmatch erhalten wir nicht nur Kapital zur Weiterentwicklung und Vermarktung unseres Produkts, sondern auch ein unvorstellbar wertvolles Netzwerk aus Fans, Empfehlern, Multiplikatoren und Kunden. Und natürlich eine tollen viralen Effekt und umfangreiches Feedback. Mehr kann man sich als innovatives Startup nicht wünschen.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Gründer-Interviews finden Sie unter “Gründer stellen sich vor

Kontakt

protonet c/o betahaus Hamburg
Ali Jelveh

Lerchenstraße 28a
22767 Hambrug
Telefon: 0152.05 80 26 13
E-Mail: team@protonet.info
Website. www.protonet.info

Weitere Informationen sowie eine umfangreiche Präsentation zum Für-Gründer.de-Monitor finden Sie unter: Crowd funding und Crowd investing.

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