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Venture Lounge: Start-ups aus Life Science und Medizintechnik



Innovationen für unsere Gesundheit: am Montag vor einer Woche ging es auf der Venture Lounge um Start-ups und Unternehmen aus den Bereichen Life Science und Medizintechnik. Und was zunächst nach komplexen Geschäftskonzepten klingt, bedeutet in der Praxis für uns alle eine bessere Lebensqualität.

Mal keine Internet-Start-ups, die nach einer Finanzierung suchen, sondern Technologien und Anwendungen rund um Blutzucker, Herzmuskelschwäche, Sauerstoffmangel bei Neugeborenen oder Harnröhrenentzündungen standen im Fokus der Matchingveranstaltung Venture Lounge. Organisiert wurde die Venture Lounge rund um Life Science und Medizintechnik durch CatCap Corporate Finance, die SHS Beteiligungsgesellschaft, Shortcut Ventures sowie Neuhaus Partners und neben den 9 präsentierenden Start-ups fanden über 70 Vertreter der deutschen und österreichischen Venture Capital-Szene den Weg nach München. Für-Gründer.de unterstützt die Venture Lounge als Medienpartner und wirft nachfolgend ein Blick zurück auf das Event und stellt die Innovationen in der heutigen Ausgabe der Rubrik „Ausgewählte Geschäftsideen“ vor.

 

Oben links: zur Eröffnung der Venture Lounge Matthias Grychta, Caspar Graf Stauffenberg und Dr. André Zimmermann – Oben rechts: Marco Winzer – unten links: Christian Tönies – Unten rechts: Dr. Götz Münch

Die Eröffnung und Begrüßung der Venture Lounge in München erfolgte durch Matthias Grychta (Neuhaus Partners), Caspar Graf Stauffenberg (CatCap) und Dr. André Zimmermann (SHS). Herr Dr. Götz Münch zeigte dann in einem Vortrag auf, wie das Unternehmen CorImmun auf dem Feld der Medikamentenentwicklung einen Millionen-Exit erreicht hat. Eine wesentliche Aussage war dabei, dass „der Exiterfolg nur im Team und in enger Zusammenarbeit mit dem Investor möglich war“. Zudem hatten auch die Mitarbeiter eine Beteiligung an dem Exiterlös und wurden in eine neue Gesellschaft übernommen.  Marco Winzer vom High-tech Gründerfonds machte dann deutlich, dass Investments in Life Science-Unternehmen mit zu den erfolgreichsten Beteiligungen des Fonds gehören und sich noch viele Perlen im Portfolio des VC-Gebers befinden. Ein weiterer Vortrag von Christian Tönies beschäftigte sich am Nachmittag mit der Ausgestaltung von Exit-Erlösen. Tönies zeigte deutlich auf, wie Vertragsgestaltungen zum Nachteil in der Verteilung der Erlöse aus einem Exit zwischen Investoren und Gründern führen können. Daher ist es ratsam bei der Anwaltssuche nach geeigneten Experten Ausschau zu halten. Abgerundet wurde das Vortragsprogramm im Tagesverlauf durch Oliver Busse rund um das Thema „Fördermittelakquisition: Lotterie oder Buch mit sieben Siegeln“ und durch Michael Krieg zur Entscheidung für das Outsourcen von Funktionen durch Start-ups – ein Beispiel hierfür war die Buchhaltung.

Geschäftsideen auf der Venture Lounge

Im 1. Start-up-Pitch der Venture Lounge stellten Sylvia Fauland und Reinhard Hafellner von der 4a medicom ein neues innovatives Produkt zur Blutzuckermessung vor. Immer mehr Menschen weltweit müssen kontinuierlich selbst Ihren Blutzucker messen. Mit der GlucoPEARL möchte 4a medicom die bisherige Technologie zur Messung deutlich vereinfachen. Dazu werden alle notwendigen Komponenten in einem Gerät kombiniert, wodurch die Messung quasi per Knopfdruck möglich ist. Dies ist bisher einmalig und soll dem Unternehmen so einen schnellen Einstieg in den Markt ermöglichen, sofern die klinischen Studien abgeschlossen sind.

 

Sylvia Fauland und Reinhard Hafellner von 4a medicom – rechts die GlucoPEARL

Als häufigste, internistische Erkrankung gilt in Europa die Herzinsuffiziens. Eine neue Therapie gegen die Herzmuskelschwäche möchte die CellServe GmbH entwickeln. So erklärten Prof. Dr. Sittinger und Prof. Dr. Seubert im nächsten Pitching wie Zellen aus dem Herzen entnommen und nach einer Aufbereitung dem Herzen erneut zugeführt werden. Statt der sonst letzten Möglichkeit einer Herztransplantation soll so die Pumpleistung wieder verbessert und damit das Leben verlängert werden. Als ein weiteres Start-up, das sich auf der Venture Lounge präsentierte, setzt auch die RECARDIO beim Herzen an. Durch eine neuartige Therapie soll eine Mobilisierung der körpereigenen Zellen erreicht werden, damit sich die Herzgefäße regenerieren und die Herzfunktion verbessert wird. Während CellServe in erster Linie die chronische Herzinsuffiziens in den Fokus nimmt, richtet sich das Produkt von RECARDIO an Herzinfaktpatienten.

amedo Smart Tracking – vertreten durch Volker Trösken – entwickelt im Bereich Medizintechnik eine innovative Tracking- und Navigationstechnologie, die auf RFID basiert. Hierdurch können bspw. medizinische Instrumente oder der Patient millimetergenau positioniert werden. Im Vergleich zu bisher eingesetzten optischen Verfahren muss das Sichtfeld bei der Positionserfassung und Positionierung nicht frei bleiben. Zudem wies Trösken auf die Preisvorteile der RFID-Transponder hin. Wirkstoffe effizienter zu transportieren – zum Beispiel bei der Bekämpfung von Tumoren – ist das Ziel der DendroPharm. Dr. Sam Moré machte in der Präsentation deutlich, dass durch das neue Verfahren bisher schwerlösliche und schlecht bioverfügbare Wirkstoffe für den Patienten genutzt werden können.

Sauerstoffmangel bei Neugeborenen tritt laut Ron Meyer von der InfanDx AG nach Daten der Weltgesundheitsorganisation in 0,5 bis 4 % aller Geburten auf. Ein Therapiebeginn ist innerhalb von 6 Stunden nach der Geburt nötig – doch eine geeignete Diagnostik besteht innerhalb dieses Zeitfensters nicht. Die Spätfolgen für die Kinder können bis hin zu umfangreichen Behinderungen reichen. Mit dem geplanten Gerät der InfanDx kann das Blut des Kindes direkt nach der Geburt getestet und damit frühzeitig ein Sauerstoffmangel festgestellt werden.

 

Ron Meyer von der InfanDX: Sauerstoffmangel bei Neugeborenen frühzeitig erkennen

Die zwei letzten Start-ups des Tages waren die UroTiss und sense2care. Wurden Folgen einer Harnröhreninfektion bisher mit der Entnahme einer großen Menge tansplantierter Mundschleimhaut per OP behandelt, soll sich dies nun durch das Produkt der UroTiss ändern. Ein kleines Stück entnommener Mundschleimhaut reicht, um daraus weitere Zellen zu kultivieren und anschließend dem Patienten in die Harnröhre einzusetzen. Sören Liebig von der UroTiss stellte dieses Verfahren, das vor allem auf männliche Patienten ab 18 Jahren abzielt, dann auch in einem Video vor. Im letzten Start-up-Pitch der Venture Lounge in München stellte Dr. Andreas Scheipers ein neuartiges Messsystem der sense2car vor, dass es ermöglicht physiologische Blutparameter direkt am Patienten zu überwachen. Dadurch werden Blutverluste reduziert, das Infektionsrisiko gesenkt und der Arbeitsablauf im Krankenhaus enorm optimiert, da nicht wie bisher Blut entnommen und zur Analyse gebracht werden.

Zum Abschluss der Venture Lounge: Jury-Sieger

Traditionell werden bei der Venture Lounge zum Abschluss die besten Pitchings durch eine Jury ausgezeichnet. Dieses Mal gab es zwei 2. Plätze. So ging dieser an 4a medicom und das neuartige Verfahren zur Blutzuckermessung sowie an die InfanDX mit der Entwicklung eines Gerätes, um Sauerstoffmangel bei Neugeborenen rechtzeitig für eine Thearpie feststellen zu können. Sieger der Venture Lounge rund um Life Science und Medizintechnik war UroTiss mit einem Verfahren Mundschleimhaut zu kultivieren um Harnröhrenverengungen in Zukunft eifnacher zu beheben.

 

Die Gewinner und Initiatoren der Venture Lounge 2012 in München

Wir haben auf der Venture Lounge interessante Start-ups erlebt, die Lösungen für zahlreiche Krankheitsbilder entwickeln wollen. Wir sind gespannt darauf, wer die Investoren überzeugen konnte und in Zukunft nach allen klinischen Tests einen erfolgreichen Markteintritt schafft.

 

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