IKT Innovativ Preisverleihung auf der IFA Berlin



Die fünf besten Unternehmensgründungen der ersten Wettbewerbsrunde 2012 beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ wurden am 3. September auf der IFA ausgezeichnet. Für-Gründer.de saß unter den Gästen und nahm die spannenden und teilweise sehr spielerischen Geschäftsideen unter die Lupe.

Im Rahmen der IFA in Berlin verlieh der Gründerwettbewerb als eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die Auszeichnung der besten Projekte in der ersten Wettbewerbsrunde 2012. Der bundesweite Gründerwettbewerb IKT Innovativ zeichnet innovative Unternehmensgründungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien aus und macht es sich zum Ziel, das zukunftsweisende Können der IKT-Industrie nachhaltig zu nutzen. Weitere Instrumente des BMWi zur Förderung sind das EXIST-Gründerstipendium und der High-Tech Gründerfonds.

Alle Preisträger der ersten Wettbewerbsrunde beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ

Bereits im Juni berichteten wir über die Preisverleihung der IKT-Gründung des Jahres, aus dem die Unternehmen ubivent, eyefactive und ondeso als Preisträger hervorgingen. Bis zum 30. November haben Gründer die Zeit, sich für die derzeit noch laufende zweite Runde beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ zu bewerben. Im Gespräch mit Wolfram Groß haben wir erfahren, welche Voraussetzungen Bewerber mitbringen sollten. Die siegreichen Preisträger der ersten Runde haben bereits bewiesen, dass Sie das Zeug zur erfolgreichen Existenzgründung haben.

Preisträger der ersten Runde des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ

Die mit jeweils 30.000 € dotierten Hauptpreise nahmen hapticom, ImmerSight, BASELABS, Kinematics und die Berliner Studenten, die eine Panoramawurfkamera entwickelten, mit nach Hause. Dabei gab es keine Rangfolge. Sie stachen alle gleichermaßen unter 242 Gründungsideen hervor und profitieren neben dem Geldpreis von einem umfangreichen Gründercoaching. Weiterhin erhielt das Start-up Unternehmen Emobility2go den mit 6.000 € dotierten Sonderpreis der RWE Deutschland AG mit dem Thema „Smart Grids“ für seine Plattform, die sich mit der Überwachung und Steuerung von Stromverteilernetzen auseinandersetzt. Bisherige Preisträger berichten von einer guten Auftragslage über den Wettbewerb hinaus.

hapticom als Preisträger des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ

hapticom-Projektleiter Matthias Huster kam stellvertretend für das ganze Gründerteam, zu dem auch Marcus Aschenbrenner und Tobias Engelmann gehören

Die Geschäftsidee von hapticom ist eine Gründung aus der Hochschule, der TU Dresden. Dabei handelt es sich um das erste „Telefon für Taubblinde“. Mit diesem mobilen Kommunikationsgerät können Menschen, die sowohl hör- aus auch sehbehindert sind, über den Tastsinn ihrer Hände erstmals über die Ferne in Echtzeit kommunizieren. Dies funktioniert per Umwandlung des Textes in Blindenschrift und umgekehrt. So können auch nicht behinderte Menschen in die neue Form der Kommunikation eingebunden werden und die soziale Teilhabe bei der Kommunikation mit Angehörigen, Behörden oder Ärzten wird verbessert.

ImmerSight als Preisträger des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ

Simon Singler und Fabian Weiss von ImmerSight nehmen die Auszeichnung auch für ihre Partner Stefan Hörmann und Dominik Nuss entgegen

Das Projekt ImmerSight entstand an der Universität Ulm und ermöglicht das vollständige Eintauchen in eine virtuelle 3D-Welt, in der man sich erstmals auch online bewegen kann. Gemeint ist eine spezielle Video-Brille, die ein natürliches Umsehen und eine natürliche Bewegung realisieren. Das Besondere an dieser Video-Brille ist, dass sie das Aufkommen von Übelkeit durch die Möglichkeit der Bewegung in sechs Freiheitsgraden vermeidet. Die Orientierung geschieht also nicht nur über den Kopf, sondern über den ganzen Körper.

BASELABS als Preisträger des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ

Holger Löbel, Eric Richter, Norman Mattern (v.l.) und Dr. Robin Schubert (n.a.) gründeten BASELABS

Das Unternehmen BASELABS entstammt einem Forschungsprojekt und ist eine Gründung aus der TU Chemnitz. Geboten wird ein Softwarebaukasten und Dienstleistungen für die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen im Automobilbau. Ziel ist die Verkürzung der Entwicklungszeit und der für den Test solcher Systeme. Die Software stellt die komplexen mathematischen Verfahren für die Signalverarbeitung im Fahrzeug in einem Baukastensystem zur Verfügung und optimiert außerdem die verwendeten Algorithmen. Im Anschluss an diese Prototypenerstellung generiert sie die Steuersoftware für das Fahrzeug, so dass sofort der Praxistest erfolgen kann.

 

Kinematics als Preisträger des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ

Das Jungs von Kinematics aus Leipzig präsentieren einen Robotik-Baukausten für Kinder… und Erwachsene.

Die Kinematics-Gründer Christian Guder, Dr. Matthias Bürger und Leonhard Oschütz mit der Zielgruppe – den ganz Kleinen – und Miss IFA 2012

Die zusammengesteckten Bauteile werden zu einem sich automatisch bewegenden Roboter.  Die einzelnen Bausteine verfügen über Antriebs-, Steuerungs-, oder Bewegungselemente und können so kabellos miteinander verbunden werden. Das einfache Stecksystem ermöglicht Kindern (und Erwachsenen) die Verwendung der Bausteine ohne eine komplizierte Gebrauchsanweisung. Mit Kinematics sollen Kinder spielerisch an die Robotik herangeführt werden.

Panoramwurfkamera als Preisträger des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ

Miss IFA hat Gefallen an der Kamera gefunden und lässt sich von Jonas Pfeil erklären, wie sie funktioniert

Die Panoramawurfkamera der drei TU Berlin-Studenten ist ursprünglich eine Diplomarbeit von Jonas Pfeil gewesen. Mit dem runden Ball kann man vollständige Panoramabilder fotografieren, 360° entlang des Horizonts und 180° vertikal. Die grüne Kamera wird einfach in die Luft geworfen, wobei die Aufnahme automatisch ausgelöst wird, sobald sie den höchsten Punkt des Flugs erreicht hat, kurz still hält und danach wieder fällt. Die einzelnen Linsen nehmen Bilder auf, die von einer Software zusammengefügt werden. Aufgrund der gleichzeitigen Auslösung aller Module ist die Kamera in der Lage, sogar bewegte Szenen zu fotografieren. Preisgünstig und so klein wie ein Tennisball, das sind die kommenden Ziele für die Panoramawurfkamera.

Weitere Preisträger beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ sind die folgenden Geschäftsideen. Sie alle erhalten jeweils 6.000 € für die Unternehmensgründung.

  • Apus Systems
    Ein Dienstleistungs- und Softwarepaket, das Landwirten die zeit- und kosteneffektive Erfassung der Lage und Funktionstüchtigkeit von Entwässerungsanlagen ermöglicht.
  • Articoo
    Eine App, die Radio und Hörbuch miteinander kombinieren und aus dem Verhalten jedes Nutzer lernt. Somit kann sie automatisch weitere interessante Audio-Artikel vorschlagen.
  • BluePatent
    Eine Plattform, die für Unternehmen Patente auf ihre Gültigkeit, Qualität und den finanziellen Wert überprüft. Die Mitglieder der Recherche-Community sind über den gesamten Globus verteilt und haben diverse fachliche Hintergründe.
  • dot product
    Ein tragbares 3D-Vermessungsgerät, das kostengünstig und schnell Objekte, Räume oder Gebäude scannen, die Daten auswerten und in 3D umsetzen kann.
  • eventpal
    Ein Software-Baukasten, mit dem Organisatoren von Seminaren, Kongressen oder Messen auch ohne technisches Know-how eine Smartphone-App für ihre Veranstaltung erstellen können.
  • KisiBox
    Ein digitaler Schlüssel, der berechtigten Personen einen einfachen Zugang zum Gebäude ermöglicht. Das System funktioniert mit wechselnden TAN-Nummern, die in ein Nummernfeld eingegeben werden. Zur Zielkundschaft gehören auch öffentliche Einrichtungen.
  • Leverton
    Eine Software, die Informationen aus juristischen Dokumenten – z.B. Verträgen – extrahiert. So werden Vertragspartner, Beginn des Vertrages, Laufzeit, Kündigungsmöglichkeiten oder wirtschaftliche Konditionen in einer eigenen Datenbank gespeichert und können ausgewertet werden.
  • AUDIO EGGS
    Eine Onlinehandelsplattform, die Sound-Anbietern und -Designern einen zentralen Vertriebskanal für die Zweitverwertung Ihrer Produkte bietet.
  • Protonet-Box
    Ein Mini-Server für das Büro, mit dem man im Team kommunizieren, Projekte koordinieren, Daten speichern oder die Zusammenarbeit mit Kunden organisieren kann.
  • Releveo
    Ein Cloud Service, mit dem einzelne Mitarbeiter, Teams oder Organisationen ihre Geschäftsabläufe effizienter und transparenter gestalten können.
  • Testbilds.de
    Eine Crowdsourcing-Plattform, mit der Entwickler von Apps testen lassen, ob ihre Software funktioniert und bei der Zielgruppe ankommt. So ist es möglich, in kurzer Zeit eine große Zahl an echten Nutzern sowie Experten bereitzustellen, um Fehler von Apps oder auf Webseiten zu finden.
  • Trinckle
    Ein 3D-Druckservice in Kombination mit einem Online-Marktplatz. Der Marktplatz erlaubt Kunden, Kreationen auszutauschen, anzupassen und zum Kauf anzubieten.
  • Yopegu
    Eine App, die sowohl Hörende als auch Gehörlose nutzen können. Stadtführungen und andere Sehenswürdigkeiten können über die Audioinformationen und Videoguides in Gebärdensprache genutzt werden.

Weitere Informationen zum Gründerwettbewerb IKT Innovativ finden Sie auf Für-Gründer.de.