Kostenloses Online-Girokonto statt Konto mit Gebühr



Der Schritt in die Selbstständigkeit will gut überlegt sein. Jeder, der sich mit dem Gedanken befasst, wird sicherlich alle Hilfen in Anspruch genommen haben, hat eventuell Gründerseminare besucht und/oder eine ausführliche Wirtschaftlichkeitsanalyse durchgeführt. Dennoch gibt es immer einige Dinge, die im großen Ganzen zunächst übersehen werden, sich aber später als immanent wichtig erweisen, wenn man sie vergessen hat oder gegebenenfalls  ändern muss. Dazu gehört unter anderem die richtige Wahl des Geschäftskontos. So mancher mag jetzt denken, dass diese Einrichtung überflüssig ist, da bereits ein privates Girokonto vorhanden ist. Dies allerdings für geschäftliche und private Kontenbewegungen zu nutzen, ist wenig ratsam. Denn spätestens bei der ersten Steuererklärung werden Sie feststellen, wie umständlich und aufwendig es ist, private und geschäftliche Ausgaben und Einnahmen auseinander zu dividieren. Einfacher ist es, direkt zu Beginn der geschäftlichen Tätigkeit ein entsprechendes Konto einzurichten.

(Foto: Benjamin Klack / PIXELIO)

Viele Geschäftsgründer wenden sich in diesem Fall nun wahrscheinlich an die Hausbank. Doch mal ehrlich, haben Sie schon einmal die Kontogebühren über Jahre zusammengerechnet? Da kommt ein ganz schönes Sümmchen zustande. Eine ideale Alternative bieten da die kostenlosen Girokonten, wie sie hauptsächlich online angeboten werden, etwa unter www.comdirect.de. Dort verzichtet man in der Regel auf ein personal- und kostenintensive Filialsystem, das eine kostenfreie Kontoführung möglich macht. Worauf sollten Sie also achten, wenn Sie ein Geschäftskonto eröffnen wollen?

1. Was genau soll mein Geschäftskonto leisten?

Hier muss man zunächst unterscheiden, ob es tägliche Einnahmen in bar zu verbuchen gibt, oder ob es eher um finanzielle Transaktionen geht, die in regelmäßigen aber auch unregelmäßigen Abständen bargeldlos gebucht werden. Ersteres trifft hauptsächlich auf den Geschäftsbereich der Gastronomie zu, was es nötig macht, dass man auch zu unüblichen Zeiten Bargeld – etwa mittels einer Geldbombe –  deponieren kann. Hier empfiehlt sich sicherlich eine Bank mit Filialsystem. Hier muss man halt die Kontoführungsgebühren in Kauf nehmen. Für alle anderen Branchen und Geschäftszweige bringt ein Online-Konto keine gravierenden Nachteile mit sich.

2.  Ist ein persönlicher Kontakt gewährleistet?

In der Regel braucht man kaum einen persönlichen Kontakt zu seiner Bank, weil man bequem Überweisungen,  Abbuchungsaufträge und ähnliche Dinge vom heimischen Schreibtisch oder vom Büro aus erledigen kann. Doch jeder Selbstständige kennt das Problem finanzieller Engpässe. Für diesen Moment ist ein angemessener Kontokorrentrahmen zwingend notwendig. Ohne entsprechende Sicherheiten wird dieser allerdings in der Gründungsphase einer Selbstständigkeit selten gewährleistet. Daher sollten Sie darauf achten, dass Sie zumindest telefonisch Kontakt zu einem Bankberater aufnehmen können.

3.  Bargeldautomaten

Obwohl wir inzwischen in einer Welt leben, die zunehmend ohne Bargeld auskommt, ist es dennoch in manchen Situationen notwendig. Daher sollten Sie bei der Eröffnung eines Geschäftskontos auch darauf achten, mit welchen Banken das Institut Ihrer Wahl möglicherweise Partnerverträge unterhält. Solche Kontrakte gewähren in den meisten Fällen kostenlose Bargeldabhebungen. Vor allem, wenn Sie regelmäßig geschäftlich über Bargeld verfügen müssen, können Gebühren von rund fünf Euro pro Buchung schnell einen größeren Betrag ausmachen. Besonders, wenn Ihre Tätigkeit auch mit Auslandsreisen verbunden ist, können die Gebühren selbst in Partnerstaaten der Europäischen Union auch oft wesentlich höher ausfallen.

4. Besondere Angebote

Der Finanzmarkt ist ein hart umkämpftes Gebiet, und zahlreiche Geldinstitute bieten daher gerade für Neukunden interessante Offerten. Diese können ganz unterschiedlich sein. Häufig wird etwa in Verbindung mit der Eröffnung des Girokontos auch eine kostenlose Kreditkarte angeboten. Eine andere Variante sind Startguthaben. Wieder andere Banken bieten Guthabenzinsen auf das Konto an, was in der Regel unüblich ist. Auch sollten Sie sich die Überziehungszinsen genau anschaun, bevor Sie unterschreiben. Bei einigen Geldhäusern liegen sie im zweistelligen Bereich, was selbst Stiftung Warentest als „unseriös“ bezeichnet hat, da wir uns besonders hier in Europa noch immer in einer Niedrigzinsphase befinden, und selbst die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzinssatz im Juli 2012 auf 0,75 Prozent abgesenkt hat.

Sie merken also, die Entscheidung bei welcher Bank Sie ihr Geschäftskonto eröffnen, will gut überlegt sein. Checken Sie daher anhand der genannten Posten die Vor- und Nachteile gut gegeneinander ab, damit Sie nicht im Nachhinein das finanzielle Nachsehen haben.