Mit dem Frankfurter Gründerfonds die Gründung finanzieren



Für-Gründer.de sprach mit Nils Hafa und Andreas Küppers über den Frankfurter Gründerfonds, die Schwierigkeiten mit Hausbanken und zwei Praxisbeispiele, die erfolgreich ihre Gründung finanzierten.

Für-Gründer.de: Herr Hafa, Herr Küppers, für alle, die den Frankfurter Gründerfonds noch nicht kennen, beschreiben Sie uns doch bitte kurz die Funktionsweise.

Nils Hafa vom Frankfurter Gründerfonds: Der Frankfurterfonds richtet sich an GründerInnen in Vollzeit oder Teilzeit sowie JungunternehmerInnen mit nicht mehr als 3 Jahren am Markt. Der Kreditbedarf kann zwischen 2.500 € und 50.000 € liegen. Voraussetzung ist ein Unternehmenssitz in Frankfurt/Main. Der Ablauf ist einfach, schnell und unbürokratisch:

  • Nils Hafa vom Frankfurter Gründerfonds

    Zur Vorabprüfung per Mail (kueppers@connective-capital.com oder  hafa@connective-capital.com) oder persönlich in der Sonnemannstraße 9-11 – im Hause der Frankfurt School of Finance & Management einen fertigen Business- und Finanzplan plus Schufaauskunft einreichen.

  • Wir prüfen schnell, ob wir das Konzept grundsätzlich finanzieren möchten und laden  dann zum persönlichen Gespräch ein. In der Regel haben wir noch diverse Fragen, die wir in Vorbereitung auf das Gespräch vorab per Mail an die Antragsteller zusenden.
  • Bestätigt sich im persönlichen Gespräch die Einschätzung und alle Fragen sind beantwortet, dann formulieren wir eine ausführliche Empfehlung an die Bürgschaftsbank Hessen.
  • Bei positiver Entscheidung durch die Bürgschaftsbank Hessen erhält der Antragsteller postalisch die Bürgschaftszusage.
  • Mit dieser wird dann bei einer unserer Partnerbanken der gewünschte Kredit beantragt.

Für-Gründer.de: Was macht es den klassischen Hausbanken so schwer, sich für Gründer und Selbstständige zu erwärmen und sehen Sie Unterschiede bei den einzelnen Banken in Frankfurt und Hessen?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Das ist eine gute Frage. Interessanterweise ist im Vorfeld zum Frankfurter Gründerfonds eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden. Auf Seiten der befragten Banken wurden neben den fehlenden ausreichenden Sicherheiten und mangelhafter Ausstattung mit Eigenkapital auch die oftmals qualitativ ungenügenden Businesspläne als Hürde für eine Finanzierung benannt. Die hohen fixen Bearbeitungskosten machen das Geschäft im Kleinkreditsegment für Banken zudem wenig attraktiv. Genau deshalb haben wir den Frankfurter Gründerfonds ins Leben gerufen, um diese Hürden zu umgehen und den Gründern in Frankfurt zu helfen, eine Finanzierung zu erhalten.

Unterschiede bei den Banken in Frankfurt sehen wir schon, das hängt aber in der Regel mit der individuellen Risikoneigung der Bank, der angefragten Branche und sicherlich auch mit der eigenen Erfahrung des Bankers hinsichtlich der angefragten Idee zusammen. Generell sind wir sehr zufrieden und arbeiten gut und vertrauensvoll mit allen beteiligten Banken, Volksbanken und Sparkassen zusammen.

Für-Gründer.de: Wie wurde das Angebot des Frankfurter Gründerfonds bisher angenommen und wie viele positive Kreditzusagen durch die angeschlossenen Hausbanken wurden im Endeffekt getätigt?

Nils Hafa vom Frankfurter Gründerfonds: Auch wir sind ein Start-up mit langsam wachsenden Zahlen. Anfänglich noch zögerlich, insbesondere am Anfang, haben wir inzwischen eine beachtliche Anzahl von Anfragen erreicht.  Wir haben inzwischen 225 Anfragen gehabt und 100 konkrete Anträge mit ausgearbeitetem Geschäftskonzept zur Prüfung erhalten. Verglichen mit 2011 sehen wir aktuell eine Steigerung der Anfragen um ca. 15%.  43 Empfehlungen haben wir ausgesprochen, d.h. 42% der Anfragen mündeten in eine Empfehlung.

Für-Gründer.de: Können Sie etwas über die Zinssätze der bewilligten Kredite sagen?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Die Zinssätze werden von den Banken festgelegt, darauf haben wir keinen Einfluss. Wir kalkulieren aber in unseren Kalkulationen pauschal mit 6%, wobei wir aber auch schon Fälle hatten, die einen deutlich niedrigeren Zins verhandeln konnten.

Für-Gründer.de: Erläutern Sie uns doch bitte zwei Beispiele aus der Praxis für eine erfolgreiche Finanzierung von Gründern und Unternehmern.

Nils Hafa vom Frankfurter Gründerfonds: Die folgenden Beispiele von Gründern finden sich auch auf unserer Webseite.

Langnese Happiness Station:

Kalt, erfrischend, cremig oder fruchtig, die Begeisterung für Eis kühlt bei den Deutschen nicht ab, ca. acht Liter werden pro Kopf jährlich verzehrt. Das war die Grundlage für die Eröffnung einer Langnese Happiness Station in der MyZeil in Frankfurt.

Das Konzept setzt auf den „Create-Your-Own“-Ansatz: der Kunde wählt zwischen Softeis, Kugeleis, Smoothies und Magnum-Rohlingen, die Zutaten werden dann vor seinen Augen mit verschiedenen Toppings und Saucen vermischt.

Der hohe Bekanntheitsgrad der Langnese Marken, die Möglichkeit, sich sein Eis individuell zusammenzustellen und die sehr gute Lage in der MyZeil haben überzeugt und führten zu einer Finanzierung über den Frankfurter Gründerfonds.

Cafe Savannah

„Ein familienfreundliches Café mit Spielräumen für Kinder, Events für Kinder und Eltern, Vermietung von Picknickkörben, Ausrichten von Kindergeburtstagen und sonstigen Feiern“.
Dieses Konzept hat die Gründerin sehr erfolgreich umgesetzt in dem Café Savannah in der Nähe des Günthersburgparks in Frankfurt Bornheim. Mit insgesamt 30 Innenplätzen und 24 Außenplätzen, der aktiven Mithilfe der Familie und einem innovativen Selbstbedienungskonzept ist sie vom Start weg gut unterwegs. Die Zielgruppe Mütter mit Kindern nimmt es dankbar an und kann, so die Aussage einer Kundin „auch mal in Ruhe einen Cafe mit Ihrem Ehemann trinken, während die Kinder hinten spielen“ – sozusagen Beziehungspflege in einem schönen Rahmen.

Für-Gründer.de: Bestandteil des Konzepts der Frankfurter Gründerfonds ist ja auch der nachgelagerte regelmäßige Unternehmenscheck – wie gehen Sie hier vor und wie wird dies von den Unternehmen aufgenommen?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Der Unternehmenscheck bedeutet für uns, die Gründer und Jungunternehmer in einem vierteljährlichen Abstand zu sehen und kritisch zu hinterfragen, wo sie stehen, welchen Herausforderungen sie begegnen, ob neue Risiken aufgetreten sind und natürlich auch wie die Zahlen ausschauen.

Der Unternehmenscheck wird sehr gut angenommen –  als Chance noch mal die eigene Situation zu reflektieren und ein fundiertes Feedback dazu zu erhalten. Die Gespräche sind immer sehr konstruktiv und aufgrund unserer umfassenden Erfahrung und Vernetzung damit auch hilfreich für die Gründer/innen und Jungunternehmer/Innen.

Für-Gründer.de: Und zum Abschluss: welche Tipps haben Sie – neben dem Frankfurter Gründerfonds – für Start-ups, damit eine Finanzierung bei der Bank erfolgreich ist?

Nils Hafa vom Frankfurter Gründerfonds: Die Idee sollte stimmig, eine klare Nachfrage nach dem Produkt/Dienstleistung in einem überzeugenden Businessplan dargestellt sein. Die Branchenerfahrung und die Eignung zur Selbständigkeit sind wichtig und sollten im Businessplan, aber auch im persönlichen Gespräch klar aufgezeigt werden können. Ergänzt mit einem ausführlichen Finanzplan und einer guten Schufa-Auskunft sind die richtigen Schritte eingeleitet.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt:

Frankfurter Gründerfonds
Nils Hafa / Andreas Küppers

ConCap Connective Capital GmbH
Sonnemannstr. 9-11
60314 Frankfurt am Main

Telefon: 069.15 40 08 39 66 11