Crowd investing: beECO auf Innovestment



Auf dem Portal Für-Gründer.de stellen sich regelmäßig Existenzgründer und Selbstständige mit ihrer Geschäftsidee und ihrem Unternehmen vor. Heute sprechen wir mit Daniel Glaser von beECO.

Für-Gründer.de: Herr Glaser, was verbirgt sich hinter beECO und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Daniel Glaser von beECO: Im Wesentlichen ist unser Produkt, das ECOsystem, eine Hard- und Software-Lösung zur Optimierung von Kraftwerksanlagen, das von Herrn Adelhardt und mir erdacht wurde und nach dem erfolgreichen Pilotbetrieb jetzt in Serie gehen soll. Teammitglied Herr Hagl organisiert alles, was drum herum noch notwendig ist, also die Finanzen, Kontakt zu Investoren, Buchhaltung und natürlich den Vertrieb!

Geld verdienen wir durch den Verkauf dieses Systems und damit verbundenen Wartungsverträgen für die Gewährleistung des 24h-Betriebs und der Bereitstellung von Anwenderdiensten. Dabei ist unsere Zielgruppe auf kommunale Energieversorger ausgerichtet.

Das beECO-Team: Daniel Glaser (Geschäftsführer), Sebastian Hagl und Stefan Adelhardt (Prokurist)

Für-Gründer.de: Zahlreiche Gründer zieht es schon seit geraumer Zeit in die Onlinewelt – wie ist bei Ihnen die Geschäftsidee rund um das Blockheizkraftwerk entstanden?

Daniel Glaser von beECO: Ein reines Software- oder Webprodukt kam für uns nie infrage, allein schon aufgrund unserer Ausbildung. Unser Spezialgebiet sind eingebettete Systeme, also Kleincomputer mit integrierter Software, die einen speziellen Anwendungsfall abdecken. Ganz ohne das Netz geht es natürlich auch nicht, so nutzt unser Produkt beispielsweise das bekannte Internetprotokoll TCP/IP, sowohl zur internen, als auch zur externen Kommunikation. Auch die Bedienung erfolgt über ein Web-Interface.

Die ursprüngliche Idee war ein sehr universell einsetzbares System zur Energie-Effizienzoptimierung. Im Laufe der genaueren Ausarbeitung des Geschäftskonzepts wurde uns aber schnell klar, dass der Vertrieb einer so universellen Lösung einen sehr hohen Kapitalaufwand bedeutet und die Entwicklung zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Eine Spezialisierung war somit absolut notwendig, um den Markt abgrenzen und eine funktionierende Vertriebsstrategie aufbauen zu können. Mit dem Fokus auf die Optimierung von KWK-Anlagen ist es uns möglich, gezielt eine klar definierte Kundengruppe, kommunale Stadtwerksbetriebe, anzusprechen und die Komplexität des Systems bei der Entwicklung deutlich zu reduzieren. Dabei bergen gerade KWK-Anlagen schon systembedingt riesiges Optimierungspotenzial aufgrund der großen Anzahl veränderbarer Parameter, die alle in die Wirtschaftlichkeit des Betriebs eingehen. Außerdem sehr wichtig: Unser Preismodell lässt sich im B2B-Geschäft einfacher durchsetzen.

Für-Gründer.de: Was waren bisher die größten Herausforderungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Daniel Glaser von beECO: Die Zusammenstellung des Teams ist einer der schwierigsten Prozesse, da man zum einen breites Wissen in unterschiedlichsten Bereichen, aber eben auch Experten und unterschiedliche Charaktere benötigt, zum anderen aber im Team doch gut funktionieren muss. Im Studium hat man ja überwiegend Kontakt zu Studenten gleicher Fachrichtungen und eben gerade im technischen Bereich sehr wenige Adressen im betriebswirtschaftlichen Gebiet. Und natürlich ist man speziell bei der Entwicklung eines solch komplexen Systems und für Fragen der Gründung auch auf externe Hilfe angewiesen. Einerseits fehlt anfangs die nötige Erfahrung als Unternehmer, andererseits einfach die Zeit. Dazu gehört aus meiner Sicht vor allem ein guter Steuerberater mit Startup–Erfahrung und Menschen, die selbst Unternehmer sind. Dabei ist die Branche weniger wichtig, als langjährige Aktivität.

Eine noch größere Herausforderung wäre allerdings das Startkapital gewesen, hätten uns nicht die Programme EXIST und Flügge bei der Gründung unterstützt.

Für-Gründer.de: beECO wird durch das EXIST Gründerstipendium gefördert – welche Mittel haben Sie im Einzelnen erhalten und was haben Sie in dieser Zeit erreicht?

Daniel Glaser von beECO: EXIST dient vorwiegend zur Erstellung eines Businessplans und der Evaluierung der Idee. Da für diese Evaluierung Prototypen unabdingbar sind, stellt EXIST den Stipendiaten hierfür ein Budget für Sachmittel zur Verfügung. Außerdem erhält man eine Unterhaltssicherung, die es uns ermöglicht hat, uns voll auf die ersten Prototypen und die Ausarbeitung unseres Geschäftskonzepts zu konzentrieren. Diese Zeit haben wir genutzt, um die ersten Entwicklungsmuster zu fertigen und in ein Pilotprojekt mit Prototypen der Hardware einzusteigen. Dieser Test verlief erfolgreich, sodass unser Kooperationspartner nun das System in den Produktiveinsatz bringen möchte. Die Vorgabe einen Businessplan zu erstellen ist zwar manchmal etwas anstrengend, da man ja eigentlich immer Wichtigeres zu tun hat, wir haben aber auch festgestellt, dass das strukturierte Auseinandersetzen mit der eigenen Idee enorm hilfreich ist, die eigenen Stärken und Schwächen kennenzulernen. Mittlerweile führen wir bereits Gespräche mit weiteren Stadtwerksbetrieben und Kooperationspartnern. Es geht also voran. Jetzt muss sowohl die Software, als auch die Hardware, schnell serienreif gemacht werden, um ein zuverlässiges Produkt verkaufen zu können.

Seit März 2012 werden wir übrigens eineinhalb Jahre lang vom bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Rahmen des Flügge-Programms gefördert. So können wir weiterhin in den bisherigen Räumlichkeiten bleiben und erhalten auch weiterhin eine Unterhaltssicherung.

Für-Gründer.de: Sie haben sich nun für die Finanzierung per Crowdinvesting entschieden. Warum fiel die Entscheidung dafür und wie haben Sie sich die passende Plattform ausgesucht?

Daniel Glaser von beECO: Venture Capital kam für uns nicht infrage. Einerseits ist unser Finanzierungsbedarf eher moderat, andererseits ist unser gesamtes Konzept nicht auf ein rasantes Wachstum, sondern vielmehr auf kontinuierliche und nachhaltige Entwicklung ausgelegt.

beECO ist überzeugt, einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende leisten zu können. Viele Gruppierungen sind bereits privat im Bereich der Energiewende aktiv und suchen nach alternativen Anlageformen abseits der Fotovoltaik, die derzeit einen herben Rückschlag in Form der EEG-Novelle hinnehmen muss. Da wir bestehenden, ohnehin ökologisch sinnvollen, KWK-Anlagen die Flexibilität verleihen, einen wertvollen Beitrag zur Energiewende zu leisten, finden sich in diesem Umfeld deutlich einfacher Investoren. Am Rande sollte man auch erwähnen, dass BHKW über Biogas oder sogenanntes „Windgas“ auch erneuerbaren Strom erzeugen und die Speicherlücke der Erneuerbaren füllen können. Ich denke aber auch, Biogas sollte nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelerzeugung stehen oder Monokulturen fördern, das würde unseren Prinzipien widersprechen. Wir suchen also Menschen, die genauso ticken wie wir – etwas ökologisch Sinnvolles tun, aber eben auch das ökonomische Prinzip dahinter nicht zu vergessen.

Crowdfunding/-investing schien von Anfang an zu unserem Konzept zu passen. Auf den meisten von uns vorab geprüften Plattformen wären wir allerdings häufig sehr vielen Geschäftskonzepten entgegengestanden, die den privaten Konsumbereich als Ziel haben. Eine OpenSource-Spielekonsole als Alternative zu Xbox & Co versteht jeder und möchte sie im Idealfall sogar selbst erwerben. Was ein BHKW überhaupt ist, und warum man dies optimieren sollte, ist auf den ersten Blick für einen Großteil der Menschen einfach nicht so interessant.

Auf der Messe „Junge IKT“ in Berlin, im Rahmen von EXIST, kam letztlich der Kontakt zu dem Startup Innovestment zustande. Dabei war nicht nur das durchdachte und faire Auktionskonzept mit einer definierten Anzahl von geprüften Investoren, sondern vor allem auch der gute, vertrauensvolle und persönliche Kontakt für uns ausschlaggebend um die Finanzierung anzugehen.

Für-Gründer.de: Wie verlief der Prozess von der ersten Kontaktaufnahme mit Innovestment bis zum Fundingstart?

Daniel Glaser von beECO: Nach dem Treffen auf der Messe haben wir kurz telefoniert um das weitere Vorgehen zu besprechen, dann schickten wir unseren Businessplan zu Innovestment und erhielten im Gegenzug die Vertragsmuster zur Ansicht, alles sehr unkompliziert. Nach der positiven Prüfung unseres Businessplans haben wir noch einmal telefonisch Fragen zu den Verträgen und Geschäftsbedingungen geklärt. Dabei ging Innovestment auch auf unsere Anliegen ein und setzte die sich daraus entstandenen Änderungen individuell und schnell um. Auch die Unterstützung bei der Erstellung des Startup-Profils bis zum Auktionsbeginn war vorbildlich. Innerhalb von wenigen Wochen wurden so alle Details geklärt. Am 01.08.2012 startete dann bereits die Auktion. Alles lief nahezu reibungslos.

Für-Gründer.de: Was soll mit dem angestrebten Kapital gemacht werden und welche Entwicklung dürfen die Investoren von beECO in den nächsten Jahren erwarten?

Daniel Glaser von beECO: Der überwiegende Teil des Geldes wird für die Einstellung eines Softwareingenieurs benötigt. Zwar ist das Fundament der Software bereits gelegt, die Skalierbarkeit ist allerdings noch nicht ausreichend. So muss noch vieles an der Benutzeroberfläche optimiert werden und einige Softwaremodule bedürfen bereits einer Überarbeitung, um universeller einsetzbar zu sein.

Auf Hardwareebene wurden ebenfalls die Grundlagen für größtmögliche Flexibilität geschaffen. So sind alle dezentralen Einheiten ohne Konfiguration sofort einsatzbereit. Es fehlen aber noch weitere Modelle dieser Einheiten für bisher noch nicht benötigte Bussysteme.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Benutzerfreundlichkeit des Systems sich ständig verbessert und die Zahl der unterstützten Anlagentypen ständig steigen wird. Auch die Vernetzung der Systeme untereinander soll weiteres Optimierungspotenzial heben.

Langfristig wird beECO die Kosten des Systems so weit senken können, dass der Einsatz des ECOsystems auch bei kleineren KWK-Anlagen bis hin in den privaten Markt wirtschaftlich sein wird.

Für-Gründer.de: Was sind die Hauptgründe für ein Investment in beECO?

Daniel Glaser von beECO:

  • Unterstützung einer sinnvollen und bezahlbaren Energiewende mithilfe intelligent gesteuerter KWK-Anlagen
  • Überschaubares Risiko: Staatliche Förderung des Zielmarktes und Handlungsbedarf kommunaler Versorger
  • Investition in ein regionales Green-Tech-Startup mit stabilen Wachstumsaussichten
  • Beteiligung an einem jungen, innovativen und dynamischen Unternehmen
  • Aussicht auf ein Privatkunden-ECOsystem

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Das Profil von beECO finden Sie auf Innovestment: beECO-Profil.

Alle Gründerinterviews finden Sie unter “Gründer stellen sich vor“.

Kontakt

beECO GmbH
Konrad-Zuse-Str. 3/5, 91052 Erlangen

Telefon: 09131.85 23 35 7
E-Mail: info@beeco.de
Website: http://www.beeco.de/