Der Online-Marketing Tag 2012 in Frankfurt im Rückblick



Die Evolution des Online-Marketing – Hochkarätige Referenten informierten auf dem Online-Marketing Tag am 26.06.21012 des BIEG Hessen und der IHK Frankfurt

Etwa 450 Teilnehmer – davon ein guter Teil selbst Unternehmer – haben sich am 26. Juni 2012 zum Online-Marketing Tag 2012 in den Räumen der IHK Frankfurt versammelt, um sich in 8 Vorträgen umfangreich zu den verschiedenen Facetten des Online-Marketings zu informieren. Der nachfolgende Beitrag fasst wesentliche Punkte der Veranstaltung zusammen und bietet die Möglichkeit in einige der Vorträge tiefer einzutauchen.

 

Der gut besuchte Online-Marketing Tag (Rechte bei Jochen Müller und IHK Frankfurt-am-Main)

U-Bahn Pendler können ab sofort den Weg zur Arbeit mit dem Lebensmitteleinkauf verbinden, ohne Zeit zu verlieren. Was wie die Quadratur des Kreises klingt, ist in Südkorea bereits Realität. Während die Fahrgäste auf die U-Bahn warten, kaufen sie ein, indem sie mit ihrem iPhone Artikel einscannen, die an den Wänden der U-Bahnschächte auf virtuellen Einkaufsregalen abgebildet sind. Nach Ende des Arbeitstages wird dem Kunden die Ware dann nach Hause geliefert.  Eine Supermarktkette eröffnete über Nacht 260 derartige virtuelle Einkaufstheken an unterschiedlichen öffentlichen Plätzen des asiatischen „Tigerstaates“. Dieser und weitere Trends waren Gegenstand des Vortrags „Die nächste Dimension: Apps, Multitouch, Augmented Reality und virtuelle Assistenten“ von Herrn Prof. Wolfgang Henseler.

Online-Marketing auf dem Prüfstand“ In seinem Beitrag sensibilisierte Marc Fischer von der mergedmedia AG seine Zuhörer dafür, wie man sein Geld beim Online-Marketing „sicher aus dem Fenster wirft“.  Die direkten und indirekten Werbekanäle im Internet sind zahlreich – Suchmaschinenoptimierung, bezahlte Anzeigenkampagnen in Suchmaschinen, Gutscheinbörsen oder soziale Netzwerke sind einige Beispiele für die Vielfältigkeit der Möglichkeiten. Während Kampagnen in sozialen Netzwerken, wie facebook in der Regel erst nach drei bis vier Jahren zu einem „return of investment“ führen, wirken bezahlte Anzeigenkampagnen wie Google AdWords oder Gutscheinbörsen wesentlich schneller.

Über die Macht der Kundenmeinungen informierte Börge Grothmann von der eKomi Ltd. In Berlin, denn „nicht alle Kunden trauen ihnen (als Unternehmer) aber Kunden vertrauen anderen Kunden“. Auch wenn ein Unternehmen selbst nicht online ist können sich Kunden auf Bewertungsportalen wie „dooyoo“ oder „ciao“ über dessen Service und Produkte austauschen. In Suchmaschinen dürfen sich Unternehmen mit vielen Bewertungen wiederum über ein besseres Ranking freuen.

Richtungsweisende Vorträge rund um Online-Marketing (Rechte bei Jochen Müller und IHK Frankfurt-am-Main)

 

Um eine erfolgreiche Webseite zu gestalten, sollten dem Webdesigner die instinktiven Wahrnehmungsmuster der menschlichen Spezies bekannt sein, so Matthias Henrici von der Web Arts AG in Bad-Homburg in seinem Vortrag „Emotional Webdesign“  Bei einer Umgestaltung einer Webseite kommt es nach dem „relaunch“ oft zu sinkenden Besucherzahlen. Häufig sind die Nutzer schlichtweg an die alte Homepage gewöhnt, deren Modell sich nach zahlreichen Besuchen im Gehirn abgespeichert hat. Deshalb wird geraten, beim Umgestalten der Internetpräsenz in kleinen abprüfbaren Schritten vorzugehen, um den Kunden an die neue Internetpräsenz „Häppchenweise“ zu gewöhnen.

Insbesondere für Ladengeschäfte, die ihre Ware ortsgebunden und nicht bundesweit anbieten, ist regionales Internetmarketing der Schlüssel um im Internet von potentiellen Kunden gefunden zu werden. Trotz weltweiten Einkaufsmöglichkeiten im world wide web finden 80% aller Konsumausgaben immer noch im Umkreis von 50 Kilometern des eigenen Standorts statt. Bereits im Jahr 2015 wird die meist genutzte Form des Internets das mobile Internet sein.  Fabian Ulitzka (Klickkonzept GmbH) stellte den Besuchern den kostenfreien Branchenbucheintrag Google Places vor und empfahl Unternehmen die Registrierung, um bei regionalen Suchen gefunden zu werden: Maßnahmen und Strategien für lokale Online-Werbung.

Um bei spezifischen Suchmaschinenanfragen gefunden zu werden, sollten die HTML codes der Seite so detailliert wie möglich sein. Darauf machte Uwe Tippmann von der ABAKUS Internet GmbH unter anderem in seinem Vortrag „Die neue bunte Google Suche“ aufmerksam, Damit z.B. eine Postleitzahl als solche erkannt wird, ist es erforderlich diese in HTML als „postal code“ zu formatieren, um dann wiederum bei regionalen Suchanfragen gefunden zu werden. Auch wenn sich ein Unternehmen für eine bezahlte Anzeige in googleads entscheidet sind diese und andere von google ständig neu festgelegte Qualitätskriterien wichtig, denn der Anzeigenrang beim Suchmaschinenmarktführer richtet sich sowohl nach dem Anzeigenpreis, als auch dem Qualitätsranking der Seite. Eine Seite mit gutem Qualitätsranking und relativ niedrigem Anzeigenpreis kann sich somit unter Umständen besser platzieren als teurere Konkurrenzanzeigen mit einem schlechteren Qualitätsranking. Um in der Suchliste oben zu stehen helfen neben Empfehlungen auf Käuferportalen auch möglichst viele „check ins“ bei „location based services“, wie z.B. „foursquare“. Um die Kunden zu „check ins“ zu ermuntern, könnte jeder Kunde der sich eincheckt, also seine Anwesenheit im Ladenlokal im Internet registriert, einen Rabatt erhalten.

Beim Newsletter-Marketing kommt es darauf an, den Leser auf die richtige Landing-Page der eigenen Firmenhomepage zu locken – so der Leitgedanke im Vortragvon  Ali Mostofian (Orange Marketing) zum Thema „E-Mail Marketing durch Newsletter„. Der Newsletter muss Lust auf mehr machen. Daneben sollte der Abo-Link möglichst gut in relevanten sozialen Netzwerken veröffentlicht werden und auch „share“ und „like“ Buttons enthalten, um Leser anzuregen, den Newsletter weiterzuempfehlen. Bei der Versandzeit des Newsletters sollten zunächst verschiedene Zeitpunkte gewählt werden, um herauszufinden, wann die Öffnungsraten am höchsten sind.

Der Online-Marketing Tag verdeutlichte, dass Internetmarketing bereits heute unverzichtbar ist und dessen Bedeutung in Zukunft gegenüber anderen Werbeformen immer weiter zunehmen wird, denn „das Online-Zeitalter hat gerade erst begonnen“.

Beitrag mit freundlicher Unterstützung von Tim Graewert  (BICOB Business Consulting Borgmann)