Onlinefinanzierung für Projekte, Gründer und Start-ups zieht weiter an



640.000 € bei Crowd funding und rund 1,4 Mio. € über Crowd investing – so das Fazit für die 1. Jahreshälfte 2012. Damit verfolgen diese neuen Finanzierungsformen für Projekte, Gründer und Start-ups weiterhin ihren Wachstumspfad in Deutschland. Dies geht aus dem regelmäßig erscheinenden Monitor von Für-Gründer.de hervor. Wir stellen Ihnen nachfolgend die wesentliche Ergebnisse vor. Zudem haben wir ein Kurzinterview mit dem Start-up musiclogistics, das heute ein Crowd investing auf Seedmatch startet.

Im Hinblick auf Crowd funding in Deutschland dokumentiert Für-Gründer.de die Entwicklungen auf den fünf deutschen Crowd funding-Plattformen inkubato, mySherpas, pling, Startnext und VisionBakery.

Eine ausführliche Ergebnispräsentation und Pressemitteilung sind auf Für-Gründer.de unter Crowd funding zu finden.

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Crowd funding setzt Wachstum im 2. Quartal 2012 fort
Nach einem guten Start in das Jahr 2012 konnte Crowd funding im 2. Quartal eine weitere Rekordmarke verbuchen: 122 erfolgreiche Projekte sammelten 397.067 € ein. Damit summierte sich das Volumen im 1. Halbjahr 2012 auf 637.000 €. Dieser Wert übertrifft die Finanzierungssumme des Jahres 2011 bereits um 39 %. Insgesamt hatten in den ersten sechs Monaten 2012 501 Projekte eine Finanzierung angestrebt, von denen 205 Projekte erfolgreich waren. Im Vergleich dazu waren 2011 170 Projekte erfolgreich.

Das durchschnittliche Finanzierungsvolumen lag im 1. Halbjahr 2012 bei 3.100 €. Im 2. Quartal 2012 wurde zudem ein neuer Höchstbetrag von 51.726 € für ein finanziertes Projekt mit Titel „Ein Blick Iran. Ein Land, da leben Menschen“ auf Startnext erzielt. Der bisherige Höchstwert lag bei 26.991 € für das Filmprojekt Bar25 auf der Plattform inkubato. Erfolgreiche Projekte konnten im 1. Halbjahr durchschnittlich 44 Unterstützer für sich begeistern. Jeder Unterstützer gab dabei im Schnitt 71 € für die Projekte, wobei das Finanzierungsvolumen bei den erfolgreichen Projekten im Mittel um 17 % übertroffen wurde.

Crowd funding-Plattformen zeigen sich der uneinheitlich
Die einzelnen Crowd funding-Plattform haben sehr unterschiedlich zu der positiven Entwicklung beigetragen. Im Vergleich zum Jahresende 2011 konnte der Marktführer Startnext das vermittelte Kapital zum 30. Juni 2012 mehr als verdreifachen. Und auch VisionBakery erzielte in diesem Zeitraum einen Zuwachs um 150 % – wenn auch von deutlich kleinerer Basis kommend. Die Plattformen pling und inkubato konnten hingegen nicht an ihre Entwicklung aus dem 1. Quartal 2012 anknüpfen. MySherpas stagniert sogar weitestgehend seit Ende 2011.

Crowd funding dürfte 2012 noch deutlich dynamischer wachsen
Die Prognose von Für-Gründer.de für das Finanzierungsvolumen auf den fünf Crowd funding-Plattformen lag bisher bei 0,8 bis 1,0 Mio. €. Nach dem deutlichen Sprung im 2. Quartal gehen wir nun von einem Volumen zwischen 1,8 und 2,2 Mio. € aus.

Auswahl weiterer Crowd funding-Plattformen
Die nachfolgende Grafik zeigt eine Auswahl weiterer Plattformen, auf denen Crowd funding möglich ist. Diese wurden aufgrund ihrer geografischen Ausrichtung oder inhaltlicher Schwerpunkte nicht in die Analyse für Crowd funding in Deutschland einbezogen.

Crowd investing verzeichnet wachsendes Finanzierungsvolumen
Zu den Crowd investing-Plattformen in Deutschland, die bis Ende Juni 2012 zumindest ein Projekt erfolgreich abgeschlossen hatten, zählen: Gründer+, Innovestment, Mashup Finance und Seedmatch. Nachdem über die Plattformen Innovestment und Seedmatch im Jahr 2011 Kapital in Höhe von 449.000 € eingesammelt werden konnte, belief sich dieser Wert in der ersten Jahreshälfte 2012 auf rund 1,4 Mio. €. Davon entfielen etwas über 70 % auf die Plattform Seedmatch. Gleichzeitig ist der Bereich Crowd investing durch den Markteintritt zahlreicher neuer Plattformen geprägt. So haben die Plattformen Companisto und DEVEXO mit der Investment-Phase für deren erste Start-ups begonnen. Neun weitere Plattformen stehen nach unserer Recherche in den Startlöchern.  Für 2012 gehen wir von einem Finanzierungsvolumen in Höhe von 4 bis 5 Mio. € auf den bereits tätigen Crowd investing-Plattformen aus.

Crowd investing aktuell: das Start-up musiclogistics startet heute

Das Start-up musiclogistics startet heute 12 Uhr als neues Start-up auf Seedmatch. Wir haben vorab mit dem Geschäftsführer Felix Romahn kurz über das Unternehmen gesprochen.

Für-Gründer.de: Herr Romahn, was verbirgt sich hinter der Geschäftsidee musiclogistics und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Felix Romahn

Felix Romahn von musiclogistics: Bei musiclogistics versuchen wir die Vermarktung, das Rechtemanagement und die Vertriebskette für digitale Musik entsprechend den Möglichkeiten des Internets neu zu denken. Das Internet bietet eigentlich viele Möglichkeiten zur Effizienz- und Reichweitensteigerung, denn die technischen Kosten für den weltweiten Versand einer MP3 Datei tendieren gegen null. Und trotzdem verschlingt die digitale Vertriebskette – die im Prinzip eine digitale Kopie der tradierten physischen Vertriebskette ist – in vielen Fällen über 50 Prozent des Endkundenpreises.

Darüber hinaus gibt es weltweit nur zwei wirklich relevante Musik Downloads Shops – iTunes und Amazon. Ein Nadelöhr, durch das die gesamte internationale Musikindustrie all ihre Produkte verkaufen muss. All dem möchten wir mit unserer neuen technischen Lösung begegnen.

Für-Gründer.de: Warum haben Sie sich für Crowd Investing auf Seedmatch entschieden?
Felix Romahn von musiclogistics: Das Thema Crowdfunding kenne ich persönlich schon aus der Finanzierung von Musik- und CD-Produktionen von Independent-Künstlern. In der Start-Up Finanzierung ist das Thema ja noch nicht so etabliert, was sich jetzt hoffentlich bald ändert, denn die Vorteile sind offensichtlich: es müssen keine Firmananteile abgegeben werden und eine atypisch stille Beteiligung mischt sich auch nicht so stark in die Geschäftsführung ein. Zudem liegt der Fokus eindeutig auf dem Wachstum des Unternehmens und nicht auf einem kurzfristigen Buzz, um den Exil zu optimieren. Alles Gründe, die für Crowdfunding sprechen.

Für Seedmatch haben wir uns nach eingehender Recherche zu dem Thema entschieden, da sie in Deutschland aus unserer Sicht am erfahrensten, etabliertesten und am besten vernetzt sind.

Für-Gründer.de: Was soll mit dem eingesammelten Kapital passieren und welche nächsten Schritte planen Sie für musiclogistics?

Felix Romahn von musiclogistics: Wir benötigen dringend mehr Kapazität im Bereich Softwareentwicklung. Unser Problem ist auf jeden Fall nicht die Akquise. Wir haben eher das Problem, dass wir nicht alle Kunden schnell genug bedienen können. Aus diesem Grund möchten wir viele Prozesse, die momentan noch händisch erledigt werden, automatisieren. Falls dies ein erfahrener Entwickler liest, bitte bei uns melden.

Darüber hinaus werden wir unser Affiliate-Netzwerk kontinuierlich weiter ausbauen, was uns für Musiklabels dann noch interessanter macht. Wir stellen uns und unsere Idee im Investmentprofil auf Seedmatch zudem mit einem kleinen Video vor:


Vielen Dank für das Gespräch!

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