Für-Gründer.de auf dem Kongress Junge IKT-Wirtschaft in Berlin



Am Mittwoch vor einer Woche prämierte der Parlamentarische Staatssekretär des BMWi Ernst Burgbacher beim Kongress Junge IKT-Wirtschaft in Berlin die besten IKT-Unternehmensgründungen 2012 in der ersten Runde. Der jährlich stattfindende Kongress für die junge IKT-Wirtschaft bietet den Teilnehmern und Besuchern Workshops, Vorträge, Networking sowie einen Raum, sich und seine Geschäftsidee Kapitalgebern und anderen Unternehmern vorzustellen.

Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMWi eröffnet den Kongress Junge IKT-Wirtschaft mit einem Grußwort

Im Rahmen des Events Kongress Junge IKT-Wirtschaft verlieh Ernst Burgbacher die Auszeichnung der besten IKT-Gründung in der ersten Runde 2012. Der bundesweite Gründerwettbewerb IKT Innovativ prämiert innovative Unternehmensgründungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Der Gründerwettbewerb ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und macht es sich zum Ziel, das innovative Können der IKT-Industrie nachhaltig zu nutzen.

3. Platz für ubivent beim Kongress Junge IKT-Wirtschaft

Den 3. Platz beim Gründerwettbewerb IKT Innovativ, ergatterte auf dem Kongress Junge IKT-Wirtschaft das Unternehmen ubivent aus Mannheim, das eine Plattform für Dienstleistungen rund um virtuelle Events, wie Messen und Konferenzen, entwickelt. Auf der Plattform bietet sich dem virtuellen Besucher ein fast reales Messegelände. Ziel dieser Plattform ist es, Veranstaltungskosten zu reduzieren und eine große Zahl von Teilnehmern aus unterschiedlichen Orten zu erreichen.

„Die Jury würdigt den smarten Service von ubivent, der einen Qualitätssprung gegenüber heutigen Lösungen virtueller Veranstaltungen bietet. Alleinstellungsmerkmale der Eventplattform sind das hohe Maß an Informationssicherheit, die vielfältigen multimedialen Interaktionsmöglichkeiten und die Ausrichtung auf die Durchführung von Großveranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern. Die Plattform ermöglicht es außerdem Personal- und Reisekosten einzusparen, ohne dass die Veranstaltung an Interaktivität verliert. Das Marktpotenzial wurde von der Jury sehr positiv eingeschätzt“, so Jury-Mitglied Claus Fesel, Leiter für Zentrales Marketing bei DATEV.

2. Platz für eyefactive beim Kongress Junge IKT-Wirtschaft

Auf dem 2. Platz des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ, der im Ramen des Kongress Junge IKT-Wirtschaft Prämierung feierte, steht das Unternehmen eyefactive aus Wedel. Eyefactive entwickelt Multi-Touch-Displays als Tische oder Wände in überdimensionalen Formaten. Dadurch können mehrere Benutzer gleichzeitig Anwendungen an einem Display bedienen. Diese Multi-Touch-Technologie mithilfe von Camera-Tracking filmt die Interaktionen auf dem Display und wandelt das in Steuersignale um. Ob 47-Zoll Bildschirm, sechs Meter langer s-förmiger Tresen oder als individuell kombinierbare Module – die vielfältige Anwendung der Multi-Touch-Technologie sowie die Verwendung von Apps und Software sind eyefactive’s Steckenpferd.

Die Jury würdigt die technische Innovation der Display-Systeme. Das deutlichste Alleinstellungsmerkmal ist die eigene Technologie für die Projektion und Erkennung von Berührung. Besonders für Messen und Veranstaltungen im Verkaufsbereich wird diese Technologie immer stärker nachgefragt werden. (Lesen Sie auch das Interview mit eyefactive)

Die Gründerteams von ubivent (3. Platz) und eyefactive (2. Platz) schauen zum Erstplatzierten ondeso auf die Leinwand

1. Platz für ondeso beim Kongress Junge IKT-Wirtschaft

Erstplatzierter und somit beste IKT-Unternehmensgründung ist in diesem Jahr ondeso aus Regensburg. Das Unternehmen macht sich die Sicherheit in Fertigungsanlagen zum Ziel und stellt Software her, die das sichere Fortlaufen von Fertigungsanlagen gewährleistet. Damit soll der Schaden eingedämmt werden, der aufkommen kann, wenn eine Anlage plötzlich die Arbeit für ein Update abbricht. Ein plötzlicher Abbruch zieht einen wirtschaftlichen Schaden mit sich, den die Software verhindern soll. Weiterhin ist sie dafür zuständig, Angriffe und Spionage über USB-Schnittstellen mithilfe eines USB-Virenchecks zu verhindern.

Die Jury würdigt den starken Fokus der Informationssicherheit in Fertigungsanlagen. Der Bedarf solcher Software ist derzeit noch sehr hoch und kaum bedient. Kunden des Erstplatzierten profitieren von einer gesteigerten Effizienz sowie einr höheren IT-Sicherheit. Somit wird dem Unternehmen ein hohes wirtschaftliches Potenzial zugesprochen.

Geschäftsmodelle auf dem Kongress Junge IKT-Wirtschaft

Beim Kongress Junge IKT-Wirtschaft präsentierten sich 67 Konzepte, Ideen und Unternehmen auf dem Ausstellungsgelände. Neben den Titelträgern des Gründerwettbewerbs IKT Innovativ, zogen auch andere innovative und technologieorientierte Geschäftsideen die Blicke auf sich.

Thomas Hieber (l.) und Phillip Merenksy (r.) von Lirdy.com aus Nürnberg bieten eine Plattform für einfaches Fotosharing

Das softwarebasierte Fotosharing-System von Lirdy.com ist Produkt einer klassischen Gründung aus der Universität. Die Inspiration für ein vereinfachtes und schnelles Teilen von Fotos gab damals ein Dozent und so wurde aus einer Master-Arbeit die Entscheidung für eine Existenzgründung. Und so funktioniert’s: Wenn Fotografen – ob Hobby oder Profi – auf einer Veranstaltung fotografieren, sollten sie auch den QR-Code fotografieren, der im besten Fall gut sichtbar auf der Veranstaltung ausgelegt oder angehängt wird. Der Code ist insofern wichtig, da der Fotograf im Anschluss alle Bilder sowie das Foto mit dem QR-Code darauf bei Lirdy.com hochladen kann. Das Besondere ist, dass das Upload-Programm den QR-Code erkennt und somit gleich die neuen Fotos dem dafür vorgesehen Ordner zuweist. So können unterschiedliche User Fotos mit anderen teilen ohne einen direkten Kontakt zu anderen haben zu müssen. Mithilfe der Internetseite können ebenfalls Zugriffsrechte und Einschränkungen festgelegt werden, sodass auch privat bleibt, was privat ist.

Das Gründerteam gastronovi entwickelt ein intuitives System, das zukünftig nicht nur die Arbeitsabläufe von Gastronomen optimieren soll

Gastronomie-Systeme für Systemgastronomie – so könnte man vereinfacht erklären, was das Unternehmen gastronovi auf dem Kongress Junge IKT-Wirtschaft präsentierte. Das Gründerteam schloss sich 2008 zusammen und legte so das Fundament für die Entwicklung einer Software, die die Arbeitsabläufe der Gastronomie optimiert. Und so funktioniert’s: Der Nutzer – Servicekraft, Barkeeper oder Koch – bedient einen Bildschirm per Touchscreen. Darüber können Tisch-Bestellungen aufgegeben, Rezepte ergänzt, Zutaten erfragt oder Mittagskarten erstellt werden. Alle Nutzer mit Zugangsdaten erhalten über das Programm sämtliche notwendigen Informationen, damit der Betrieb reibungslos verläuft. Die detaillierte Eingabe von Informationen erhöht den Kommunikationsfluss untereinander und hält alle am Prozess beteiligten auf dem neusten Stand. Auch Waren-Bestellungen können so optimiert vorgenommen und systematisiert werden. Weiterhin ist eine Vernetzung mit Sozialen Netzwerken möglich, sodass z.B. nachdem eine Mittagskarte erstellt wurde, diese per Klick als Newsletter versendet werden kann. Bei der Software handelt es sich um einen Rundum-Helfer für große Systemgastronomien, aber auch kleine Einzelhändler fragen bereits nach dem kostengünstigen Service-Paket.

Workshops auf dem Kongress Junge IKT-Wirtschaft

Neben der Preisverleihung und den Vorstellungen neuer Geschäftsideen konnten die Teilnehmer beim Kongress Junge IKT-Wirtschaft auch Workshops besuchen und sich so weiterbilden. Beim Workshop „Marketinginstrument Social Media“ erfuhren die Teilnehmer nicht nur, welche Vorteil und Möglichkeiten die Nutzung sozialer Netzwerke liefert, sondern auch inwiefern sich die Nutzung dieses Marketinginstruments in Deutschland von der in China unterscheidet oder welche rechtlichen Vorgaben zu beachten sind. Das fundierte Allgemeinwissen der Agentur-Inhaber Anna-Lena Radünz, Prof. Dr. Marc Drüner und Frank Horn sowie das juristische Fachwissen von Dr. Eva-Maria Brus gaben den Besuchern beim Kongress Junge IKT-Wirtschaft einen guten Einblick in das noch viel zu schwach genutzte Potenzial von Social Media.

Workshop zum Thema „Marketinginstrument Social Media“ mit Anna-Lena Radünz, Prof. Dr. Marc Drüner, Dr. Eva-Maria Brus und Frank Horn (v.l)

Alles in Allem war der Kongress Junge IKT-Wirtschaft eine rundum gelungene Veranstaltung mit innovativen Ausstellern, interessanten Referenten, nützlichem Know-how und einer tollen Organisation. Weitere Informationen zum Gründerwettbewerb IKT Innovativ finden Sie auf Für-Gründer.de.