Gründer stellen sich vor… heute mit Michael Schiemann von Lifeaction



Auf dem Portal Für-Gründer.de stellen sich regelmäßig Existenzgründer und Selbstständige mit ihrer Geschäftsidee und ihrem Unternehmen vor. Heute sprechen wir mit Michael Schiemann von der Geschäftsidee Lifeaction.

Für-Gründer.de: Herr Schiemann, was können wir uns unter lifeaction und Augmented Reality Games vorstellen?

Michael Schiemann, CEO von Lifeaction

Michael Schiemann von Lifeaction: Lifeaction sprengt die Grenzen der Realität! Wir entwickeln die Zukunft der mobilen Spiele und machen erstmals Computerspiele und Filme mit modernster Augmented Reality-Technologie live erlebbar. Unser erstes Produkt sind digitale Live-Rollenspiele, von uns intern “eine Action” genannt, bei denen man eine spannende Geschichte zusammen mit seinen Freunden live erleben kann. Das Ganze funktioniert im Rahmen von großen Spiele-Events, die wir zusammen mit Eventagenturen in den großen Städten Deutschlands durchführen.

Teilnehmer schließen sich in Gruppen zusammen, kommen zu einer von uns festgelegten Uhrzeit zur Startlokation, meistens ein Kino, bekommen von uns ein iPad sowie ein Action-Pack mit Spielutensilien, schauen mit Hunderten anderer Teilnehmer einen Einführungstrailer und das Spiel beginnt. Während eines drei- bis vierstündigen Spiels navigieren die Spieler mit GPS an verschiedene Orte einer Stadt, lösen Rätsel, treffen echte Schauspieler, interagieren durch Augmented-Reality auf dem iPad mit virtuellen Avataren, benutzen die Gegenstände in ihrem Action-Pack, schauen Videos und lösen die Geschichte wie in einem interaktiven Adventure-Computerspiel.

Unser Live-Produkt eignet sich dabei für die unterschiedlichsten Zielgruppen: Jeder, der einmal etwas Besonderes erleben will, für Familienausflüge, Studenten, Touristen und sogar für Unternehmen im Rahmen von Mitarbeiterveranstaltungen. Wir wollen damit ein Alternativangebot zu bestehenden Produkten im Live-Entertainmentbereich anbieten.

Ein zweiter Bereich bei uns sind mobile Augmented-Reality-Spiele als App, die Nutzer unabhängig von unseren Events jederzeit und überall spielen können. Ende des Jahres planen wir unser erstes Augmented-Reality-Spiel als App in deutsch- und englischsprachigen Ländern zu veröffentlichen.

Für-Gründer.de: Die Life Action Games GmbH ist ein SPIN-OFF an der Humboldt-Universität zu Berlin – wie verlief der Weg von der Idee bis in die Selbstständigkeit bei Ihnen im Detail?

Michael Schiemann von Lifeaction: Das ist richtig und angefangen hat alles im November 2006 während des Studiums. Wir sahen den neuen „James Bond – Casino Royale“ im Kino und dachten uns: „Wie cool wäre es denn, wenn man einmal im Leben so einen Film live erleben könnte.“ Gesagt getan! Wir haben die Geschichte von James Bond weitergesponnen und für unsere Freunde ein schnitzeljagdartiges Rollenspiel entwickelt. Im Anschluss haben wir alle unsere Freunde angerufen, ihnen die von uns erfundene Story von James Bond erzählt und die Startlokation durchgegeben. Zu unserem Erstaunen war der Parkplatz am Abend des Spiels voller Leute! Wir sahen uns an und sagten: Mein Gott, was haben wir nur angerichtet. Von diesem Tag an war die Welt nicht mehr so wie vorher. Jedes Mal kamen mehr Menschen zu unseren Spielen und bald waren es nicht nur unsere Freunde.

Screenshot Karte aus dem Spiel "Die Suche nach dem heiligen Gral"

Wir haben darüber nachgedacht, wie wohl die Zukunft solcher Spiele aussehen kann, und noch bevor es das iPad und zahlreiche andere Tablets gab, hatten wir die Vision eines digitalen Live-Rollenspieles mit Augmented Reality und entwickelten darauf basierend ein erstes Geschäftskonzept. Als wir im Zuge eines Businessplanwettbewerbs vor Bankenvorständen präsentierten, bekamen wir ein einheitliches und verblüffendes Feedback: „Tolle Idee Jungs, ihr habt ein super Konzept. Aber ihr müsst die Zielgruppe unbedingt nach oben korrigieren!! Wir wollen da auch mitmachen.“ An dieser Stelle wurde uns klar: Lifeaction hat ein wesentlich größeres Potenzial.

Durch den Sonderpreis der Wirtschaftsjunioren aus dem Businessplanwettbewerb Berlin hatten wir eine erste positive Referenz und erhielten im September 2009 ein EXIST-Gründerstipendium der Humboldt Universität zu Berlin. Damals gab es weder iPad noch leistungsstarke Android-Tablets. Wir entwickelten zunächst ein Software-Framework für Windows-Tablets, die damals im Industriebereich eingesetzt wurden. Das war ein sehr steiniger Weg, da uns noch die richtige Hardware für unsere Spiele gefehlt hat und der Markt sich anders entwickelt hat, als erwartet. Heute blicken wir auf wertvolle Erfahrungen zurück und sind unserem Ziel ein ganzes Stück näher gekommen.

Für-Gründer.de: Wer gehört zum Gründerteam und welche Erfahrung bringen die einzelnen Teammitglieder mit? Wie würden Sie Arbeit im Gründerteam beschreiben und wie werden Konflikte und unterschiedliche Auffassungen gelöst?

Michael Schiemann von Lifeaction: Das ursprüngliche Gründerteam besteht aus Tobias Bartosch und mir, wobei Tobias das operative Projektmanagement und die Produktentwicklung von Live-Spielen übernimmt und ich die Geschäftsführung verantworte. Tobias ist staatlich geprüfter Betriebswirt, hat bereits mehrere Jahre in leitender Position im Event-Management-Bereich gearbeitet und besitzt ein umfangreiches Know-how im Location-Based-Gaming-Bereich.

Ich selber habe durch mein Studium der Internationalen Wirtschaft in Berlin und Cambridge (UK) wertvolle kaufmännische Kenntnisse erlernt, habe in verschiedenen Unternehmen wie zum Beispiel Axel Springer AG, Barrandov Film Studios Prag oder GDF SUEZ Energie Deutschland AG in den Bereichen Marketing, Produktentwicklung und M&A gearbeitet und bringe so auch entsprechende Berufserfahrung in meinem Bereich mit. Hinzu kommen zwei Jahre wertvolle Startup-Erfahrung, in der Tobias und ich so ungefähr alles, was in der Anfangsphase eines Startups passieren kann, miterlebt haben.

Hinzu kommt unser CTO Kai Limadjaja, der bereits mehrere Jahre erfolgreich Softwareprojekte in einem großen Softwareunternehmen in Berlin geleitet hat und wesentliche Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Bereichen der Softwareentwicklung mitbringt. Maksimilian Grienig ergänzt als Augmented Reality 3D-Artist unser Entwicklerteam und Beno Brezan verantwortet unser Marketing.

Ein Augmented Reality Krieger von Lifeaction

Unsere Arbeit ist strukturiert und zielorientiert. Wir arbeiten mit einem Skrum-ähnlichen Ansatz und haben eine ganz klare Aufgabenverteilung nach Kompetenzen. Innerhalb dieser Kompetenzen hat jeder eine eigene Entscheidungsbefugnis. Ich werde z.B. keine technischen Entscheidungen treffen, dafür ist unser CTO zuständig. Wir beraten uns in den wichtigsten Dingen gemeinschaftlich, am Ende entscheide ich als Geschäftsführer.

Für-Gründer.de: Sie haben sich für Crowd investing auf Seedmatch als Baustein der Finanzierung entschieden – warum haben Sie den Weg gewählt?

Michael Schiemann von Lifeaction: Aus mehreren Gründen. Zum einen, weil wir durch unsere 167 Investoren von Multiplikatoreffekten wie Mund zu Mund-Propaganda profitieren können. In dem einen oder anderen Fall erhalten wir sogar Zugriff auf das Netzwerk unserer Investoren bzw. ein Investor stellt uns seine Dienstleistung zu günstigeren Konditionen zur Verfügung. Außerdem sind unsere Investoren potenzielle Kunden und können helfen, unsere Spiele zu verbreiten. Weiterhin ist die Form der stillen Beteiligung für uns wichtig, da die Entscheidungsbefugnis bei uns bleibt.

Für-Gründer.de: Wie war Ihre Erfahrung mit Seedmatch im Vorfeld der Finanzierungsphase?

Michael Schiemann von Lifeaction: Am Anfang waren wir etwas skeptisch, ob so etwas in Deutschland funktionieren kann. Nach den ersten zwei erfolgreichen Startups wussten wir aber, dass Seedmatch genau die richtige Plattform für uns ist.

Für-Gründer.de: Was soll mit dem eingesammelten Kapital umgesetzt werden und welche finanziellen Ziele haben Sie in den nächsten drei Jahren?

Michael Schiemann von Lifeaction: Zunächst werden wir einen Teil davon in die Produktentwicklung investieren und unser erstes Spiel „Da Vinci Code – und die Suche nach dem heiligen Gral“ in Berlin fertigstellen und auf den Markt bringen. Ein weiterer Teil geht in die Erweiterung unseres Teams und in das Marketing. Weiterhin wollen wir mit einem Teil des Kapitals unser erstes Augmented Reality Spiel als App auf den Markt bringen. Wir rechnen in den nächsten Jahren mit einem Umsatz im einstelligen Millionenbereich und der Expansion unserer Live-Spiele in drei bis vier Städte in Deutschland sowie eine weitere europäische Großstadt. Mit der Profitabilität des Unternehmens rechnen wir in zwei bis drei Jahren.

Für-Gründer.de: Wie sehen die nächsten Schritte in der Unternehmensentwicklung von lifeaction aus?

Michael Schiemann von Lifeaction: Der wichtigste Schritt in der nächsten Zeit ist für uns die Fertigstellung und Markteinführung unserer Live-Produkte, unserer Augmented Reality Spiele als App und dem Erreichen der Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmens.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Alle Gründer-Interviews finden Sie unter „Gründer stellen sich vor„.

Kontakt zud Lifeaction

Life Action Games GmbH
Rudower Chaussee 25
12489 Berlin
Telefon: 030.20 93 46 60 2
Website: www.life-action.eu

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