Geschäftsideen aus dem Bereich Social Entrepreneurship: LemonAid, planwerft und Glovico



Flüssige Entwicklungshilfe, nachhaltige Event-Agentur oder fair gehandelter Sprachunterricht, das sind die Konzepte der Geschäftsideen, die wir Ihnen heute aus dem Bereich Social Entrepreneurship vorstellen. Ziel dieser Existenzgründer ist, mit einem marktwirtschaftlichen Konzept die Welt zu verbessern, kurz: Geld zu verdienen und gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Wie Social Entrepreneurship funktionieren kann, zeigen wir Ihnen am Beispiel der Geschäftsideen LemonAid, planwerft und Glovico.

Die Geschäftsidee LemonAid: Flüssige Entwicklungshilfe

Existenzgründer Paul Bethke kam seine Geschäftsidee LemonAid bei seiner Arbeit als Entwicklungshelfer in Sri Lanka beim Schlürfen frisch zubereiteter Limonade. Bethke war überzeugt: So ein frisches Fruchtgetränk sollte es auch in Deutschland geben, eine Limonade aus frischen Zutaten, von deren Verkauf die Bauern und Limonenpflücker und nicht die Großkonzerne profitieren. Daraus entstand die Geschäftsidee LemonAid. Auf der Suche nach einer leckeren Rezeptur für das frische Fruchtgetränk LemonAid, das schmecken und cool aussehen soll, wurde viel experimentiert. Ausgedrückte Limetten und Rohrzucker mit Mineralwasser versetzt ist seither die Basisformel von LemonAid. Abgefüllt in Glasflaschen mit einem modernen Design vertreibt die Geschäftsidee LemonAid 0,33 Liter flüssige Entwicklungshilfe, die jedem schmeckt.

Mit dem Erfolg der Geschäftsidee LemonAid stieg auch der Produktionsauswand. Deshalb hat Existenzgründer Bethke das Abfüllen aus Eigenhand an einen kleinen Biobetrieb übergeben. Die Zutaten für LemonAid stammen aus Südamerika und erfüllen die Kriterien von  fairem Handel. Zwar kostet die LemonAid ein paar Cent mehr, jedoch kann jeder mit dem Kauf der flüssigen Entwicklungshilfe etwas Gutes tun ganz nach dem Motto: Trinkend die Welt verändern. Und es funktioniert: Inzwischen konnte die Geschäftsidee LemonAid ihr Angebot um einen Maracuja-Geschmack und um die Marke „ChariTea“ erweitern, dessen Zutaten ebenso bio und fair gehandelt sind. Zudem fließen Fünf Cent pro Flasche LemonAid in den gemeinnützigen Verein Lemonaid & ChariTea e.V., der das Geld für soziale Projekte in den Anbauregionen einsetzt.

(Quelle: Screenshot Website lemon-aid.de)

Rund 1,5 Millionen Flaschen LemonAid gingen im vergangenen Jahr über Theken in ganz Deutschland: Ob Hamburg, Berlin oder München, die flüssige Entwicklungshilfe von LemonAid wird von rund 800 Gastronomen und Einzelhändlern vertrieben. Mit ihnen zusammen schafft die Geschäftsidee LemonAid sozialen und ökologischen Nutzen und gehört deshalb in den Bereich Social Entrepreneurship.

Die Geschäftsidee planwerft für nachhaltige Veranstaltungen

Auch Existenzgründer Timm Wienberg fällt mit seiner Geschäftsidee planwerft in den Bereich Social Entrepreneurship. Wienberg betreibt eine Event-Agentur, die nachhaltige Veranstaltungen organisiert. Der Geschäftsidee planwerft geht es dabei nicht darum, dem schlechten Gewissen von Partygästen auf den Zahn zu fühlen. Vielmehr will Wienberg mit seiner Arbeit bei planwerft zeigen, dass es bei Nachhaltigkeit auch auf kleine Dinge ankommt.

Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit kann eine Veranstaltung beispielsweise leisten, indem sie an einem Ort stattfindet, der günstig mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen ist. Auch wenn das Büfett von regionalen Lieferanten bestückt wird, kann man von Nachhaltigkeit sprechen. Aufgabe der Geschäftsidee planwerft ist, auf Wunsch des Kunden Ideen für eine nachhaltige Veranstaltung zu entwickeln und umzusetzen. Dabei kommt es auch schon mal vor, dass das Catering-Geschirr aus gepressten Palmenblättern besteht, dessen Überreste anschließend in die Biogasanlage wandern.

(Quelle: Screenshot Website planwerft.de)

Die Geschäftsidee planwerft ist eine bundesweit tätige Event-Agentur, die von der Idee bis zur Realisation der Veranstaltung einen Full-Service bietet und dabei die ökologischen und sozialen Aspekte nicht aus den Augen verliert. Ziel der Geschäftsidee planwerft ist, ökonomisches Wirtschaften, den ökologischen Umgang mit Ressourcen und das Einbeziehen sozialer Standard in einer Veranstaltung in Einklang zu bringen. Neben nachhaltigen Veranstaltungselementen zieht die Geschäftsidee planwerft zusammen mit dem Kunden am Ende des Events ein Fazit. Dafür erstellt planwerft für jede Veranstaltung mit der Rechnung eine CO2-Bilanz, das heißt, einen Überblick, wie viel CO2 die Party verursacht hat. Dies soll  der Geschäftsidee planwerft und ihren Kunden ein Ansporn sein, beim nächsten Event noch sparsamer zu sein.

Die Geschäftsidee Glovico: Fair gehandelter Sprachunterricht

2012 startete Existenzgründer Tobias Lorenz sein Social Entrepreneurship Glovico. Die Geschäftsidee umfasst eine Online-Sprachschule in Form einer Global Video Conference. Dabei geben Muttersprachler aus Entwicklungsländern Sprachschülern aus Europa über die Kommunikationssoftware Skype Sprachunterricht für einen fairen Lohn. Den Preis für den Sprachunterricht bestimmen die Lehrer aus Afrika, Südamerika oder Asien selbst.  Über 30 Lehrer aus verschiedenen Ländern bieten derzeit Unterricht in 25 Sprachen über die Plattform der Geschäftsidee Glovico an. Ob Englisch, Chinesisch, Arabisch oder Portugiesisch, auf Glovico findet jeder eine bequemen, günstigen Online-Sprachkurs, der Menschen Einkommen bringt, die es brauchen können. Die Geschäftsidee Glovico etabliert damit ein Konzept für Fairtrade 2.0.

Der Unterricht bei Glovico findet live über Skype und mit einem muttersprachlichen Lehrer statt. Die Geschäftsidee ermöglicht damit authentischen Sprachunterricht über örtliche Grenzen hinweg. Über Video und Headset kommunizieren Schüler und Lehrer. Sie können die Aussprache üben oder über die Chat-Funktion auch schriftliches Sprachvermögen über Diktate trainieren. Im Anschluss können Schüler ihre Lehrer bewerten und sie damit anderen Nutzern der Geschäftsidee Glovico empfehlen. Um den Service von Glovico nutzen zu können, müssen sich Schüler einen Skype-Account einrichten und sich auf der Plattform von Glovico registrieren. Sodann kann der Schüler kostenlos Schnupperstunden buchen, um Lehrer kennenzulernen und um zu testen, ob der Online-Unterricht ihm zusagt. Jeder Lehrer von Glovico hat ein Profil auf der Website der Geschäftsidee, über das sich die Schüler informieren können.

(Quelle: Screenshot Website glovico.org)

Die Geschäftsidee Glovico vermittelt sozusagen fair gehandelten Sprachunterricht und leistet soziales Engagement als Social Entrepreneurship, indem Glovico es ermöglicht, dass Menschen Geld verdienen können, die es dringend brauchen, und andere Menschen etwas Gutes tun können, indem sie Sprache fairstehen.

Weitere Beispiele für Geschäftsideen finden Sie auf Für-Gründer.de.

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