Gründungsfinanzierung: Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds



Bei der Finanzierung von Existenzgründern gibt es insbesondere bei kleinen Finanzierungssummen oft unüberwindbare Hürden bei der Hausbank, für die eine Prüfung des Antrags zu aufwendig ist oder geforderte Sicherheiten vom Gründer nicht erbracht werden können. Der Frankfurter Gründerfonds möchte hierfür eine Lösung für Existenzgründer und Selbstständige bieten. Wir sprachen mit Andreas Küppers über das Konzept und die bisherigen Erfahrungen.

Für-Gründer.de: Herr Küppers, für Existenzgründer und junge Unternehmen gibt es bereits zahlreiche Fördermittel, die über die Hausbank beantragt werden können. Warum wurde zusätzlich der Frankfurter Gründerfonds ins Leben gerufen?

Andreas Küppers ist Projektmanager beim Frankfurter Gründerfonds

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Der einfache Zugang zu Kapital ist immer wieder Thema bei Start-up Unternehmen, denn trotz vieler Finanzierungsmöglichkeiten, sind die Wege dorthin häufig nicht klar. Der Frankfurter Gründerfonds unterstützt Gründer/innen und junge Unternehmen mit bis zu max. drei Jahren am Markt, die einen Kredit für Betriebsmittel und/oder Investitionen zwischen 2.500 und 50.000 EUR benötigen, ein Finanzierungsspektrum, das in der Regel ungern von Banken bearbeitet wird, wegen zu hoher Kosten und fehlender Rendite.

Eine von der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH in Auftrag gegebene Studie bei der Frankfurt School of Finance & Management brachte neben dieser Problematik auch ans Licht, dass Kreditantragsteller oftmals viel zu wenig über die Erwartungshaltung der Banken wissen und ihr „Pulver schon verschossen haben“, bevor es überhaupt zu einer Finanzierung kommt. Diese Finanzierungs- und Wissenslücke schließt der Frankfurter Gründerfonds.

Für-Gründer.de: Wie unterscheidet sich der Frankfurter Gründerfonds von den herkömmlichen Finanzierungsvarianten für Gründer?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Das Gründerfonds-Team geht einen neuen und ungewöhnlichen Weg, da die Arbeit mit den Gründer/innen und jungen Unternehmen weit über die eigentliche Finanzierung hinausgeht. Wir unterstützen und prüfen Geschäftskonzepte auf Ihre Erfolgsaussichten am Markt, geben dazu umfassendes Feedback vor dem Bankgespräch, leiten Bürgschaftsempfehlungen an die Bürgschaftsbank Hessen weiter, verschaffen Kontakte zu unseren sechs kooperierenden Banken und führen während der Kreditlaufzeit vierteljährliche Unternehmenschecks durch. Dieser Service wird gesponsert von der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH,  ist somit kostenfrei und ein deutlicher Mehrwert für Gründer/innen und junge Unternehmen, die eine Fülle an Themen gerade in der Startphase zu bewältigen haben und oftmals ohne Sparringspartner auskommen müssen.

Fehlende Kontakte und fehlendes Verständnis darüber, was Banken erwarten verzögern nicht selten den Start oder verhindern ihn sogar. Hier kommen wir ins Spiel. Das Motto des Frankfurter Gründerfonds lautet ‚Schnell, einfach und unbürokratisch’. Schnell in der Abwicklung, einfach im Verfahren und unbürokratisch in der Kontaktaufnahme zu unseren Kooperationsbanken. Das reduziert die Komplexität bei der Gründung bzw. Finanzierungssuche. Der Vorteil für die Kooperationsbanken ist, dass sie von uns im Vorfeld geprüfte und empfohlene Konzepte bekommen. Ausgestattet mit einer Bürgschaft, die 80% des beantragten Kreditvolumens absichert, ist es leichter, einen Kredit zu bekommen.

Für-Gründer.de: Wie funktioniert der Frankfurter Gründerfonds im Detail und welche Rolle spielt die Bürgschaftsbank Hessen?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH (Wifö), ein 100%iges Tochterunternehmen der Stadt Frankfurt stellt finanzielle Mittel bereit, die zur Rückdeckung der von den Gründer/innen und jungen Unternehmen beantragten Darlehen dienen. Die Kredite werden von kooperierenden Kreditinstituten vergeben. Die Rückdeckung für die jeweiligen Darlehen erfolgt durch Bürgschaften, die von der Bürgschaftsbank Hessen (BBH) ausgestellt werden. ConCap Connective Capital GmbH (ConCap), ein 100%iges Tochterunternehmen der Frankfurt School of Finance & Management, ist von der Wirtschaftsförderung (Wifö) mit der Mittelverwaltung und der Umsetzung des Gründerfonds beauftragt worden und verpflichtet sich zu vierteljährlichen Reports hinsichtlich Stand und Entwicklung des Fonds, der Anzahl der ausgereichten Kredite und des Bürgschaftsvolumens.

Auch konzeptionell hebt sich der Gründerfonds deutlich von anderen Modellen ab. Die beteiligten Akteure haben in der Form bisher eher parallel, aber noch nie zusammengearbeitet. Das vernetzte Denken und Handeln von Gründungszentren, Unternehmensberatern, ConCap, Frankfurt School of Finance & Management, Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH, Bürgschaftsbank Hessen und den kooperierenden Banken eröffnet dem Kunden die Wahrnehmung eines lückenlosen Gründungs- und Finanzierungsprozesses.

Nils Hafa gehört ebenfalls zum Beraterteam des Frankfurter Gründerfonds.

Für-Gründer.de: Was müssen Existenzgründer und junge Unternehmen mitbringen, um durch das Beraterteam positiv beurteilt zu werden?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Auf unserer Webseite www.frankfurter-gruenderfonds.de haben wir im Download Bereich eine Checkliste mit allen für uns wichtigen Unterlagen zusammengestellt. Neben einem fertigen Geschäftskonzept, das uns zur Prüfung eingereicht werden kann, gibt es noch ein paar Dokumente, die relativ rasch zusammengestellt werden können. Wenn es dazu Fragen gibt, kann man uns auch jederzeit anrufen. Wir führen mindestens ein persönliches Interview mit den Antragstellern und nutzen unser selbst entwickeltes Rating Tool für die Einschätzung der Gründungsvorhaben. Wenn wir von der Erfolgswahrscheinlichkeit des Konzepts überzeugt sind, sprechen wir eine Bürgschaftsempfehlung an die Bürgschaftsbank Hessen aus.

Für-Gründer.de: Seit wann ist der Frankfurter Gründerfonds aktiv und wie viele Gründer haben sich bereits bei Ihnen vorgestellt?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Seit unserem Start im Juni 2010 haben wir über 170 Anfragen registriert und über 80 Anträge bekommen, weit mehr, als wir dachten. Aber ich kann alle Interessenten nur ermuntern, sich bei uns zu melden, wenn Sie ein gutes Konzept haben. Der Gründerfonds ist noch gut gefüllt.

Für-Gründer.de: Können Sie uns ein Beispiel für eine erfolgreiche Empfehlung und Finanzierung geben?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Ich könnte Ihnen eine ganze Reihe aufzählen. Beeindruckend ist die Vielfalt der geförderten Gründungen. Die unterschiedlichen Geschäftsideen drücken die unterschiedlichen Lebensentwürfe in der Stadt Frankfurt aus. Vom Handwerk über freiberufliche Tätigkeiten bis hin zum Einzelhandel ist alles dabei.

Für-Gründer.de: Welche Hausbanken kooperieren mit dem Frankfurter Gründerfonds und verlassen diese sich immer auf das Urteil der Gründerfonds?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Mit uns zusammenarbeiten die Frankfurter Volksbank, Frankfurter Sparkasse, eG, Nassauische Sparkasse, Taunussparkasse, Volksbank Griesheim eG und die Commerzbank AG. Die Zusammenarbeit mit den Kooperationsbanken gestaltet sich sehr fruchtbar. Sie schätzen unsere Expertise.

Für-Gründer.de: Nach der erfolgreichen Kreditvergabe findet vierteljährlich ein Unternehmenscheck bei den Gründern statt – was genau erwartet die Unternehmer dabei und wie reagieren Sie bei Anzeichen einer Unternehmenskrise?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Wir haben nach rund zwei Jahren keinen Kreditausfall zu verzeichnen. Dazu tragen einerseits sicherlich auch die vierteljährlichen Unternehmenschecks bei, andererseits ist es natürlich dem großen Engagement der Gründer/innen und jungen Unternehmen am Markt zu verdanken. Sobald ein Kredit ausbezahlt wurde, teilen wir den ersten drei Monate später stattfindenden Termin zum Unternehmenscheck mit. Eine Checkliste bietet einen Überblick, zu welchen Punkten wir eine Auskunft haben wollen. Dazu gehört in der Regel immer eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA).

Wir bieten auch ein selbst entwickeltes Liquiditäts-Tool für eine bessere Kontrolle der Zahlungsflüsse an. Wichtig zur Abgrenzung ist noch zu sagen, dass wir keine Existenzgründungsberatung oder spezifische Beratung zu anderen als betriebswirtschaftlichen Themen anbieten, weder vor dem Bankgespräch noch während der Kreditlaufzeit. Wir wollen nicht in Konkurrenz treten zu der kompetenten Arbeit von Unternehmensberatern oder Gründungszentren, sondern suchen die Zusammenarbeit, wenn es dann um die Finanzierung geht.

Für-Gründer.de: Und abschließend aus Ihrer Praxiserfahrung: Was möchten Sie Existenzgründern beim Thema Selbstständigkeit und Finanzierung mit auf den Weg geben?

Andreas Küppers vom Frankfurter Gründerfonds: Wir bieten eine Menge Service für die Gründer/innen und jungen Unternehmen, erwarten aber auch entsprechend einiges: Ein schlüssiges und vollständiges Geschäftskonzept inklusive Finanzplanung ist Voraussetzung für ein Interview bei uns. Wer Fragen hat, kann sich jederzeit gerne mit uns in Verbindung setzen.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Kontakt

Andreas Küppers
Projektmanager

Sonnemannstr. 9-11
60314 Frankfurt am Main

Telefon: 069.15 40 08 61 1
Telefax: 069.15 40 08 46 11
E-Mail: kueppers@connective-capital.com