Gründer stellen sich vor… heute mit Dirk Graber von Mister Spex



Für-Gründer: Mister Spex ist nach eigenen Angaben der größte Online-Versandhändler für Markenbrillen in Deutschland, wie entstand die Idee Brillen im Internet zu verkaufen?

Dirk Graber von Mister Spex: Wir haben den Online-Markt genau analysiert und dabei festgestellt, dass die Optik eine der wenigen Branchen in Deutschland war, in denen der Internetvertrieb noch eine geringe Rolle spielte, während es in England beispielsweise schon seit Jahren erfolgreiche Unternehmen im Online-Brillenhandel gibt. Außerdem ist der Markt sehr groß und wird durch die demographische Entwicklung und die steigende Zahl alterssichtiger Menschen weiter wachsen. Darüber hinaus sind die Margen und hohen Warenkörbe attraktiv, und die stationäre Marktstruktur bietet einen optimalen Anknüpfungspunkt für den Versandhandel.

Für-Gründer: Im Onlineshop kann der Kunde ja Brillen nicht direkt aufsetzen und sich im Spiegel anschauen – ist dies kein Hindernis beim Verkauf?

Dirk Graber von Mister Spex: Das ist für uns natürlich eine Herausforderung: Die Kunden wollen wissen, wie sie mit der Brille aussehen. Daher entwickelten wir eine Online-Anprobe. Der Kunde lädt ein Porträtfoto hoch und probiert virtuell Modelle an – dies entwickeln wir gerade zu einem 3-D-Modell weiter. Außerdem ermöglichen wir unseren Kunden, die Brillen zur Ansicht zu bestellen. Der Versand und Rückversand ist kostenlos.

Für-Gründer: Was sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren, die Mister Spex in die heutige Marktposition gebracht haben?

Dirk Graber von Mister Spex: Unser Erfolg beruht im Wesentlichen auf drei Dingen: unserer konsequenten Kundenorientierung, unseren hervorragenden Lieferantenbeziehungen und unseren gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern.

Für-Gründer: Wie haben Sie das schnelle Wachstum bewältigt und gab es zwischendurch auch brenzlige Situationen für Mister Spex?

Dirk Graber von Mister Spex: Dazu gibt es eine schöne Anekdote. Seit Anfang 2010 gab es bei uns einen großen Wachstumsschub. Mitte des Jahres war ich in unserer Logistikabteilung um mal wieder ein Auge auf die Prozesse zu werfen als mich ein Mitarbeiter fragte „Was machst Du eigentlich bei Mister Spex?“Da war klar, dass wir dem Wachstum aktiv begegnen müssen. Wir haben eine interne Kommunikationsinfrakstruktur aufgebaut; wir organisieren regelmäßig Veranstaltungen für die ganze Firma, versenden einen Newsletter, stellen neue Mitarbeiter vor etc. Zudem gibt es für jede Stelle detaillierte Job-Beschreibungen und das Durchführen regelmäßiger Feedback-Gespräche gehört zu den Zielvereinbarungen der Führungskräfte. Dank dessen kommen wir mit dem schnellen Wachstum sehr gut zurecht.


Für-Gründer: Stichwort Finanzierung: sie haben neben dem High-Tech Gründerfonds auch andere teils internationale Investoren gewinnen können – was war hier Ihr Erfolgsrezept?

Dirk Graber von Mister Spex: Gute Investoren können schon durch wenige Fragen sehr tief in die Materie eintauchen. Sie merken schnell, wie fundiert ein Konzept ist und ob diejenigen, die hinter dem Konzept stehen, das Potenzial und die Motivation haben, es langfristig zum Erfolg zu führen. Ein weiterer Baustein mit dem wir unsere Venture Capital Investoren überzeugt haben, war die frühe Zusammenarbeit mit Lukasz Gadowski und Team Europe Ventures. Lukasz hat uns unter anderem mit vielen Investoren bekanntgemacht.

Für-Gründer: Seit März 2011 gibt es Mister Spex auch in Spanien – welche nächsten Schritte planen Sie bei der Entwicklung des Unternehmens und wo liegen die größten Herausforderungen?

Dirk Graber von Mister Spex: Wir werden innerhalb Europas weiter expandieren. Unser Ziel ist, aus Mister Spex den größten Online-Optiker Europas zu machen. Wir müssen Organisation und Prozesse ständig optimieren, Personal entsprechend ausbilden und die Koordination im Unternehmen so optimal gestalten, dass es wenig Reibungsverluste gibt. Die größte Herausforderung im Zuge der Internationalisierung wird sein, die lokalen kulturellen wie gesetzlichen Gegebenheiten in den einzelnen Ländern zu analysieren und den Kunden dort optimal anzusprechen. Hierzu stellen wir momentan weitere Muttersprachler für diese Länder an.

Für-Gründer: Danke für das Gespräch!

Kontakt zu Mister Spex:


Martina Dier
Leiterin Public Relations

Mister Spex GmbH
Greifswalder Str. 156
10409 Berlin
tel.: 030.44 31 23 02 06
E-Mail: martina.dier@misterspex.de
http://misterspex.de