GründerDaily wird unterstützt von
Ad topMehr erfahren

Crowd funding – innovative Finanzierung für Gründer?



Das Thema Crowd funding erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Nach den großen Vorläufern aus Amerika haben sich auch in Deutschland zahlreiche Plattformen an den Start gewagt. Wir erklären, was es mit Crowd funding auf sich hat und wie Crowd funding funktioniert.

Woher kommt Crowd funding?
Wie der Name schon erkennen lässt, stammt Crowd funding aus den USA und hat seinen Ursprung in der Finanzierung von Musikproduktionen. Übersetzt werden kann Crowd mit Ansammlung oder Menschenmenge. Funding meint das Aufbringen von Mitteln bzw. die Finanzierung. Eine große internationale Crowd funding Plattform ist beispielsweise kickstarter.com auf der Projekte aus den Bereichen Design, Fashion, Kunst, Film & Video, Nahrungsmittel oder Spiele finanziert werden.

Was ist neu an Crowd funding?
Crowd funding kombiniert verschiedene schon bestehende Finanzierungsmodelle

  1. Wie bei der Mikrofinanzierung ist es möglich über Crowd funding Ideen und Vorhaben zu finanzieren, die bei Banken aufgrund des geringen Finanzierungsvolumens keine Chance hätten.
  2. Wie bei Onlinekreditbörsen oder Venture Capital Plattformen können sich eine größere Zahl an Geldgebern mit unterschiedlich hohen Beträgen an der Finanzierung beteiligen.

Kernelement des Crowd funding ist also, dass Geld für ein Vorhaben über eine Vielzahl an Geldgebern eingesammelt wird. Dabei können sich Personen oft schon mit Kleinstbeträgen von 1 € beteiligen. Als Gegenleistung für das eingesammelte Kapital werden in der Regel Sachleistungen oder immaterielle Leistungen angeboten.

Welche Crowd funding Plattformen gibt es in Deutschland?
Natürlich kann man auch über die großen internationalen Crowd funding Plattformen wie kickstarter.com oder indiegogo.com Projekte aus Deutschland starten, aber mittlerweile haben bereits einige kleinere deutsche Plattformen erste Gehversuche unternommen. In einer Studie von ikosom wurden ingesamt 125 Projekte auf deutschen Crowd funding Plattformen gezählt, von denen 67 Vorhaben erfolgreich finanziert wurden. Der Finanzierungsdurschnitt pro Vorhaben lag bei etwa 3.000 €.  Zu den deutschen Crowd funding Plattformen zählen

  • inkubato.com – für künstlerische, kreative, soziale, lokale und visionäre Projekte
  • mySherpas.com – die Betreiber von mySherpas.com prägen den Begriff des crowd sponsorings, Projekte können den u.a. den Bereichen Design, Kunst, Veranstaltung, Musik aber auch Startups und Business zugeordnet werden
  • pling.de – hier finden sich zahlreiche kreative Projekte in Kategorien wie Theater, Sport, Technologie oder Fotografie
  • startnext.de – zur Finanzierung von Kreativen und Künstlern
  • visionbakery.de – eine Crowd funding Plattform mit Sitz in Leipzig

Wie funktioniert Crowd funding?
Die Crowd funding Plattformen stellen für alle Neulinge umfangreiche Informationen zum Projektablauf zusammen, sodass wir an dieser Stelle nur auf wesentliche Punkte eingehen:

Projekt anmelden und einstellen
Zu Beginn müssen Sie sich auf der Plattform Ihrer Wahl registrieren. Neben den Formalien legen Sie dann Ihr Projekt an. Dabei gilt es das Projekt möglichst anschaulich zu beschreiben. Fotos und Videos helfen hier weiter. Geben Sie an, welche Summe Sie benötigen und wofür das Geld ausgegeben werden soll. Zudem legen Sie fest, welche Gegenleistung die Finanzierer für einen bestimmten Betrag erhalten sollen.

Unterstützer gewinnen und Geld einsammeln
Die Projekte bleiben dann einen gewissen Zeitraum auf den Plattformen und können Geld erhalten. Dabei wird stets der aktuelle Finanzstatus zusammen mit der Restlaufzeit angezeigt. Natürlich sollten Sie sich bemühen Ihr Projekt über viele Kanäle wie Freunde, Bekannte, Facebook, Twitter etc. bekannt zu machen. Schritt für Schritt sammeln Sie dann Geld für Ihr Projekt ein. Dabei können Sie auch über das Finanzierungsziel hinaus Geld erhalten.

Erfolgreiche Finanzierung und Abwicklung
Eine wesentliche Spielregel beim Crowd funding ist, dass Gelder nur dann fließen, wenn die angestrebte Projektsumme erreicht worden ist. Die Unterstützer zahlen dann häufig über ein Bezahlsystem wie PayPal ihre Beträge über die Plattform an das Projekt.

Kosten für Crowd funding:
Die Einstellung eines Projekts ist auf Crowd funding Plattformen kostenfrei. Kosten entstehen auf zwei Wegen. Zunächst werden den Unterstützern ja Gegenleistungen, die auch die Form von Sachleistungen annehmen können, versprochen. Dieser Aufwand sollte im Vorfeld auch kalkuliert werden. Bei der erfolgreichen Finanzierung werden zudem in der Regel Gebühren für den Betreiber der Plattform fällig:

  • mySherpas: 10 % der Finanzierungssumme
  • pling: 7 % der Finanzierungssumme + Servicegebühren für Zahlungsverkehr (0,35 Cent pro Überweisung + 1,9 % der Überweisungssumme)
  • startnext: 9 % der Finanzierungssumme (davon gehen 4 % an die Betreiber und 5 % fließen in einen Crowd fonds zur Unterstützung neuer Projekte)
  • visionbakery: 10 % Aufschlag auf die Finanzierungssumme + 1,9 % Transaktionsgebühren
  • inkubato: 7 % der Projektkosten sowie PayPal- Transaktionsgebühren von etwa 2 bis 3%

Für wen ist Crowd funding geeignet?
Die aktuellen Projekte auf deutschen aber auch internationalen Crowd funding Plattformen sind von einem sehr kreativen und oft künstlerischem Charakter geprägt und dienen nur teilweise der Gewinnerzielung. Es ist sicher, dass über Crowd funding Projekte finanziert werden können, die sonst nur eine geringe Chance auf Finanzierung hätten. Ob allerdings Crowd funding generell für den klassischen Existenzgründer geeignet ist, muss die Zukunft noch zeigen. Dies hängt im Wesentlichen von den Betreibern der Plattformen und den Unterstützern ab. Einen Versuch ist es jedoch wert – und so sollten Gründer auf Crowd funding Plattformen vorbeischauen und überlegen, wo und wie sie ihr Projekt präsentieren.

Nächster Schritt Crowd investing
Während das klassische Crowd funding nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, verfolgen einige Plattformen wie Seedmatch, Investiere.ch oder Cofundit verstärkt den klassischen Investmentansatz in Verbindung mit der „Crowd“. Wir sehen hier einen nächsten Schritt vom Crowd funding zum Crowd investing. Dieser Ansatz dürfte insbesondere in der klassischen Venture Capital Finanzierung für Startups für einige Bewegung sorgen. Wir werden in den kommenden Wochen näher darüber berichten.

Mehr rund um die Themen Crowd funding und Crowd investing finden Sie auch direkt auf Für-Gründer.de.

Folgen Sie dem Thema Crowd funding auch auf Facebook