Nun komplett: der KfW-Gründungsmonitor 2011



Nach ersten Vorabzahlen im März 2011 wurde gestern am 14. April der vollständige KfW-Gründungsmonitor 2011 veröffentlicht. Der KfW-Gründungsmonitor 2011 enthält zahlreiches interessantes Zahlenmaterial zum Gründungsgeschehen im Jahr 2010 sowie im Vergleich zu den Vorjahren. Einige Zahlen möchten wir an diese Stelle präsentieren.

KfW-Gründungsmonitor 2011: Wie viele Menschen haben sich selbstständig gemacht?
Der aktuelle Gründungsmonitor der KfW trägt den Titel „Dynamisches Gründungs- geschehen im Konjunkturaufschwung“ . Dementsprechend stieg die Anzahl der Personen, die im Jahr 2010 eine selbstständige Beschäftigung aufgenommen haben auf 936.000. Dies sind 66.000 mehr als im Jahr 2009.  Der Zuwachs stammt allerdings aus dem Bereich der Nebenerwerbsgründung. Die Zahl der Vollerwerbsgründungen blieb mit 396.000 konstant im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt nimmt das Gründungsgeschehen damit seit 2008 wieder Fahrt auf, nachdem es in dem Jahr einen Tiefpunkt mit 795.000 Gründern erreicht hatte. Das „Gründungshoch“ innerhalb der letzten 11 Jahre stammt aus dem Jahr 2001 mit 1,548 Mio. Gründern. Die Gründerquote (Neugründer/Bevölkerung) lag 2010 bei 1,8 %.


KfW-Gründungsmonitor 2011: Wo wird gegründet?
Die Top-5 der Bundesländer mit den höchsten Gründerquoten sind

  1. Hamburg
  2. Bremen
  3. Baden-Württemberg
  4. Hessen
  5. Bayern


KfW-Gründungsmonitor 2011: In welchen Branchen wird gegründet?

  • Über 60 % der Gründungen erfolgen im Dienstleistungsbereich
  • 15 % der Gründer machen sich im Handel selbstständig
  • Weitere Branchen sind: Baugewerbe (7%) und Finanzdienstleistungen (5 %)


KfW-Gründungsmonitor 2011: Alleine gründen oder im Team?


KfW-Gründungsmonitor 2011: Müssen Gründungen stets innovativ sein?
Diese Frage kann man klar mit „Nein“ beantworten. So gaben nur 15 % der Gründer an mit einem innovativen Angebot gestartet zu sein. Bei nur 4 % war es gar eine deutschlandweite oder weltweite Marktneuheit.


KfW-Gründungsmonitor 2011: Wer sind die Gründer?

  • 2010 waren 63 % der Gründer männlich, nur 37 % waren weiblich. Bei den Nebenerwerbsgründungen weisen Frauen jedoch einen deutlich höheren Anteil auf.
  • Der Großteil der Gründer (28 %) war 35 bis 44 Jahre alt, gefolgt von den 25 bis 34-Jährigen (26,2 %).
  • 87 % der Personen, die sich 2010 selbstständig gemacht haben, hatten die deutsche Staatsbürgerschaft, 4 % waren EU-Ausländer.
  • Knapp 24 % der Gründer haben keinen Berufsabschluss, 41 % der Selbstständigen haben eine Lehre oder die Berufsfachschule absolviert, etwa 16 % der Gründer verfügt über einen Hochschulabschluss.
  • Etwas über 35 % der Gründerpersonen waren arbeitslos oder „Nicht-Erwerbspersonen“. Knapp 42 % gründete aus dem Angestelltenverhältnis heraus. Beamte waren nur zu 2,5 % unter den Neugründern vertreten.


KfW-Gründungsmonitor 2011: Warum haben sich die Menschen selbstständig gemacht?

  1. 38 % der Gründer wollten eine Geschäftsidee umsetzen
  2. 34 % der Gründer sah sich mit einer fehlenden Erwerbsalternative konfrontiert
  3. 28 % gaben einen sonstigen Hauptgrund an – insbesondere finanzielle Gründe sowie der Wunsch zur Selbstverwirklichung


KfW-Gründungsmonitor 2011: Sind Gründungen erfolgreich?
Viele Gründungen scheitern – keine Frage, doch der Großteil der Gründungsprojekte ist auch nach drei Jahren noch am Markt:

  • Das erste Jahr: diese Phase überstehen 85 % aller Gründungsvorhaben
  • Nach drei Jahren: innerhalb der ersten drei Jahre werden knapp 30 % der Gründungsprojekte eingestellt – wobei die Ursachen nicht per se im Mißerfolg liegen.


KfW-Gründungsmonitor 2011: Welchen Finanzierungsbedarf haben die Gründer?
Der Gründungsmonitor 2011 kommt zu dem Ergebnis, dass die Gründer mit geringem Finanzierungsbedarf starten.

  • 14 % geben an, keinen Mittelbedarf zu haben, knapp 20 % bringt lediglich eigene Sachmittel ein
  • 66 % der Gründer haben einen Finanzierungsbedarf, allerdings haben 44 % den Finanzierungsbedarf mit unter 5.000 € angegeben, 81 % der Gründer beziffern der Kapitalbedarf auf bis zu 25.000 €, nur 3 % der Gründer brauchen mehr als 100.000 €
  • Bei den Gründern mit Kapitalbedarf verwenden 66 % eigene Mittel, 23 % finanzieren über einen Mix aus Eigen- und Fremdkapital.
  • Beim Einsatz von externen Finanzierungsquellen steht der klassische Hausbankkredit an erster Stelle, gefolgt von Geldern von Verwandten oder Bekannten.  Danach folgen Förderkredite.

Den vollständigen Gründungsmonitor 2011 können Sie auf der Webseite der KfW herunterladen.

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